carloscastilla - Fotolia

Datenbankverfügbarkeitsgruppen in Exchange 2019 einrichten

Mit Datenbankverfügbarkeitsgruppen lassen sich Exchange-Datenbanken einfach hochverfügbar betreiben. Wie man Datenbankverfügbarkeitsgruppen einrichtet.

Datenbankverfügbarkeitsgruppen (Database Availability Groups, DAG) sind ein einfaches Hilfsmittel, um Exchange-Datenbanken in kleinen und mittleren Umgebungen hochverfügbar zu betreiben. Einrichtung und Management der Datenbankverfügbarkeitsgruppen ist schnell abgeschlossen.

DAGs lassen sich ebenfalls mit Windows Server 2019 Standard und Exchange 2019 Standard einsetzen. Allerdings dürfen hier nur maximal 5 Postfachdatenbanken auf einem Server betrieben werden, inklusive der replizierten Kopien von anderen Servern.

So funktionieren Datenbankverfügbarkeitsgruppen

DAGs nutzen Komponenten der Cluster-Funktionalität von Windows Server zur Replikation von Postfachdatenbanken. Die Einrichtung erfolgt im Exchange Admin Center oder der Exchange Management Shell. Es ist keine zusätzliche Cluster-Einrichtung notwendig. DAGs sind ein gut geeignetes Mittel, um bei kleineren Unternehmen die Hochverfügbarkeit der Exchange-Datenbanken zu gewährleisten. Aber auch in großen Netzwerken ist die Technologie einsetzbar.

Die Replikation der Datenbanken zwischen den Servern erfolgt über die Transaktionsprotokolle von Exchange. Hier lassen sich Nachlaufzeiten festlegen und Datenbanken erst nach einer bestimmten Zeit durch Transaktionsprotokolle aktualisieren.

Da in Exchange die Datenbanken einen einzigartigen Namen in der Organisation haben, können durch Postfachkopien alle produktiven Datenbanken auf alle Postfachserver kopiert und bei Bedarf aktiv geschaltet werden. Aktive Transaktionsprotokolle der produktiven Exchange-Datenbank senden einen Datenstrom an die passiven Kopien auf den anderen Servern. Der Datenstrom ist verschlüsselt und komprimiert.

Erstellung und Verwendung von DAGs

Datenbankverfügbarkeitsgruppen werden über die Exchange Management Shell oder im Exchange Admin Center erstellt. In der Exchange Management Shell wird das Cmdlet New-DatabaseAvailabilityGroup verwendet.

Im Exchange Admin Center sind die Einstellungen über Server/Database Availabilty Groups zu finden. Bei einer DAG handelt es sich zunächst um ein leeres Objekt in Active Directory.

Werden der Datenbankverfügbarkeitsgruppe Server hinzugefügt, erstellt Exchange für sie automatisch einen Failover-Cluster. Teilweise kann es passieren, dass das Hinzufügen eines Exchange Servers fehlschlägt. In diesem Fall sollte der entsprechende Server neu gestartet und die Schritte wiederholt werden.

Mit dem Cmdlet Add-DatabaseAvailabilityGroupServer werden ebenfalls Postfachserver zu der DAG hinzugefügt. Exchange verwendet für die DAG einen weiteren Server, auf dem ein Ordner gespeichert wird, der Daten des Clusters enthält. Dieser Server (Zeugenserver) ist nicht Bestandteil des Clusters.

Auf allen Servern der DAG muss die gleiche Version des Betriebssystems installiert sein. Das gilt aber nicht für den Zeugenserver.

Abbildung 1: Eine neue Datenbankverfügbarkeitsgruppe erstellen.
Abbildung 1: Eine neue Datenbankverfügbarkeitsgruppe erstellen.

Als Ordnerbezeichnung für den Zeugenserver wird der lokale Ordner genutzt, zum Beispiel C:\DAG. Auf dem Zeugenserver muss nicht Exchange installiert sein. In diesem Fall muss der lokalen Administratorgruppe auf dem Zeugenserver die universelle Exchange-Sicherheitsgruppe Exchange Trusted Subsystem hinzufügt werden.

