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CDN-Services: Die Top-10-Anbieter in der Übersicht

Was bieten die zehn führenden Provider von Content Delivery Networks? Lesen Sie, wie es mit Services, Features und Preisen bei Amazon, Akamai, Verizon und anderen aussieht.

Content Delivery Networks, kurz CDNs, sind für viele Organisationen unverzichtbar geworden, da die Menge und Komplexität von Inhalten, die sie an Nutzer weltweit über das Internet verteilen müssen, immer weiter wächst. Heutzutage verringern CDN-Services die Ladezeiten von Seiten und bieten eine Vielzahl von anderen Funktionen, darunter Webbeschleunigung, Sicherheit und Analytics.

Im Folgenden finden Sie einen detaillierten Überblick über die zehn führenden Anbieter von Content Delivery Networks, der den Schwerpunkt der Services, die Funktionen und Anzahl der Points of Presence (POPs) der einzelnen Provider untersucht. Diese Produktvorstellung verrät außerdem, ob eine freie Testversion des CDNs und Preisinformationen verfügbar sind.

Akamai Technologies

Als Pionier von CDN-Services ist Akamai seit den späten 1990er Jahren auf dem Content-Delivery-Markt aktiv. Wo einige der hier vorgestellten Anbieter CDNs nur als einen von mehreren Services bereitstellen, lag der Fokus von Akamai schon immer ausschließlich auf CDNs. Die Angebote des Unternehmens richten sich an Organisationen jeder Größe sowie an Service-Provider.

Akamais mehr als 40 Produkte konzentrieren sich auf vier Bereiche: Web-Performance, Media Delivery, Cloud-Sicherheit und Services für Netzwerkbetreiber. Die Web-Performance umfasst Web- und mobile Beschleunigung – darunter ein spezieller CDN-Service für China –, IoT-Services, Bildoptimierung, DNS- und Traffic-Management sowie ein API-Gateway.

Media Delivery schließt die Bereitstellung von Echtzeit- und On-Demand-Video, Cloud-Storage und Download Delivery ein. Cloud-Sicherheit beinhaltet Anwendungsschutz, Bot-Management, DDoS-Mitigation (Distributed Denial of Service) und Enterprise-Sicherheit. Die Services für Netzwerkbetreiber decken umfangreiche Videobereitstellung, DNS-Infrastruktur und -Sicherheit sowie Personalisierungsdienste ab.

Akamai hat nach eigenen Angaben 240.000 Server in 130 Ländern.

Das Unternehmen bietet eine kostenlose Testversion seines CDNs und berechnet den Preis für seine Services im Allgemeinen nach Verbrauch.

Amazon CloudFront

Bei Amazon CloudFront handelt es sich um die CDN-Komponente von AWS. CloudFront arbeitet mit verwandten AWS-Angeboten, zum Beispiel Amazon Simple Storage Service, Elastic Load Balancing und Elastic Compute Cloud. Wie AWS lässt sich auch CloudFront für den Einsatz in kleinen Unternehmen bis hin zu großen Implementierungen skalieren.

CloudFront unterstützt sowohl statische Inhalte als auch Streaming-Medien. Zu den Sicherheitsfunktionen zählen signierte URLs, eine Web Application Firewall (WAF) und AWS CloudTrail, das Admins Funktionen für das Nachverfolgen von Benutzeraktivitäten und Auditing über die Befehlszeile, GUI und per programmgesteuertem Zugriff zur Verfügung stellt. Amazon Lambda@Edge ermöglicht es Nutzern, Inhalte individuell anzupassen und Code über AWS-Standorte weltweit auszuführen.

CloudFront verfügt über 134 POPs in 61 Städten, verteilt auf 28 Länder.

Amazon bietet eine freie Testversion seines CDNs. Für die Verwendung von CloudFront sind keine Verträge vorgesehen. Die Gebühren basieren auf Nutzung und Verbrauch.

CDNetworks

CDNetworks, im Jahr 2000 gegründet, stellt mit seinem globalen Content Delivery Network Services für Gebiete bereit, in denen die Website-Erreichbarkeit eine besondere Herausforderung darstellt – Festlandchina, Russland, Südostasien und der Mittlere Osten. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich im südkoreanischen Seoul, mit Büros in Kalifornien, London, München, Tokio, Singapur und China.

CDNetworks bietet Funktionen für das Bildmanagement, etwa in Form von Watermarking und Entropieerkennung. Der Cloud Load Balancer von CDNetworks ermöglicht Load Balancing auf DNS-Ebene.

Das Preismodell des Unternehmens basiert auf der Anzahl der Apps und Websites, der übertragenen Datenmenge und der Anforderungen an die Übertragungsgeschwindigkeit.

