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Wie Caeves Dark Data für Datenanalysen und KI zugänglich macht

Caeves macht Dark Data nutzbar: die Intelligent Deep Storage-Plattform soll Kosten senken und mehr Unternehmensdaten in Microsoft Azure integrieren, um neue Use Cases zu eröffnen.

Mit dem rasanten Wachstum unstrukturierter Daten stehen Unternehmen zunehmend vor einem strukturellen Problem: Ein Großteil ihrer Daten ist zwar in Cloud-Speicherdiensten oder auf eigenen Servern gespeichert, aber nur begrenzt nutzbar. Hier positioniert sich Caeves als Anbieter im Bereich Cloud Storage und AI-ready Data Infrastructure.

Dark Data für KI zugänglich machen

Caeves wurde 2025 von Shirish H. Phatak (CEO und CTO) gegründet und hat seinen Hauptsitz in den USA. Das Unternehmen operiert im Umfeld von Cloud Storage, Datenmanagement und künstlicher Intelligenz (KI) und adressiert insbesondere Enterprise-Kunden mit umfangreichen Datenbeständen.

Der zentrale Anspruch von Caeves besteht darin, Dark Data – also archivierte, kaum genutzte Daten – zugänglich und wirtschaftlich nutzbar zu machen. Dabei versteht sich Caeves primär als Plattform für datengetriebene Wertschöpfung.

„Wir wissen, dass 80 bis 90 Prozent der Daten in Unternehmen unstrukturiert sind. Und der Großteil der unstrukturierten Daten sind Dark Data“, sagt Jaap van Duijvenbode, Mitbegründer von Caeves und als Vice President Product und Customer Experience für Produktstrategie und Kundenorientierung verantwortlich. „Dark Data ist für KI-Dienste nicht zugänglich.“ Dieses Problem möchte Caeves mit seiner Plattform adressieren.

Caeves ist derzeit vollständig auf Microsoft Azure ausgerichtet und wird direkt innerhalb der Kundenumgebung betrieben, was insbesondere für Compliance- und Sicherheitsanforderungen in europäischen Unternehmen relevant sein kann. In Zukunft sollen aber auch andere Umgebungen bedient werden.

Jaap van Duijvenbode, Caeves
Abbildung 1: Laut Jaap van Duijvenbode bleibt ein Großteil der von Unternehmen gesammelten Daten ungenutzt. Für Unternehmen mit einem Microsoft-Ökosystem kann die Lösung von Caeves Daten einfacher zugänglich machen.

Technologie: Intelligent Deep Storage

Kernprodukt von Caeves ist Intelligent Deep Storage. Dabei handelt es sich um eine softwaredefinierte Storage-Plattform, die klassische Dateisysteme mit Object-Storage-Technologie verbindet.

Technologisch basiert der Ansatz auf mehreren Prinzipien:

  • Transparentes Tiering und Kostenoptimierung: Daten werden automatisiert über verschiedene Speicherklassen hinweg verschoben (Hot, Cool, Cold, Archive), ohne dass Nutzer oder Anwendungen dies bemerken. Dadurch lassen sich Speicherkosten laut van Duijvenbode um bis zu 70 Prozent reduzieren.
  • Zugänglichkeit und Metadaten: Im Gegensatz zu klassischen Archivlösungen bleiben Daten jederzeit direkt zugänglich. Gleichzeitig bleiben Dateistruktur, Metadaten und Berechtigungen vollständig erhalten.
  • Native Integration in Microsoft-KI: Ein wesentliches Merkmal ist die direkte Integration mit Microsoft 365 Copilot sowie die Microsoft-Suche. Dadurch können auch historische Datenbestände in KI-gestützte Analysen und Retrieval-Augmented Generation (RAG) eingebunden werden.
  • Deployment im Kunden-Tenant: Die Plattform läuft vollständig innerhalb des Azure-Tenants des Kunden, wodurch kein Vendor Lock-in durch externe Kontrollinstanzen entsteht.

In Summe positioniert sich Caeves technologisch als Brücke zwischen klassischem Archivspeicher und modernen Data-Lake- beziehungsweise KI-Plattformen.

Caeves Preisstruktur
Abbildung 2: Der Einstieg in Caeves ist kostenlos. Darüber hinaus bietet das Unternehmen eine Preisstruktur an, die sich an unterschiedlichen Unternehmensgrößen orientiert.

Go-to-Market- und Unternehmensstrategie

Die Go-to-Market-Strategie von Caeves ist auf Enterprise-Kunden im Microsoft-Ökosystem ausgerichtet und folgt mehreren strategischen Leitlinien:

  • Vertrieb über Microsoft Marketplace: Die Lösung wird direkt über den Microsoft Marketplace vertrieben, was eine niedrige Einstiegshürde und schnelle Implementierung ermöglicht.
  • Einfaches Einstiegsmodell: Ein kostenloses Einstiegsangebot (die ersten 5 TB sind kostenfrei) senkt die Einstiegshürde und ermöglicht Pilotprojekte, die anschließend in größere Deployments überführt werden.
  • Integration statt Disruption: Die Lösung erfordert keine Änderungen bestehender Workflows oder Anwendungen, da sie über bekannte Schnittstellen integriert wird.
  • KI als Wachstumstreiber: Durch die enge Verzahnung mit KI-Anwendungen wird Storage als strategische Grundlage für KI-Use-Cases positioniert – ein Differenzierungsfaktor gegenüber klassischen Storage-Anbietern.

Fazit

Caeves adressiert ein zentrales Problem moderner IT-Landschaften: die Diskrepanz zwischen exponentiellem Datenwachstum und begrenzter Nutzbarkeit archivierter Daten. Mit seinem Ansatz möchte das Unternehmen Kosteneffizienz, Datenzugänglichkeit und KI-Integration verbinden.

Strategisch profitiert Caeves derzeit noch von der Fokussierung auf das Microsoft-Ökosystem und möchte datengetriebene Innovationen ermöglichen. Auch wenn das Unternehmen noch in einer frühen Phase ist, deutet die Produktstrategie sowie der Fokus auf konkrete Geschäftsergebnisse auf ein erhebliches Marktpotenzial hin.

 

Caeves stellte seine Produkte im Rahmen der IT Press Tour (in Athen) vor, die mehrmals im Jahr Besuche bei Start-ups und IT-Unternehmen organisiert.

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