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5G: Die größten Einschränkungen und Probleme für Unternehmen

Derzeit plagen die nächste Mobilfunkgeneration noch viele Probleme. Zu den 5G-Einschränkungen gehören fehlende Geräte, begrenzte Reichweiten und kräftige Preisaufschläge.

Alle großen Carrier haben mittlerweile mit der Bereitstellung der 5G-Mobilfunktechnologie begonnen. Anlass genug, dass Unternehmen bei ihren Planungen für 2020 und darüber hinaus die Einschränkungen von 5G berücksichtigen sollten. Obwohl die Technologie die heutige 3G-, 4G- und LTE-Mobilfunkinfrastruktur stark erweitert, hat 5G dennoch Nachteile.

Nachfolgend finden Sie sechs unterschiedliche 5G-Einschränkungen, mit denen Netzwerkteams zu tun haben könnten.

1. 5G-Geräte

Um die volle Bandbreite der 5G-Funktionen ausschöpfen zu können, ist an beiden Enden der Verbindung ein 5G-Gerät erforderlich. Während clientseitig ein 5G-Handset für den Mobilfunk oder ein 5G-IoT-Gerät benötigt wird, sind auf der Carrier-Seite 5G-Antennen und -Infrastruktur notwendig.

Android-Smartphones waren in Sachen 5G im Vorteil, da früh erste Geräte in den Handel kamen. Apple hat bei seinen iPhones immer wieder andere 5G-Modem-Anbieter ausprobiert und daher später im Herbst 2020 mit dem iPhone 12 auf den 5G-Zug aufgesprungen.

Einige 5G-IoT-Geräte und vernetzte Devices sind verfügbar. Aber viele IoT-Anbieter vertreten die Meinung, dass 5G das 3G- und 4G-Spektrum für IoT erst öffnet, wenn immer mehr Smartphones 5G beherrschen. IoT könnte mehr Spielraum in den dann von 5G genutzten unteren Frequenzbereichen von 3G und 4G zur Verfügung stehen, sobald Carrier diese Frequenzen umwidmen.

2. Räumliche Nähe

Die räumliche Nähe ist ein weiterer Nachteil, den Unternehmen berücksichtigen müssen. Zwar können deutsche Firmen derzeit nur lokale Frequenzen von 3,7 bis 3,8 GHz für private 5G-Campusnetze beantragen, aber 5G in seiner schnellsten Variante wird vor allem Wellenlängen im Millimeterbereich nutzen, die kürzer als bei 3G und 4G sind.

Somit fällt deren Reichweite geringer aus. Während das 5G-Abdeckungsprofil kleiner ist, kann das 5G-Signal dafür mehr Daten übertragen. Um diese Einschränkung wettzumachen, planen die Betreiber deutlich größere Antennen-Arrays, damit eine ausreichende Abdeckung gewährleistet ist.

Abbildung 1: Die Einschränken von 5G sollten Unternehmen im Auge behalten.
Abbildung 1: Die Einschränken von 5G sollten Unternehmen im Auge behalten.

Beamforming kommt bei diesen größeren Arrays ebenfalls zum Einsatz, damit das 5G-System mehr Hindernisse überwinden kann. Zu diesem Zweck ist es Paketen möglich, mehrere Routen zu nutzen, um einen Client zu erreichen. Unternehmen, die auf die Beamforming-Technologie spekulieren, müssen die 5G-Abdeckungskarten ihres Carriers unter die Lupe nehmen. Die Monilfunkanbieter stellen 5G jetzt bereit, wobei die Abdeckung in den urbanen Gebieten zunimmt. Die 5G-Verfügbarkeit wird im Laufe der Zeit auch auf ländlichere und abgelegenere Standorte ausgedehnt.

3. Spektrum und Bandbreite

Das Frequenzspektrum wird bei der Auswahl von Carriern und Equipment eine wichtige Rolle spielen. Der Großteil der 5G-Bereitstellung erfolgt über das vorhandene 3G-Spektrum. Einer der Wege, wie 5G die Bandbreitenbeschränkungen heutiger Systeme überwinden will, ist Network Slicing.

Network Slicing macht sich den Virtualisierungstrend zunutze, der zu größerer Dichte, Kapazität und Leistungsfähigkeit in den Data Centern geführt hat. Dieses Verfahren zerstückelt Ressourcen, um nicht vollständig ausgelastete Kapazitäten zu teilen und die Gesamtnutzung zu verbessern.

Mit Network Slicing erreichen 5G-Anbieter eine bessere Auslastung ihrer Netze, so dass sie eine größere Zahl von Nutzern bewältigen und mehr Daten gleichzeitig übertragen können.

4. Ländliche und abgelegene Standorte

In ländlichen und abgelegenen Standorten wird 5G wohl erst dann verfügbar sein, nachdem der Ausbau in den meisten städtischen Regionen abgeschlossen ist. Während 5G-Anwendungen etwa in der Landwirtschaft und im Bergbau, wo ein Remote-Zugriff erforderlich ist, reichlich vorhanden sind, dürfte für Mobilfunkanbieter die 5G-Bereitstellung an abgelegenen Standorten kaum kosteneffizient sein. Ein Rollout für solche Gebiete könnte nur dann erfolgen, wenn ein großer Kunde bereit ist, sich an den Kosten zu beteiligen, oder wenn bereits ein kabelgebundener Rückkanal (Backhaul) existiert.

Vieles von dem, was die weitere Verbreitung von 5G-Installationen vorantreibt, lässt sich auf den ökonomischen ROI zurückführen, den ein Mobilfunkanbieter in einer bestimmten geografischen Region erzielen kann. Wirtschaftlich gesehen wird 5G dann seine Vorteile für Carrier ausspielen, wenn sie anfangen können, 3G- und 4G-Systeme offline zu nehmen oder den Fußabdruck zu reduzieren. Dadurch entsteht ein Problem, da Unternehmen abwarten dürften, bis der ROI angemessen ist, um auf 5G umzusteigen. Damit 5G aber kosteneffizient ist, müssen mehr Unternehmen den Wechsel vollziehen.

5. Preisaufschlag

Frühzeitige Käufe von 5G-Services führen zunächst zu einem Preisaufschlag, weil die Carrier versuchten, die erheblichen Investitionen in diese neuen Technologien auszugleichen. Die Bereitstellung von 5G ist teuer. Deshalb versuchten die Anbieter, den Markt zu einem frühen Zeitpunkt zu segmentieren, um ihre kurzfristigen Einnahmen zu optimieren. Letztlich veranlasst der breitere Wettbewerbsdruck die Betreiber aber dazu, die 5G-Preise zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

6. Sicherheit

Zu guter Letzt wird 5G ein anderes Sicherheitsmodell einsetzen als 3G und 4G, da es neue Sicherheitsfunktionen enthält. Die gute Nachricht für Unternehmen lautet: die Carrier werden den Großteil dieser Implementierung übernehmen. Doch für Firmen, deren eigene Netzwerkservices auf 5G-Mobilfunknetzen basieren, wird das Verständnis dieser neuen Sicherheitsmodelle entscheidend sein, um zu gewährleisten, dass sie umfassende und sichere Dienste entwickeln.

Obwohl die 5G-Einschränkungen auf der Hand liegen, werden die langfristigen Vorteile von 5G die Nachteile aufwiegen. Alles in allem wird 5G Unternehmen neue Chancen bieten, um im Laufe der Zeit agiler und wettbewerbsfähiger zu werden.

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