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Optimale Recruiting-Prozesse mit Softwareunterstützung

Effiziente Recruiting-Prozesse und langfristige Mitarbeiterbindung: Softwaregestützte Empfehlungsprogramme eröffnen Recruitern neue Möglichkeiten und Netzwerke.

One-Click-Bewerbungen via Xing, automatische Übernahmen von Bewerberdaten (CV-Parsing) und Multiposting von Stellenanzeigen auf verschiedenen Jobportalen – die Digitalisierung bietet Unternehmen und Bewerbern mittlerweile viele Komfortfunktionen, um den komplexen Bewerbungsprozess zu vereinfachen.

Allerdings stehen HR-Abteilungen gerade in der IT-Branche, wo der Fachkräftemangel in Deutschland am deutlichsten zu spüren ist, weiterhin unter großem Druck. Allein im vergangenen Jahr stieg die Anzahl der offenen IT-Stellen um 49 Prozent, so eine Bitkom-Studie. Für Recruiter bedeutet das: Sie müssen neue Wege gehen und potenzielle Kandidaten direkt ansprechen – zum Beispiel über relativ neue Kanäle wie Social Media.

Soziale Netzwerke zu Talentpools machen

Eine weitere Möglichkeit, neue Talente zu entdecken, die zunehmend an Beliebtheit gewinnt, sind Mitarbeiterempfehlungsprogramme: Mit diesen Initiativen können Angestellte mit einer Softwarelösung direkt Personen aus ihrem Bekanntenkreis auf offene Stellen in ihrem Unternehmen hinweisen – eine ungleich effektivere und persönlichere Ansprache im Vergleich zu klassischen Stellenausschreibungen oder Anzeigen. Und das zahlt sich aus: Laut dem Karriereportal Monster sind Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programme mittlerweile unter den Top-5-Rekrutierungsarten.

Für die Firma ergeben sich aus der Mobilisierung interner Talentscouts gleich mehrere Vorteile. Zunächst eröffnet sich ihnen dadurch ein riesiger Pool aus Neukandidaten. Denn gerade im Zeitalter der zunehmenden Vernetzung über Social-Media-Plattformen verfügt jeder Mitarbeiter vermutlich über zahlreiche ähnlich qualifizierte Kontakte. Und neben den fachlichen Kompetenzen können werbende Mitarbeiter auch gleich Einschätzungen zur Persönlichkeit, Teamfähigkeit und Arbeitsmotivation des Kandidaten liefern. Umgekehrt gehen Bewerber ebenfalls nicht blind in das Vorstellungsgespräch, sondern können sich vorab ein Bild der Unternehmenskultur machen und ungefilterte Eindrücke der Dynamiken an ihrem potenziellen neuen Arbeitsplatz einholen.

Gerade diese menschliche Dimension ist auch im Zeitalter von künstlicher Intelligenz und Co. ein entscheidender Faktor für Personalentscheidungen. Eine Studie des Job- und Werbeportals Firstbird (PDF) zeigt außerdem, dass Mitarbeiter, die über eine Empfehlung ins Unternehmen kommen, dem Arbeitgeber im Schnitt 25 Prozent länger treu bleiben. Nicht zuletzt fördern Geld- oder Sachboni oder ein schlichtes Dankeschön für eine erfolgreiche Empfehlung auch die Motivation des bestehenden Mitarbeiterstamms.

Schnittstelle zum Bewerbermanagementsystem ist unerlässlich

Bei der Anbieterauswahl eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms sollten Unternehmen darauf achten, dass es sich nahtlos in bestehende eRecruiting-Strukturen, also das Bewerbermanagementsystem, integrieren lässt.

MHM HR bietet in seiner E-Recruiting-Lösung bereits die dafür notwendigen Schnittstellen an. Über diese werden die Stellenausschreibungen automatisch in die Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Lösung importiert. Angestellte können diese dann über integrierte Schaltflächen mit ihren Kontakten teilen, zum Beispiel via E-Mail, Twitter, LinkedIn oder Whatsapp. Bewirbt sich ein empfohlener Kandidat, fließen seine Bewerbungsunterlagen direkt zurück in die Bewerbermanagementlösung. Über individuelle Tracking-Links lässt sich anschließend nachverfolgen, welcher Bewerber über welchen Mitarbeiter kam. Auf diese Weise ist es auch einfach zu ermitteln, welcher Mitarbeiter jeweils für sein Engagement belohnt werden muss.

Steffen Michel, MHM HR

„Wenn es um die Einschätzung der individuellen Bedürfnisse von Bewerbern und Mitarbeitern geht, haben menschliche Recruiter den Computern immer noch einiges voraus – und das gilt nicht nur für die Personalabteilung.“

Steffen Michel, MHM HR

„Empfehlungsprogramme sind im Zeitalter der persönlichen und beruflichen Vernetzung eine wertvolle Ergänzung für Recruiter und HR-Abteilungen“, erklärt Arnim Wahls, CEO und Gründer von Firstbird. „Statt fünfstellige Beträge für Headhunter auszugeben, mobilisieren Unternehmen so die Netzwerke ihrer Mitarbeiter und finden effektiv und kostengünstig passende Kandidaten. Gleichzeitig verbessert diese aktive Teilnahme am Personalmanagement den internen Zusammenhalt der Teams und ist ein großes Plus für das Betriebsklima.“

Fazit

Auch wenn die zunehmende Automatisierung sowie der Einsatz von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz Recruitern den Arbeitsalltag erleichtern, sollten sie eines nicht vergessen: Wenn es um die Einschätzung der individuellen Bedürfnisse von Bewerbern und Mitarbeitern geht, haben menschliche Recruiter den Computern immer noch einiges voraus – und das gilt nicht nur für die Personalabteilung. Die eigenen Mitarbeiter zu Talent Scouts zu machen, ist daher insbesondere in Zeiten des IT-Fachkräftemangels ein vielversprechender Ansatz, um die begehrten Spezialisten ins Unternehmen zu holen und dabei auch noch Recruiting-Kosten einzusparen.

Über den Autor:
Steffen Michel ist Geschäftsführer und Gründer von MHM HR, einem führenden Anbieter von E-Recruiting- und Talentmanagementsoftwarelösungen. Michel verfügt über mehr als 25 Jahre kaufmännische Erfahrung, umfassende Kenntnisse im Bereich HR-Software und hat MHM HR seit der Gründung 2001 kontinuierlich zu einem der führenden deutschen Anbieter für maßgeschneiderte HR-Software auf Basis von Systemstandards ausgebaut. Heute steht das Unternehmen für kompetente Beratung und innovative HR-Lösungen.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder und entsprechen nicht unbedingt denen von ComputerWeekly.de.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2019 aktualisiert

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