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Digitale Transformation als Schlüsselfaktor der Resilienz

2020 war eines der herausforderndsten Jahre der jüngsten Vergangenheit. Ohne technologischen Innovationen wären die Folgen der Coronapandemie allerdings noch dramatischer gewesen.

Durch ehrgeizige und permanente Aktivitäten und Fortschritte im Kontext der digitalen Transformation ist die Gesellschaft widerstandsfähiger denn je geworden. Der Dank dafür gebührt Innovatoren, Strategen, Entwicklern, Programmierern, Ingenieuren, IT-Managern, Business-Architekten – und ganz klar der Software.

Allerdings ist bei Weitem noch nicht alles eitel Sonnenschein. Nach wie vor gibt es viel zu tun, um die ernsthaften Herausforderungen im Zusammenhang mit dem gleichberechtigten Zugang zu Technologie, der Diversität von Teams und dem Umgang mit den gesellschaftlichen und psychologischen Auswirkungen unserer virtuellen Always-on-Welt zu bewältigen. In etlichen Fällen vergrößert die Technologie die wirtschaftlichen Ungleichheiten. Folglich besteht die moralische Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Technologie nicht die Menschen vergisst.

Aber trotz alledem haben die Fortschritte gerade in der Softwareentwicklung und -bereitstellung dazu beigetragen, 2020 besser auf die unvorhersehbaren Ereignisse reagieren zu können. Der Wendepunkt dafür liegt im Jahr 2006.

Rückblick auf 2006

Hätte die CODIV-19-Pandemie die Welt 2006 getroffen, wären das Privat- und Arbeitsleben sowie das Bildungswesen noch massiver beeinträchtigt gewesen, allein schon durch einen begrenzten Internetzugang. 2006 hatte nicht einmal die Hälfte aller Internetnutzer Zugang zu Breitband. Anbieter von Videokonferenzsoftware waren noch dabei, den Markt zu definieren, und Webcams waren gerade erst Standard bei Laptops geworden. Außerdem waren Laptops noch kostspielig.

Insgesamt hätte die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, nur für eine begrenzte Zahl von Personen und global betrachtet nur für bestimmte geografische Gebiete bestanden – mit Sicherheit nicht für die breite Masse. Distanzunterricht, wie wir ihn kennen, wäre im Wesentlichen unmöglich gewesen.

Die meisten Verbraucher in Deutschland kauften 2006 in stationären Ladengeschäften ein und hatten noch nie ein Produkt online erworben. Die Einkaufszentren in den deutschen Großstädten hatten extrem niedrige Leerstandsquoten und Einzelhändler verzeichneten hohe Umsätze. Optionen für Lebensmittel- oder Essenslieferungen bestanden kaum. 2006 hätte ein abrupter Eintritt in Quarantäne mit der Schließung des Einzelhandels also zu massiven Problemen in der Versorgung der Bevölkerung geführt.

2006 war allerdings auch der Startpunkt der zunehmenden virtuellen Vernetzung von Menschen. Twitter startete Mitte 2006 und Facebook öffnete sich im September 2006 über Hochschulen und Universitäten hinaus. 2007 kam dann das iPhone von Apple auf den Markt. Durch die ersten Social-Media-Kanäle bekamen die Menschen einen Eindruck davon, wie man sich über Grenzen und Zeitzonen hinweg verbinden kann.

Darüber hinaus war 2006 das Jahr, in dem Cloud Computing zu einem bekannten Begriff wurde, als ihn Google-CEO Eric Schmidt auf einer Branchenkonferenz einführte. Schon bald folgte die entsprechende Technologie. Amazon startete Amazon Web Services (AWS).