Soll eine DAG in der Exchange Management Shell erstellt werden, verwendet man folgenden Befehl:

New-DatabaseAvailabilityGroup -Name <Name der DAG> -WitnessServer <Zeugenserver> -WitnessDirectory <Zeugenordner>

Konfigurieren von DAGs

Im Exchange Admin Center werden zum Anpassen einer DAG deren Eigenschaften aufgerufen. Die DAG-Eigenschaften speichert Exchange im Active Directory. Über DAG-Mitgliedschaft werden die einzelnen Server festgelegt, auf denen Datenbanken mit DAGs abgesichert werden sollen. Die Datenbanken müssen anschließend aber ebenfalls hinzugefügt werden. Es müssen nicht alle Postfachdatenbanken auf einem DAG-Mitglied repliziert werden, aber Replikation ist nur für Datenbanken möglich, die Mitglied einer DAG sind.

Abbildung 2: So steuert man die Mitgliedschaft einer DAG.
Abbildung 2: So steuert man die Mitgliedschaft einer DAG.

Der nächste wichtige Schritt beim Verwenden von DAG ist die Aufnahme von Mitgliedern zu dieser Gruppe. Jeder Server, der Mitglied der DAG wird, nimmt Exchange als Cluster-Knoten in den zugrunde liegenden Windows-Cluster auf. Teilweise hat der Assistent ein Problem, wenn eine Neuinstallation des Servers aussteht, oder die Failover-Cluster-Verwaltung nicht installiert ist. Ist das Feature installiert und wurde der Server neu gestartet, sollten sich die Server nacheinander problemlos hinzufügen lassen.

Postfachdatenbankkopien einrichten

Eine DAG ist ein Gerüst. Postfachdatenbankkopien sind Replikate der Postfachdatenbanken auf den Mitgliedern der DAG. Datenbankkopien können im Exchange Admin Center oder mit dem Cmdlet Add-MailboxDatabaseCopy in der Exchange Management Shell erstellt werden.

Bei der Erstellung einer Kopie wird auch eine Zeitspanne für die Wiedergabeverzögerung der Transaktionsprotokolle angegeben. Die aktive Kopie der Postfachdatenbankkopie muss bereitgestellt sein.

Um eine Kopie zu erstellen, wird das Exchange Admin Center geöffnet. Die Einstellungen finden unter Server/Datenbanken statt. Nach dem Markieren einer Datenbank, und dem Klicken auf Weitere (die drei Punkte), kann über Datenbankkopie hinzufügen die Kopie erstellt werden.

Abbildung 3: Erstellen einer neuen Postfachdatenbankkopie.
Abbildung 3: Erstellen einer neuen Postfachdatenbankkopie.

Jede Kopie sollte eine eigene Nummer erhalten. Die Aktivierungseinstellungsnummer dient als Entscheidungsgrundlage, wenn bei einem Fehler eine Kopie aktiviert werden muss.

Sobald man die Konfiguration mit Speichern abgeschlossen hat, beginnt Exchange mit dem Seeding. Dabei werden die Daten von Quelldatenbank auf die Datenbankkopie übertragen.

Mit dem Cmdlet Get-MailboxDatabaseCopyStatus kann der Status der Replikation für die Datenbankkopie in der Exchange Management Shell angezeigt werden. Durch das Cmdlet Test-ReplicationHealth kann der Status der Datenbankverfügbarkeitsgruppe und der Replikation ebenfalls angezeigt werden.

Abbildung 4: Der Test der Replikation war erfolgreich.
Abbildung 4: Der Test der Replikation war erfolgreich.

Die Kopiervorgänge für die Replikation können deaktiviert werden. Dazu klickt man die Datenbanken an. Die entsprechenden Befehle sind im Exchange Admin Center auf der rechten Seite verfügbar.

Postfachdatenbankkopien als produktive Datenbank einsetzen

Beim Aktivieren einer passiven Postfachdatenbankkopie wird festgelegt, dass eine der erstellten Postfachdatenbankkopien zur produktiven Datenbank wird. Die bisherige Datenbank wird zur passiven Kopie.

Microsoft bezeichnet diesen Vorgang als Switchover. Die Datenbankkopie muss fehlerfrei und aktuell sein. Im Exchange Admin Center nimmt man die Einstellungen unter Server/Datenbanken vor. Durch den Klick auf die passive Postfachdatenbank und der Auswahl von Aktivieren.

Abbildung 5: Aktivieren einer passiven Datenbankkopie.
Abbildung 5: Aktivieren einer passiven Datenbankkopie.

Nächste Schritte

So deinstalliert man Exchange 2013 nach einer Migration.

Exchange 2019: Postfächer und Datenbanken im Griff behalten.

Exchange Enterprise- und Standard-Lizenzen richtig planen.

Erfahren Sie mehr über Collaboration-Software

ComputerWeekly.de

Close