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Anwendungsvirtualisierung: So finden Sie die beste Lösung

IT-Abteilungen müssen die Anwendungstypen ebenso sicher kennen wie Sicherheitsanforderungen und mehr, wenn sie Tools zur Anwendungsvirtualisierung bewerten.

Der Markt bietet heute einige Produkte für Application Virtualization, also die Virtualisierung von Anwendungen. Wer als IT-Abteilung in der Verantwortung steht, sich für eines dieser Produkte zu entscheiden, muss zunächst seinen Anforderungskatalog definieren. Letztlich steht die Auswahl immer unter den Anforderungen des Unternehmens, dessen spezifische Begleitumstände und den Zielvorgaben der IT-Abteilung.

Der erste Schritt einer Entscheidung für ein bestimmtes Produkt zur Anwendungsvirtualisierung sollte dem Blick darauf gelten, welche Features das Unternehmen benötigt. Von zentraler Bedeutung ist auch die Frage, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit die Benutzer ihre Anwendungen zu jeder Zeit und von überall aus mit der erforderlichen Leistungsfähigkeit verwenden können. Der Zugang muss außerdem so gestaltet sein, dass persönliche oder sensible Daten geschützt bleiben.

Kernpunkte der Bewertung für Produkte zur Anwendungsvirtualisierung

Streaming oder Remote Apps. Mit einer Virtualisierung über Streaming läuft die gesamte oder ein Teil der Anwendung auf dem Client, wenn der Benutzer die Anwendung startet. Im Fall einer Virtualisierung mit Remote Apps läuft die Anwendung auf dem Server und wird über das Netzwerk ausgeliefert, dies ähnelt der Bereitstellung von Desktops über eine VDI.

Anwendungstypen. Auch die Art der Anwendungen, die virtualisiert werden sollen, ist von erheblicher Bedeutung. Das können etwa Anwendungen für Microsoft Windows oder Linux sein, doch auch Bestandsanwendungen müssen oft Berücksichtigung finden.

In diesem Kontext ist auch zu ermitteln, ob es Applikationen zu betreiben gilt, die von anderen Anwendungen isoliert werden müssen, oder ob webbasierende oder SaaS-Anwendungen virtualisiert werden müssen. Außerdem sollten Sie alle Anwendungsarten ermitteln, die heute und in absehbarer Zukunft in Betracht kommen.

Verfügen Sie über dieses Wissen zu Ihren Anforderungen, so können Sie mit der Auswertung beginnen, welche Produkte diesen Rahmenbedingungen entsprechen.

Methodik der Anwendungsbereitstellung. Produkte zur Anwendungsvirtualisierung, die Remote Apps unterstützen, setzen in der Regel ein Remote-Display-Protokoll ein, um die Anwendung auf den Geräten der Benutzer bereitzustellen. In Bezug auf Leistung und Features unterscheiden sich diese Protokolle mitunter durchaus. Hier sollten Sie daher eine genauere Betrachtung vornehmen, um einen idealen Kandidaten für Ihre spezifischen Anforderungen zu finden.

Die großen Anbieter von Virtualisierungsprodukten wie Citrix und VMware bieten auch fortschrittliche Remote-Display-Protokolle an, die sowohl virtuelle Desktops als auch virtuelle Anwendungen bereitstellen können.

Benutzererfahrung. Die Interaktion des Benutzers mit der Software und die dabei entstehenden Benutzererfahrungen (User Experience, UX) sollten bei jeder Entscheidung für eine Software von Beginn an ein integraler Teil des Prozesses sein. Dazu gehört auch, dass Leistung und Verfügbarkeit einer Lösung zur Anwendungsvirtualisierung jederzeit gewährleistet sind.

Das Remote-Display-Protokoll kann in der Benutzererfahrung durchaus eine Rolle spielen. Doch auch andere Faktoren haben darauf Einfluss. Etwa in Hinblick darauf, ob eine Anwendung sowohl auf Bare Metal Servern wie auch auf virtuellen Servern betrieben werden kann. Ein umfangreicher Test der Produkte, die in die engere Wahl kommen, ist unerlässlich. Nur so kann zuverlässig gewährleistet werden, dass die Produktauswahl keine negativen Auswirkungen wie Produktivitätsverluste oder Frustrationen auf Benutzerseite mit sich bringt.

Sicherheit und Verwaltungsanforderungen. Um statische und dynamische Daten abzusichern, sowie Compliance und regulatorische Vorgaben zu erfüllen, muss auch die Ebene der Sicherheitsvorkehrungen berücksichtigt werden. Außerdem sollten Sie sicherstellen, dass auch Ihre Anforderungen an die Verwaltung erfüllt sind, etwa in Bezug auf Bereitstellung, Wartung und auf die Skalierung von Plattform, Anwendungen und Anwendungsdaten.

Backend und Integration. Die Lösung für die Anwendungsvirtualisierung muss wesentliche Systeme des Backends unterstützen und Integrationsfähigkeit aufweisen. Dies gilt für File-Server, Benutzerdatenhaltung oder Directory-Services. Sollen virtuelle Anwendungen in Verbindung mit virtuellen Desktops bereitgestellt werden, so ist zu berücksichtigen, wie gut diese beiden Systeme miteinander harmonieren.

Schließlich sollte auch sichergestellt sein, dass die Client-Software auf allen unterstützten Benutzergeräten ablauffähig ist. Der Citrix Receiver zum Beispiel kann mit Betriebssystemen wie Windows, Linux, Apple macOS, Google Android und Apple iOS genutzt werden.

Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2019 aktualisiert

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