Windows 10: Unternehmen und die neue App-Plattform von Universal Apps

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Große Gemeinsamkeit zwischen Universal Apps und Windows Store Apps

Die Architektur der Windows Runtime, wie sie bereits mit der ersten Version von Windows 8 vorgestellt wurde, bleibt im Grunde auch mit Windows 10 und Universal Apps unverändert bestehen.

Universal Apps bewegen sich dabei im Bereich der Touch-optimierten App-Plattform, die zunächst Metro, später Modern UI genannt wurde. Diese Windows-Store-Apps haben folgende Charakteristika:

Anders als die klassischen Desktop-Anwendungen, die mit C/C++, C# oder Visual Basic entwickelt werden, basieren Modern-UI-Apps auf der Windows Runtime, auch WinRT genannt und nicht mit Microsofts ARM-Betriebssystem Windows RT zu verwechseln. WinRT verfügt nur über einen Teilbereich der Win32-APIs, die für Desktop-Anwendungen zum Einsatz kommen, sowie über ein Set eigener Programmierschnittstellen. WinRT zielt damit vor allem auf Sicherheit und mobile Performance ab.

Modern-UI-Anwendungen werden in einer Sandbox ausgeführt, bei der jede Anwendung über ihren eigenen, isolierten Speicherplatz und von Haus aus nur über begrenzte Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Anwendungen verfügt. Enterprise-Anwendungen können diese Beschränkungen bei Bedarf allerdings umgehen. Das Entwicklungsmodell ist getreu dem aktuellen Microsoft-Motto („Mobile First, Cloud First“) sehr Cloud-zentriert, Daten werden standardmäßig auf diesen Endgeräten beispielsweise nur aus Gründen der Performance oder der Offline-Nutzung gespeichert.

Apps werden entweder über den Windows Store, System Center Configuration Manager oder Microsoft Intune bereitgestellt. Unternehmen haben aber ebenfalls die Möglichkeit des Enterprise-Sideloading mit oder ohne eigenen Firmen-App-Store. Für den Endanwender ist die Installation ohne große Setup-Vorgänge einfach und schnell durchführbar, genauso wie das Deinstallieren von Anwendungen.

Windows-Store-Apps unterstützen verschiedene Entwicklungsansätze: Entwickler können .NET-Sprachen wie C# und Visual Basic, C++, HTML und JavaScript oder grafikbeschleunigtes DirectX verwenden. Anders als bei individuell erstellen Benutzeroberflächen wird das User Interface von Windows-Store-Apps entweder in XAML, einer auch von Silverlight  und WPF (Windows Presentation Foundation) verwendeten XML-Sprache, oder in der JavaScript-Library WinJS entwickelt.

Universal Apps in Windows 10 bauen auf dieser Architektur auf, bringen aber zentrale Unterschiede mit. Ein Unterschied betrifft die Ausführung von Universal Apps in Desktop-Fenstern, deren Größe wie bei herkömmlichen Desktop-Anwendungen anpassbar ist. Dieses Zugeständnis an die Desktop-Nutzung lässt Modern-UI-Anwendungen mehr wie klassische Desktop-Anwendungen wirken, trotzdem unterscheidet sich die darunterliegende Architektur aber natürlich noch immer deutlich von der klassischer Desktop-Anwendungen.

Ein weiterer zentraler Unterschied ist .NET Native, mit dem sich C#-Code zu WinRT-nativem C++ kompilieren lässt. Weitere .NET-Sprachen dürften in Kürze folgen. Derartig kompilierte Anwendungen besitzen keine Abhängigkeiten zur .NET-Runtime mehr, was abhängig von der Art der Anwendung zu schnelleren Startvorgängen und generell einer besseren Performance führen kann.

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