CDNetworks besitzt mehr als 200 POPs und bietet eine angepasste Testversion seines CDNs.

CenturyLink

CenturyLink ist ein facettenreiches Telekommunikationsunternehmen, für das CDNs nur ein Baustein in seinem Business-Portfolio sind. Nach der Übernahme von Level 3 und dessen CDN im Jahr 2017 umfasst das CDN-Angebot von CenturyLink mehr als 40 Produkte in den Kategorien Networking, Hybrid IT und Hybrid Cloud, Sprache und Unified Communications, Managed- und IT-Services sowie Sicherheit. CenturyLink ist nach den Anschlüssen gerechnet der drittgrößte Telekom-Service-Provider in den USA hinter AT&T und Verizon.

Zwar bietet CenturyLink CDN-Kernfunktionen, doch sein Schwerpunkt liegt auf der Bereitstellung von Live- und Streaming-Videoinhalten für Unternehmen, die auf Video angewiesen sind. Die Vyvx-Lösungen von CenturyLink für das Video-Broadcasting sind für Kunden gedacht, die Großereignisse übertragen, etwa Live-Sportveranstaltungen, oder TV-Kanäle rund um die Uhr betreiben.

CenturyLink stellt darüber hinaus Satelliten- und Teleport-Services für die Videoübertragung von jedem Standort aus bereit. Laut eigenen Angaben betreibt die Firma mehr als 15.000 global verteilte Server in zirka 100 Ballungszentren auf sechs Kontinenten.

Cloudflare

Content Delivery bildet für das 2009 gegründete Unternehmen Cloudflare den Schwerpunkt seines Serviceportfolios. Wo die meisten CDNs sich auf Enterprise-Kunden konzentrieren und ein individuelles Setup benötigen, verfolgt Cloudflare einen einfacheren Self-Service-Ansatz.

Mit einer kostenlosen Option für persönliche Websites und Blogs bietet Cloudflare grundlegende und günstige CDNs für private Nutzer sowie flexibel konfigurierbare, API-orientierte Services für Business- und Enterprise-Nutzer. Cloudflare nennt eine Bandbreitenkapazität von 20 TBit/s in 154 Data Centern.

Die höchste Dichte an Rechenzentren befindet sich in den USA, Europa und Südostasien. Im unteren Segment bietet Cloudflare Gratispläne für die persönliche Nutzung, 20 US-Dollar pro Monat für einfache professionelle Websites und 200 US-Dollar pro Monat für E-Commerce-Sites, die Sicherheitsfunktionen benötigen. Die Preise für das Enterprise-Modell sind individuell und basieren auf den konkreten Anforderungen. Nur dieses Modell beinhaltet Telefon-Support.

Fastly Inc.

Fastly, 2011 gegründet, bietet ein ausgewogenes Portfolio von CDN-Services, die Content Delivery und Bildoptimierung, Video und Streaming, Cloud-Sicherheit, Load Balancing und Managed CDN umfassen. Fastlys Varnish Configuration Language ist ein Open-Source-Webbeschleuniger, den User modifizieren können, um die CDN-Bereitstellung an ihre spezifischen Bedürfnisse anzupassen.

Das Preismodell von Fastly beruht auf dem Bandbreitenverbrauch und Netzwerkanforderungen. Das Unternehmen bietet eine unentgeltliche Testversion, für Traffic bis zu 50 US-Dollar ohne Kosten. Fastlys globale Kapazität beträgt 25 TBit/s.

Mit fast zwei Dutzend POPs in Nordamerika ist die Kapazität vornehmlich für Kunden in den USA und Kanada bestimmt. Das Unternehmen betreibt außerdem noch POPs in Südamerika, Europa, Afrika, Asien, Australien und Neuseeland. Fastly verfolgt eine aggressive Expansionsstrategie und hat weitere 10 POPs angekündigt.

Imperva Incapsula

Imperva Incapsula wurde Ende 2009 gegründet. Die Firma wurde aus Imperva aus- und 2014 wieder in die Firma eingegliedert. Während das Content Delivery Network von Incapsula ein Full-Service-CDN ist, liegt Impervas Fokus auf Sicherheit. Die Web Application Security – die Incapsula WAF – bildet den Grundpfeiler der Imperva-Lösungen. Im Gegensatz zu vielen der übrigen CDNs bietet Imperva Security as a Service.