Fortschritte der digitalen Transformation

Was hat sich nun zwischen 2006 und heute konkret geändert? Es ist eine Menge. Zu den zahlreichen signifikanten Fortschritten der digitalen Transformation hinsichtlich der Schnittstelle von Unternehmen und Kunden sowie des Themas Kundenservice zählen unter anderem:

  • Die Weiterentwicklung der mobilen Technologie trieb die Ausweitung von Dienstleistungen voran und schuf eine Armada von Außendienstmitarbeitern.
  • Die Konzeption von skalierbaren und intelligenten Systemen unterstützte auch flexible Lieferketten.
  • Die Einführung von IVR-Systemen (Interactive Voice Response) und Chatbots sowie die Dezentralisierung von Callcentern verbesserten den Customer Service.
  • Die Entwicklung von Lösungen wie intelligenten virtuellen Assistenten, Natural Language Processing (NLP) oder kontextbezogenen Web-Self-Services brachten eine entscheidende Unterstützung von Callcentern.
  • Die Investitionen in Versicherungs- und Gesundheitssysteme boten Menschen bessere Versorgungs- und Behandlungsmöglichkeiten.
  • Die größere Internetbandbreite, REST-Architekturen und APIs halfen dabei, Unternehmen mit Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden.

Heute ermöglichen Fortschritte wie Microservices, zentralisierte KI-Entscheidungs-Tools oder die Low-Code-Applikationsentwicklung den Unternehmen, agiler, reaktionsfähiger und widerstandsfähiger als jemals zuvor zu sein.

Resilienz durch digitale Transformation

Die intelligenten Investitionen in die digitale Transformation in den letzten Jahrzehnten hat die Gesellschaft weiter nach vorne gebracht. Es wurde viel gute Arbeit geleistet, und die Menschheit sollte stolz auf das bisher Erreichte sein. Dennoch gibt es noch viel zu tun.

Don Schuerman, Pegasystems

„Die intelligenten Investitionen in die digitale Transformation in den letzten Jahrzehnten hat die Gesellschaft weiter nach vorne gebracht.“

Don Schuerman, Pegasystems

Wir leben in einer Gesellschaft, in der die digitale Transformation noch viele positive Veränderungen bewirken kann. Sie muss dabei zur Stärkung der Resilienz und zur Schaffung einer Gleichberechtigung in der Ressourcen- und Infrastrukturnutzung beitragen, etwa im Gesundheitswesen. Dazu gehören zum Beispiel die gemeinsame Forschung, die Identifizierung und das Management von Ausbrüchen von Infektionskrankheiten oder der Supply-Chain-Support bei Therapeutika und Impfstoffen.

Konkret geht es darum, Menschen in Not mit Organisationen und Behörden zusammenzubringen, die Dienstleistungen anbieten, und Technologie zu nutzen, die gefährdete Bevölkerungsgruppen proaktiv unterstützt. Darüber hinaus besteht die Aufgabe darin, physische und finanzielle Sicherheitsnetze zu schaffen und vor allem einen gleichberechtigten Zugang zu Internet, Computern und Mobilgeräten für alle zu gewährleisten.

Auf jeden Fall hat uns die Technologie in der Coronakrise geholfen, die Wirtschaft am Laufen zu halten und untereinander in Verbindung zu bleiben. Allerdings ist damit das Ende noch nicht erreicht. Das fortgesetzte Engagement im Bereich der digitalen Transformation muss dazu beitragen, die Gesellschaft für zukünftige Herausforderungen noch resilienter zu machen.

Über den Autor:
Don Schuerman ist CTO und Vice President of Product Marketing bei Pegasystems und verantwortlich für die Industry-Leading-Plattform und CRM-Anwendungen von Pega. Er verfügt über 20 Jahre Erfahrung in der Bereitstellung von Softwarelösungen für Fortune-500-Organisationen, mit Schwerpunkten auf Digitaler Transformation, Mobilität, Analytics, Geschäftsprozessmanagement, Cloud und CRM. Zudem hat Don Schuerman Enterprise-Software-Implementierungen federführend umgesetzt und verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Technologie- und Architekturberatung für leitende Geschäfts- und Technologie-Führungskräfte von Fortune-500-Organisationen –  darunter American Express, Citibank, JP Morgan Chase und BP.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder.

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