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Die IoT-Dienste von Microsoft Azure im Überblick

Geräte verwalten und überwachen, Daten analysieren und Sicherheit gewährleisten. Microsoft bietet eine Reihe von Azure-Diensten, die Admins die IoT-Integration erleichtern können.

Im privaten Umfeld wie in Produktionsumgebungen sind IoT-Geräte (Internet of Things) in mannigfaltiger Ausprägung längst Alltag. Und eines haben die meisten dieser Geräte gemein: Sie sammeln Daten. Ob als Anbieter von intelligenten Geräten oder als Anwenderunternehmen, dass die Geräte einsetzt: Die Daten müssen verarbeitet werden.

Microsoft bietet ein großes Portfolio an speziellen IoT-Diensten in Azure. Unternehmen können damit die Geräte verbinden, verwalten oder auch sichern. Dabei stehen viele Vorlagen zu Verfügung, um den Entwicklungsprozess zu beschleunigen. Selbstredend lassen sich auch eigene Projekte entwickeln. Wir haben eine Übersicht wichtiger Azure-IoT-Dienste zusammengestellt.

Azure IoT Hub

Azure IoT Hub verwaltet und überwacht IoT-Einheiten in der Cloud. Die Überwachungsfunktion erlaubt es, unterschiedlichste Ereignisse zu verfolgen, etwa bei Geräteausfall und Verbindungen. Admins können so den Systemzustand immer im Blick behalten. Für die Geräte lassen sich individuelle Identitäten und Anmeldeinformationen einrichten, um die Sicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus ist es möglich, Nachrichtenrouten an andere Azure-Dienste zu definieren. Unterstützt werden eine Reihe von Sprachen wie etwa Node.js, .NET, Java oder auch Python. Azure IoT Hub kann zusammen mit Azure Event Grid, Azure Logic Apps, Azure Machine Learning und Azure Stream Analytics zusammenarbeiten.

Azure IoT Edge

IoT Edge ist ein Dienst der auf Azure IoT Hub basiert, die Daten werden jedoch direkt auf den Geräten und nicht in der Cloud analysiert. Dies reduziert die Zeit, die für die Kommunikation mit der Cloud notwendig wäre. Somit verkürzt sich die Zeit, die benötigt wird, um vor Ort Erkenntnisse zu gewinnen. Die Dienste oder eigenen Workloads laufen in Standardcontainern auf den Endgeräten. So soll gewährleistet sein, dass alles auch längere Zeit ohne Internetverbindung zuverlässig funktioniert.

Azure IoT Central

Azure IoT Central ist ein SaaS-Angebot (Software as a Service), mit dem sich IoT-Anlagen gleichfalls verwalten und überwachen lassen. Die Lösung bietet nicht ganz so granulare Möglichkeiten wie andere Azure-Dienste, erfordert aber auch weniger Kenntnisse. Auch nicht mit Entwicklung vertraute Anwender sollen so einfach IoT-Anwendungen erstellen können. Über Anwendungs- und Gerätevorlagen werden vorgefertigte Modelle zur Verfügung gestellt. Der Dienst speichert App-Daten wie Gerätevorlagen und Benutzerinformationen in der Cloud.

Azure IoT Solution Accelerators

Azure IoT Solution Accelerators sind einsatzbereite Vorlagen für viele gängige IoT-Szenarien, beispielsweise wie Fernüberwachung, automatische Warnungen, Gerätesimulation und Remote-Diagnose. Der Quellcode für alle Solution Accelerators liegt auf Github und ist Open Source. Der Quellcode kann an die eigenen spezifischen Anforderungen angepasst werden. Zu jedem Solution Accelerator gehört eine Web-App, mit der die Lösung verwaltet werden kann. Die Vorlagen sind skalierbar, modular und erweiterbar.

Azure Sphere

Azure Sphere ist eine Plattform für die Entwicklung von vernetzten Mikrocontrollergeräten (MCU). Azure Sphere besteht aus drei Komponenten: der Mikrocontrollereinheit, die Echtzeitverarbeitung unterstützt, dem Azure-Sphere-Betriebssystem und dem Azure Sphere Security Service. Letzterer soll für eine sichere Verbindung der Mikrocontrollergeräte sorgen.

Azure Digital Twins

Azure Digital Twins soll es Unternehmen erlauben, Modelle von vorhandenen physischen Umgebungen zu erstellen. So lassen sich Beziehungen zwischen physischen Geräten, Sensoren und Personen verfolgen. Dadurch kann eine virtuelle Darstellung einer physischen Umgebung erfolgen. Unternehmen können somit Daten innerhalb eines räumlichen Kontexts abfragen und entsprechende Benachrichtigungen einrichten. Aktionen in physischen Umgebungen lassen sich auf diese Weise automatisieren. Unternehmen können so tiefere Einblicke in ihre Umgebungen gewinnen, indem Azure Digital Twins mit Analyse-, KI- und Speicherdiensten verbunden werden.

Azure Time Series Insights

Azure Time Series Insights ist ein PaaS-Angebot (Platform as a Service), das Zeitreihendaten verarbeitet, speichert, visualisiert und abfragt, die von IoT-Geräten erzeugt werden. Über Zeitreihendaten kann man erkennen, wie sich etwas über einen bestimmten Zeitraum ändert. Anomalien und Trends sollen sich so schnell erkennen lassen. Zurückliegende Informationen können genutzt werden, um zukünftige Änderungen vorherzusagen. Hierzu steht auch eine Funktion für die Visualisierung der Daten zur Verfügung. Azure Time Series Insights kann man mit dem IoT Hub verknüpfen, um auf diese Daten zuzugreifen.

Azure Maps

Azure Maps ist eine Sammlung von APIs, über die mobilen und Webanwendungen Kartendaten zur Verfügung gestellten werden können, um einen geografischen Kontext darzustellen. Unternehmen können so Standort- und Mobilitätsfunktionen in ihre Anwendungen integrieren. Hierdurch sind unterschiedlichste Anwendungen möglich, von der Routenplanung über Informationen zu Point of Interests. Im Vorschaustatus befinden sich Funktionen wie Geolocation, um herauszufinden, aus welchem Land eine IP-Adresse stammt sowie eine Mobilitätsfunktion, die Informationen zu öffentlichen Verkehrsmitteln in der Nähe liefern soll.

Azure Stream Analytics

Azure Stream Analytics ist ein Dienst zur Echtzeitanalyse der Streaming-Daten von Geräten oder Sensoren. Über eine SQL-ähnliche Sprache sollen sich Echtzeitanalysen von Datenströmen entwickeln lassen. Die Daten können bedarfsgesteuert verarbeitet werden, virtuelle Maschinen, Server oder Cluster müssen hierfür nicht eingerichtet werden. Es handelt sich um eine serverlose Ereignisverarbeitungs-Engine (PaaS), die vollständig verwaltet wird. Für einen Auftrag werden Rechencluster in der Cloud eingerichtet und für den Auftrag im Hinblick auf die Leistung optimiert. Stream Analytics erfüllt laut Microsoft alle gängigen Compliance-Bestimmungen und ist in den Azure-Regionen weltweit verfügbar, einschließlich Deutschland.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2019 aktualisiert

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