Künstliche Intelligenz: wie sie die IT-Arbeit verändern wird

Mit KI lassen sich viele Prozesse automatisieren, die heute manuell ablaufen. Doch ist das gleichbedeutend mit Stellenabbau? Eine Studie hat IT-Führungskräfte hierzu befragt.

Die Coronapandemie hatte nicht auf alle Unternehmen den gleichen Effekt. Während ein Teil weiterhin Schwierigkeiten hat, mit den disruptiven Entwicklungen unserer Gegenwart Schritt zu halten, führte der andere neue, flexible Arbeitsmodelle ein, damit sich die Belegschaft an die Veränderungen anpassen, weiterhin produktiv und gleichzeitig innovativ bleiben konnte.

Im Rahmen einer neuen Studie – durchgeführt von Oxford Analytics und Coleman Parks in Zusammenarbeit mit Citrix – wurden 500 Führungskräfte auf dem C-Level und 1.000 Arbeitnehmer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden sowie den USA dazu befragt, wie sie die Zukunft der Arbeit einschätzen. Das daraus entstandene Szenario beschreibt, wie sich Arbeitsmodelle und Arbeitsumgebungen in zehn Jahren gestalten könnten und welche Rolle Technologie dabei spielen wird.

Roboter werden den Menschen nicht ersetzen

Die Angst, den eigenen Arbeitsplatz an eine künstliche Intelligenz (KI) abtreten zu müssen, ist zwar weit verbreitet, jedoch in vielen Fällen unbegründet. Vielmehr wird sie Unternehmen wesentlich intelligenter und effizienter machen.

So glauben 77 Prozent der Befragten, dass KI bestimmte Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse erheblich beschleunigen sowie Arbeitnehmer produktiver machen wird. Da mehr als die Hälfte der Befragten (57 Prozent) außerdem denkt, dass KI in Zukunft einen Großteil der Geschäftsentscheidungen treffen oder unterstützen wird, gehen sie davon aus, dass die Führungsebene einen Wandel durchmachen wird.

75 Prozent der Befragten erwarten, dass die meisten Unternehmen eine zentrale KI-Abteilung etablieren werden, die sämtliche Geschäftsbereiche beaufsichtigt. Ferner gehen 69 Prozent davon aus, dass auf dem C-Level eine KI die Rolle des Chief of Artificial Intelligence (CAI) einnehmen wird und gemeinsam mit dem CEO in einer engen Mensch-Maschine-Partnerschaft zusammenarbeitet.

Der vorteilhafte Einsatz von KI wird die Notwendigkeit für neue Arbeitsplätze beziehungsweise Rollen schaffen. Diese werden notwendig sein, um technologie- und KI-orientiertes Arbeiten zu fördern und die sich verändernde Beziehung zwischen Mensch und Maschine zu unterstützen. Zu den Rollen, die in Zukunft immer mehr an Bedeutung gewinnen werden, gehören zum Beispiel:

Neue Grundlagen für mehr Flexibilität und Produktivität

Bereits heute zeichnet sich ab, dass sich die Arbeit von morgen flexibler werden muss. Begünstigt wird diese Entwicklung besonders von modernen Technologien, die sämtlichen Mitarbeitern einen problemlosen Zugang zu den für sie und ihre Arbeit relevanten Tools, Daten und Inhalten ermöglichen. 67 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass in Zukunft Arbeit rund um Internetplattformen organisiert sein wird, die vor allem den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern erleichtern.

80 Prozent der befragten Führungskräfte glauben, dass der Recruiting-Prozess und die Arbeitswelt an sich in Zukunft neue Dimensionen annehmen werden. KI könnte zum Beispiel erheblich einfacher machen, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.

60 Prozent der befragten Arbeitnehmer gehen davon aus, dass die meisten dieser Mitarbeiter nicht mehr fest angestellt sein werden. 39 Prozent der befragten Führungskräfte erwarten ebenfalls, dass im Jahr 2035 die Mehrheit der spezialisierten Arbeitskräfte freiberuflich tätig sein wird.

Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer (51 Prozent) rechnet damit, dass Technologie Mitarbeiter bis 2035 mindestens doppelt so produktiv machen wird als heute. Das erreichen sie durch die Unterstützung von virtuellen Assistenten mit künstlicher Intelligenz.

