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Veeam präsentiert Veeam Backup & Replication v11

Rund 200 Optimierungen hat Veeam seiner neuen Version von Backup & Replication spendiert. Darunter sind CDP, optimierter Ransomware-Schutz und die Unterstützung für Google Cloud.

Das Unternehmen hat sein Flaggschiffprodukt Backup & Replication umfassend aufpoliert und bietet nun mit Version 11 die neuste Generation der Software an. Der Hersteller selbst sieht es als 4-in1-Lösung an, die Storage Snapshots, Backup, Replikation und Continuous Data Protection (CDP) in einer Plattform vereint.

CDP ist eine der neuen Funktionalitäten, die nun zum Produktumfang gehört. Mit dieser Funktion will der Anbieter seinen Kunden so genannte Near-Zero-RPOs (Recovery Point Objectives) und somit minimalen (am besten gar keinen) Datenverlust ermöglichen. Gerade kritische Workloads sollen so besser abgesichert sein. Mit herkömmlicher Snapshot-Technologie kommt man oft nur auf einen RPO von 15 Minuten. Die Funktion basiert auf dem VMware API for I/O-Filtering. Damit lassen sich alle Schreibvorgänge einer virtuellen Maschine duplizieren und an einem Disaster-Recovery-Standort ablegen. Der Prozess läuft transparent und beeinträchtigt die Leistung der produktiven VMs in keiner Weise. Diese asynchrone Replikation erfolgt im Sekundenbereich, mit dem kleinsten wählbaren Zeitraum von zwei Sekunden. Damit ließe sich ein maximaler Datenverlust von zwei Sekunden erreichen.

Ein weitere umfassende Funktionserweiterung erfolgte mit Reliable Ransomware Protection, was unveränderliche (immutable) Backups, die über Linux-Repositories gewährleistet werden. Die Dateien werden dabei mit einem Zeitstempel versehen und können danach nicht verändert oder gelöscht werden. Das Linux-System sollte trotzdem so getrennt sein, dass ein Remote Einloggen nicht möglich ist, beispielsweise durch das Abschalten des SSH-Zugangs oder dadurch, dass der Root-User sich nicht remote einloggen kann.

Des Weiteren ist nun eine Datenarchivierung in der Cloud (Archive-to-Cloud) möglich die für günstige und langfristige Datenaufbewahrung sorgen soll. Dafür werden die Objektspeicher AWS S3 Glacier und Microsoft Azure Blob genutzt, was Anwendern Bandlösungen ersparen und ein vollständiges Backup-Lebenszyklus ermöglichen soll. Eine Google-Cloud-Option soll folgen. Veeam berechnet dabei keine Kosten für den Datentransfer, der Policy-basiert erfolgt, in die Cloud.

Auch die Funktion des Instant Recovery wurde in der Version 11erweitert. So lassen sich jetzt SQL- und Oracle-Datenbanken mittels Instant Recovery wiederherstellen sowie NAS-Systeme. Das soll niedrige Recovery Time Objectives garantieren. Das Disaster Recovery ermöglicht hierbei eine höhere Flexibilität, da sich jegliche Veeam-Backups nun auch in Microsoft Hyper-V unmittelbar wiederherstellen lassen.

Neben den vielen Neuerungen seines Flagship-Produkts hat der Hersteller auch andere Lösungen aufgefrischt. Dazu gehören Veeam ONE v11, Veeam Agent for Linux v5, Veeam Agent for Microsoft Windows v5, Veeam Service provider Console v5 sowie neue und aktualisierte Plug-Ins. Mit Veeam Agent for Mac kommt zudem ein weiteres neues Produkt auf die Portfolioliste. Dieses Produkt wendet sich an Unternehmenskunden, die zahlreiche Mac-Systeme in ihrer Infrastruktur nutzen, welche auch abgesichert werden müssen. Der Agent erlaubt eine zentrale Sicherung dieser Systeme.

Veeam ONE ist ein Monitoring-Reporting-Tool, das einen Abgleich zwischen Backup-Software und vorhandener Infrastruktur erstellt und somit herausfinden kann, ob wirklich alle Systeme im Backup erfasst sind. Darüber hinaus prüft es, ob die Backup-Jobs erfolgreich erledigt wurden sowie welche SLAs vorhanden sind und ob diese erfüllt wurden. Zudem kann es hilfreich sein, um eventuelle Ransomware-Attacken zu erkennen, denn das Tool erkennt, wenn bei inkrementellen Backups unverhältnismäßige Größen erreichen, was ein Indikator für eine Teilverschlüsselung sein kann.  

Bei Veeam Service Provider Console handelt es sich um kostenlose Software (Portallösung), die Service Providern helfen soll, Veeam-basierte Services anzubieten. Veeam selber bietet keine Cloud-Dienste (zum Beispiel BaaS oder DRaaS) an, will aber den CSPs die Verwaltung vereinfachen.

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