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Mit Amazon CloudWatch die AWS-Infrastruktur überwachen

Administratoren und Entwickler können ihre AWS-Infrastruktur und -Anwendungen mit Amazon CloudWatch überwachen. Erfahren Sie, wie Sie von drei zentralen Funktionen profitieren.

Administratoren und Entwickler können ihre AWS-Infrastruktur und -Anwendungen mit Amazon CloudWatch überwachen. Dieser Service ist zwar in erster Linie für seine Metriken, Alerts und Protokolle bekannt. Doch er bietet auch eine ganze Reihe von Funktionen, mit denen AWS-Kunden einen tiefen Einblick in ihre Systeme erhalten – und den gewünschten Zustand ihrer Anwendungen sicherstellen.

CloudWatch ServiceLens, Synthetics und Contributor Insights sind Ergänzungen, die den Umfang der AWS-Anwendungsüberwachung erweitern. IT-Teams, die eine erweiterte Überwachung einrichten möchten, können diese CloudWatch-Funktionen zur Früherkennung und schnellen Behebung von Anwendungsproblemen in AWS implementieren.

ServiceLens zentralisiert die Überwachung von AWS-Anwendungen

ServiceLens organisiert AWS X-Ray-Traces sowie Daten aus CloudWatch Metrics, CloudWatch Alarms und CloudWatch Logs. Es sorgt dafür, dass die Informationen an einem einzigen Ort angezeigt werden. Um ServiceLens zu verstehen, sollten IT-Teams mit AWS X-Ray vertraut sein. AWS X-Ray verfolgt Benutzeranforderungen auf ihrem Weg durch die gesamte Anwendung – welche Systeme sie beispielsweise initiieren, ihre Ziele sowie etwaige Latenzen und Statuscodes.

Um ServiceLens zu verwenden, aktivieren Sie den X-Ray-Agenten in Ihrer Compute-Infrastruktur – EC2-Instanzen, Fargate-Container oder Lambda-Funktionen. Bisher waren X-Ray-Traces nur isoliert verfügbar, und es war schwierig, ein bestimmtes Verhalten in X-Ray mit anderen Systemdaten wie CloudWatch Metrics oder Logs zu korrelieren. Inzwischen bietet ServiceLens Entwicklern aber mit dem Zusammenlegen all dieser Daten an einem einzigen Ort einen breiteren Kontext und ermöglicht eine bessere Überwachung und Fehlerbehebung von AWS-Anwendungen.

ServiceLens selbst ist kostenlos. Benutzer zahlen aber für die damit verbundene X-Ray-Nutzung sowie für die Verwendung von CloudWatch Metrics und Logs. X-Ray kostet fünf US-Dollar pro Million aufgezeichneter Traces, fünf US-Dollar pro Million gescannter Traces und fünf US-Dollar pro Million abgerufener Traces.

Bei einer Anwendung, die 1 Trace pro Sekunde empfängt – ungefähr 2,6 Millionen Traces pro Monat – und 100 Prozent dieser Traces aufzeichnet, fallen für diese Traces ungefähr 13 US-Dollar pro Monat an. Wenn alle Traces gescannt und abgerufen würden, würde dies zusätzliche 26 US-Dollar pro Monat betragen, insgesamt 39 US-Dollar pro Monat. Beachten Sie, dass der Prozentsatz der aufgezeichneten Traces in X-Ray konfiguriert werden kann. Benutzer können also weniger Traces aufzeichnen, wenn die Kosten zu einem Problem werden.

Synthetische Tests für die Nutzerperspektive

Mit CloudWatch Synthetics lassen sich Canaries konfigurieren. Canaries lösen allgemeine Benutzerinteraktionen in Webanwendungen aus und überwachen sie. Entwickler können beispielsweise Aufrufe von Anwendungs-APIs mit einer bestimmten Häufigkeit konfigurieren. Die Canaries werten die von der API zurückgegebenen Daten und Statuscodes aus. Sie lösen auch CloudWatch Alerts aus, je nachdem, wie die Antwort ausfällt.

Auch komplexere Abläufe, die realen Interaktionen ähneln, lassen sich konfigurieren. Canaries können zum Beispiel durch mehrere Webseiten navigieren und bestimmte Aufgaben ausführen. Ein Online-Händler kann etwa Canaries konfigurieren, die durch einen Produktkatalog navigieren und bestimmte Produkte auswählen. Die Interaktionen in Synthetics Canaries werden mit Node.js-Skripten definiert. Dies ermöglicht hohe Flexibilität in Bezug auf das Benutzerverhalten, das sie replizieren und erlaubt die Auswertung von Antworten.