Imperva stellt eine freie Testversion bereit und bietet Firmen eine Basisoption für 299 US-Dollar pro Seite und Monat. Imperva Incapsula verfügt global über 50 bereits bestehende oder im Bau befindliche POPs, mit einer Kapazität von 6 TBit/s. Da der Fokus auf Sicherheit liegt, betreibt Imperva Incapsula weltweit DDoS Scrubbing Center, die sich zusammenfassen lassen, um im Falle von volumetrischen DDoS-Angriffen auf einen Kunden den Workload zu verteilen.

Instart Logic Inc.

2010 gegründet, nutzt Instart künstliche Intelligenz und Machine Learning, um sowohl das Nutzer- als auch das Anwendungsverhalten zu analysieren. Mit diesen Informationen werden relevante Komponenten optimiert, unter anderem Bilder, HTML- und JavaScript-Code, um die Performance zu verbessern. Instart ermöglicht es seinen Kunden, diverse Werbeblocker zu deaktivieren, so dass sie Ad Impressions zurückgewinnen und den generierten Umsatz wieder steigern können.

Die Produkte des Unternehmens decken das gesamte Spektrum an CDN-Services ab und umfassen Cloud-Anwendungs-Performance, Bildoptimierung, mobile Beschleunigung, Bot-Schutz und -Management, WAF- und DDoS-Schutz sowie eine Application Services Platform. Die Services richten sich schwerpunktmäßig an Enterprise-Geschäftskunden. In Koordination mit ChinaCache bietet das Unternehmen auch für die Content-Bereitstellung in China angepasste Services. Außerhalb von China besitzt Instart 30 POPs.

Das Preismodell gestaltet sich flexibel und kann je nach Kundenwunsch auf der Bandbreitennutzung oder den Seitenabrufen basieren.

Limelight Networks

Limelight, 2001 gegründet, ist ein Full-Service-Provider für Content Delivery Networks. Zu dessen Produkten gehören Services für Content- und Videobereitstellung, Edge Cloud, Cloud-Sicherheit, Origin Storage sowie für Support.

Das Self-Service-Portal des Unternehmens erlaubt einfache Management- und Konfigurationsänderungen an Kundenumgebungen. Dies, zusammen mit Limelights Unified Reporting, erhöht die Flexibilität, reduziert die Zeit für das Debugging und Troubleshooting und bietet bessere Total Cost of Ownership (TCO).

Limelight gibt an, mehr als 80 globale POPs in über 40 Großstadtregionen und direkte Verbindungen zu mehr als 900 Internet-Service-Providern zu besitzen. Das Unternehmen verfügt über mehr als 35 TBit/s Ausgangskapazität. Limelight konzentriert sich auf Branchen wie Medien und Broadcasting, Software- und Geräteherstellung, den Einzelhandel und E-Commerce sowie Gaming.

Limelight bietet Support und eine kostenfreie Trial-Version seines Service.

Verizon Digital Media Services

Im Jahr 2006 als EdgeCast Networks gegründet, wurde das Unternehmen Ende 2013 Teil des Telekomanbieters Verizon. Verizon Digital Media Services (VDMS) wurde 2017 Teil von Oath Inc. – das immer noch zu Verizon gehört. Oath ist ein Zusammenschluss mehrerer Firmen, darunter AOL und Yahoo.

Wie einige der anderen Provider bietet auch VDMS sogenanntes Self-Enablement, ein Self-Service-Portal, das es Kunden erlaubt, auf sich verändernde Bedürfnisse und Gegebenheiten zu reagieren, indem sie ihre CDN-Services neu konfigurieren, ohne dass dazu eine Interaktion mit Verizon notwendig ist. Als Vorteile ergeben sich daraus eine gesteigerte Produktivität und bessere Total Cost of Ownership.

Auf seiner Website bietet VDMS seinen Uplynk genannten Video-Streaming-Service auf einer separaten Plattform. Für Kunden, die sowohl traditionelle CDN-Anwendungsoptimierung als auch Videobereitstellung benötigen, dürfte diese Aufteilung Content-Delivery-Anforderungen komplizierter machen, die sich über beide Kategorien erstrecken. Innerhalb der CDN-Plattform bietet VDMS grundlegende CDN-Caching- und -Beschleunigungsfunktionen, dazu WAF, DDoS-Schutz, Secure Sockets Layer (SSL) und Transport Layer Security (TLS), Bot Mitigation und verwandte Sicherheitsfunktionen.

Hinweis der Redaktion: Die TechTarget-Redakteure haben sich mittels intensiver Recherche über den CDN-Markt in dieser Artikelreihe auf die zehn führenden Anbieter von globalen Shared Services für Content Delivery Networks konzentriert. Unsere Recherche enthält Daten von TechTarget-Studien und Berichten von Marktforschungsinstituten, unter anderem Gartner und Forrester.

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Artikel wurde zuletzt im März 2019 aktualisiert

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