Unter AI-ngels (eine Verbindung aus AI – Artificial Intelligence – und Angels) versteht man digitale Assistenten, die von einer KI gesteuert werden. Diese können auf persönliche und arbeitsrelevante Daten zugreifen und somit Mitarbeitern dabei helfen können, sowohl ihre Zeit als auch ihre Aufgaben effektiv zu priorisieren.

Neben der Produktivität soll dies das körperliche sowie geistige Wohlbefinden der Mitarbeiter fördern. Ähnliche virtuelle Assistenten werden beispielsweise Meetings so planen können, wie es für die gesamte Belegschaft und andere Beteiligte am effektivsten ist.

Die Mitarbeiter der Zukunft: engagiert und innovativ

Die erhöhte Flexibilität und Produktivität wird sich auch in einer Transformation des Mitarbeitermanagements niederschlagen. Sobald KI-basierte Lösungen den Mitarbeitern zeitraubende Routinearbeiten abnehmen, können diese sich auf wertschöpfende und strategische Tätigkeiten und Prozesse konzentrieren.

83 Prozent der befragten Experten glauben, dass bis 2035 ein Großteil der einfacheren Aufgaben automatisiert ablaufen, so dass hochspezialisierte Mitarbeiter sich auf ihre anspruchsvolleren Tätigkeiten konzentrieren können. 79 Prozent sagen, dass Arbeitskräfte durch die Technologie die Möglichkeit bekommen werden, ihre eigenen Kompetenzen aus- und weiterzubilden und somit ihre persönliche und berufliche Entwicklung voranzutreiben.

90 Prozent der Führungskräfte sind sich sicher, dass KI-Investitionen im Jahr 2035 der größte Wachstumsantreiber für ihr Unternehmen sein werden. Dieser wachsende Markt eröffnet nicht nur neue Geschäftsmodelle und Einnahmequellen.

Tim Minahan, Citrix

„Bereits heute zeichnet sich ab, dass sich die Arbeit von morgen flexibler werden muss. Begünstigt wird diese Entwicklung besonders von modernen Technologien, die sämtlichen Mitarbeitern einen problemlosen Zugang zu den für sie und ihre Arbeit relevanten Tools, Daten und Inhalten ermöglichen.“

Tim Minahan, Executive Vice President bei Citrix

72 Prozent der befragten Studienteilnehmer gehen ebenfalls davon aus, dass bis 2030 Künstliche Intelligenz weit über das hinaus steigern wird, das durch reine Menschenarbeit möglich ist. Innovationsprozesse und nachhaltiges Betriebswachstum werden durch neue Technologien ebenso begünstigt – besonders bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. So glauben 63 Prozent, dass die Technologie kleinen Unternehmen Vorteile bringen wird, da sich dadurch Wettbewerbsbedingungen angleichen.

Was auch kommen mag: in den nächsten 15 Jahren werden sich Unternehmen mit weiteren Hürden und disruptiven Entwicklungen konfrontiert sehen. Umso wichtiger ist es, dass sie die Krise nutzen, um sich auf die Zukunft vorzubereiten und in eine optimale Position bringen, um auch eine nächste Krise zu bewältigen. Solch vorausschauende Planungsinitiativen werden in den nächsten Jahren dabei helfen, neue Technologien, Arbeitsmodelle und -bedingungen anzunehmen und sich schneller an Veränderungen anzupassen.

Über den Autor:
Tim Minahan ist Executive Vice President, Business Strategy und Chief Marketing Officer (CMO) bei Citrix. Er leitet bei Citrix strategische Initiativen sowie die allgemeine Geschäfts- und Marketingstrategie des Unternehmens. Citrix entwickelt Unified-Workspace-Lösungen sowie Netzwerk- und Analyselösungen, die Unternehmen dabei unterstützen sollen, Innovationen zu fördern, Kunden zu binden und die Produktivität zu steigern, ohne dabei ihre Sicherheit zu beeinträchtigen.

Der Autor ist für den Inhalt und die Richtigkeit seiner Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten des Autors wieder.

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