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Wie sich RapidAPI zum Antreiber der API-Ökonomie entwickelt

Das Start-up RapidAPI möchte mit seinem Marktplatz Entwicklern den Austausch von APIs erleichtern. Dafür erhält das Unternehmen prominente Unterstützung von Microsoft.

RapidAPI wurde 2015 in Tel Aviv gegründet und hat sich seitdem zu einem Marktplatz entwickelt, auf dem derzeit weltweit rund eine Million Entwickler insgesamt 10.000 Programmierschnittstellen (APIs) austauschen.

Seit der Gründung konnten RapidAPI Mitbegründer Iddo Gino und sein Team insgesamt 38 Millionen Dollar Investitionskapital einsammeln und das Start-up in einem riesigen und hochprofitablen Markt positionieren. Aufgrund des massiven Wachstums in den vergangenen vier Jahren hat das Unternehmen mittlerweile seinen Hauptstandort nach San Francisco verlegt.

API-Markt wächst rasant

Entwickler verwenden Programmierschnittstellen, um neue Anwendungen oder Dienste zu kreieren. Viele Unternehmen verlassen sich bei der Entwicklung ihrer Programme dabei auf Services wie RapidAPI.

Die Marktforscher verschiedener Analystenhäuser erwarten, dass der Markt für APIs exponentiell wächst. Laut einer Studie von MarketsAndMarkets setzte allein das Segment für API-Management im Jahr 2018 1,2 Milliarden Dollar um – bis 2023 erwarten sie ein Wachstum auf 5,1 Milliarden Dollar. Die Forscher von Allied Market Research prognostizieren für den Cloud API-Markt ein jährliches Wachstum von rund 20 Prozent bis 2026. Bis dahin soll dieses Segment einen Umsatz von 1,78 Milliarden erwirtschaften.

RapidAPI möchte nach eigenen Angaben einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben. Bereits heute zählen Unternehmen wie Rakuten, Cisco, eBay, Tata und die Hotelkette Hyatt zu ihren Kunden.

Websites wie Expedia, eBay oder Salesforce generieren mehr als die Hälfte ihres Umsatzes über APIs – ebenfalls mit Unterstützung von RapidAPI. Das ist der Hauptgrund, warum das Start-up einige Big Player für seine Plattform als Partner gewinnen konnte. Die größte Unterstützung erfährt das Unternehmen dabei von Microsoft, unter deren Führung RapidAPI in einer Serie-B-Finanzierungsrunde 25 Millionen Dollar Investitionskapital im Juni 2019 einsammeln konnte.

Von der API-Bibliothek zum Marktplatz

Zusammen mit Mitbegründer Mickey Haslavsky (heute GM) entwickelte CEO Iddo Gino die erste Version von RapidAPI im Jahr 2015. Mit ihrem Ansatz wollten die beiden Gründer verschiedene Probleme bei der Entwicklung und Bereitstellung von Programmierschnittstellen beseitigen. So erfordert die eigenständige Entwicklung von APIs spezifisches Know-how, eigene (große) Entwicklungsteams und lange Entwicklungszyklen. Das verursacht entsprechende Kosten für Programmierung und anschließende Wartung.

 „Wir haben unsere Lösung damals auf GitHub übertragen und waren überrascht, als wir sahen, dass nach ein paar Monaten 5.000 Entwickler damit arbeiteten.“ Die Lösung war anfangs lediglich eine Art API-Bibliothek und präsentierte sich als ergänzendes, nicht-kommerzielles Projekt.

Unter der Leitung von Gino hat sich die API-Bibliothek zu einer eigenen Plattform für die Entwicklung und Vermarktung von mehr als 10.000 APIs entfaltet. „Heute nutzen eine Million Entwickler unseren Marktplatz und wir verarbeiten etwa 400 Milliarden API-Aufrufe“, sagt er.

 „Mit unserem Ansatz vermeiden wir einige Fallstricke bei der Entwicklung eigener APIs. Wir ermöglichen es Entwicklern, genau die API zu finden und einzusetzen, die sie benötigen“, erläutert Gino. „Außerdem bieten wir Entwicklern und Organisationen über Software-Workshops Zugang zu den APIs, so dass sie mit Unterstützung unserer Plattform ihre Anwendungen entwickeln können.“

Abbildung 1: Laut Iddo Gino, Mitbegründer von RapidAPI, entdecken immer mehr Unternehmen die Vorteile öffentlich bereitgestellter APIs.
Abbildung 1: Laut Iddo Gino, Mitbegründer von RapidAPI, entdecken immer mehr Unternehmen die Vorteile öffentlich bereitgestellter APIs.

Die Plattform bietet darüber hinaus Analysen und Berichte zur Nutzung und Überwachung der APIs. Auf diese Weise können Entwickler zum Beispiel feststellen, welche Endpunkte und Geräte am häufigsten auf eine API zugreifen oder wo oft Fehler auftreten.

RapidAPI kann außerdem einen API-Hub für Unternehmen bereitstellen, die gleiche oder ähnliche Funktionen ausführen. Die Zugriffsverwaltung auf diese API-Datenbank erfolgt in Form einer Whitelist. Die zugrunde liegende Datenbank stammt vom russischen Internetdienstleister und Suchmaschinenanbieter Yandex.

Das Start-up stellt zwei Optionen für die Bereitstellung, Entwicklung und Pflege der APIs zur Verfügung:

  • RapidAPI for Teams eignet sich für die Veröffentlichung von internen APIs und Microservices. Entwickler können das Angebot kostenlos testen.
  • Mit RapidAPI for Enterprises können die Entwickler in Unternehmen eigene Programmierschnittstellen und dedizierte API-Lösungen entwickeln und im Marktplatz anbieten.

Weitere Informationen dazu und den bereits veröffentlichen APIs erhält man auf der Website von RapidAPI.

Anmerkung der Redaktion: RapidAPI stellte seine Plattform im Rahmen der IT Press Tour vor, die mehrmals im Jahr Besuche bei Start-ups und IT-Unternehmen organisiert.

Nächste Schritte

APIs sind nützlich – und ein Einfallstor für Bedrohungen.

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