Mit den Canaries bietet Synthetics der AWS-Anwendungsüberwachung in CloudWatch eine Perspektive aus Sicht der Benutzer. Bisher konnten sich CloudWatch-Benutzer nur auf Metrics, Traces und Logs stützen. Dies sind zwar wichtige Parameter zur Fehlerbehebung, sie erkennen jedoch keine spezifischen Probleme aus Sicht von Endkunden und Geschäftsanwendern.

CloudWatch Synthetics kostet 0,0012 US-Dollar pro Canary. Ein Canary, der eine Interaktion pro Minute sendet, würde pro 30 Tage ungefähr 52 US-Dollar kosten. Obwohl dies eine nützliche Funktion ist, müssen die Betreiber von Anwendungen wissen, dass sich die Kosten schnell summieren. Das gilt insbesondere, wenn sie Canaries konfigurieren, die eine hohe Häufigkeit von Ausführungen zur Folge haben.

Contributor Insights analysiert CloudWatch-Muster

Betreiber von Anwendungen können mit dieser CloudWatch-Funktion allgemeine Muster identifizieren, die das Systemverhalten beeinflussen. Contributor Insights analysiert Protokollereignisse, die an CloudWatch Logs gesendet werden, und identifiziert die wichtigsten Einflussfaktoren auf die App-Leistung. Wenn beispielsweise ein Server mit einer bestimmten Host-IP einen hohen Prozentsatz der Anrufe an eine Anwendung ausführt, erkennt Contributor Insights dies.

Benutzer können dann die Art der zu analysierenden Protokolleinträge filtern. Wenn ein Team zum Beispiel an Protokolldaten interessiert ist, die Fehler oder hohe Latenzen aufweisen, kann Contributor Insights so eingestellt werden, dass nur Protokolleinträge mit einem bestimmten Wert für ein bestimmtes Feld zurückgegeben werden – zum Beispiel Latenz über 500 Millisekunden oder ein 500-Statuscode. Daten von Contributor Insights können dann mit anderen verfügbaren Metriken abgeglichen werden, die von CloudWatch veröffentlicht wurden. Dies ist hilfreich für die Fehlerbehebung und für Optimierungen.

Wählen Sie zunächst eine oder mehrere CloudWatch Logs aus. Geben Sie dann die in jedem Protokolldatensatz enthaltenen Felder an. Wählen Sie anschließend die Bedingungen zum Filtern von Feldern aus. Legen Sie auch die Aktionen fest, die ausgeführt werden sollen, wenn ein Schwellenwert überschritten wird, zum Beispiel das Auslösen eines CloudWatch Alerts. Contributor Insights liefert Visualisierungen, mit denen Sie die wichtigsten Elemente identifizieren können, die für Ihre Anwendung relevant sind. Die Ergebnisse können auch zu einem CloudWatch-Dashboard hinzugefügt werden.

Contributor Insights ist nützlich, um Muster zu finden, die nicht unbedingt offensichtlich sind oder eine zeitaufwendige Analyse, der in CloudWatch Logs verfügbaren Daten erfordern. Obwohl diese Funktion den Metrikfiltern von CloudWatch Logs ähnelt, bietet sie eine bessere Datenaggregation und -erkennung – denn diese Funktion konvertiert einfach Textmuster aus CloudWatch Logs in CloudWatch Metrics.

Mit Metrikfiltern müssen Benutzer immer noch die richtige Metrikaggregation finden und analysieren, während Contributor Insights die gesamte Erkennung und Visualisierung relevanter Muster in einer Anwendung vereinfacht.

Contributor Insights lässt sich in DynamoDB integrieren und bietet Einblick in die Schlüssel und Elemente für Tabellen und globale Sekundärindizes, auf die am häufigsten zugegriffen wird. Entwickler können diese Funktion in der DynamoDB-Konsole aktivieren. Wenn die DynamoDB-Drosselung ein Problem für eine Anwendung darstellt, werden die am meisten gedrosselten Schlüssel und Elemente in einer Tabelle oder einem globalen Sekundärindex angezeigt. Dies ist eine hervorragende Funktion für die Fehlerbehebung und Optimierung.

Die Preise für Contributor Insights betragen 0,50 US-Dollar pro Regel und Monat und 0,02 US-Dollar pro eine Million Protokollereignisse, die der Regel pro Monat entsprechen. Wenn Sie eine Anwendung haben, die einer Regel pro Sekunde entspricht, zahlen Sie für diese einzelne Regel 0,55 US-Dollar pro Monat.

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