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Die verschiedenen Komponenten einer Digital Supply Chain

Eine Digital Supply Chain kann Unternehmen tiefere Einblicke in ihre Geschäftsprozesse und eine bessere Vernetzung mit ihren Lieferanten bieten.

Der Begriff Digital Supply Chain taucht immer häufiger auf. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff?                

Die Digital Supply Chain, also digitale Lieferkette, ist ein Transformationsschritt, der mit dem Wandel zu intelligenteren Produkten einhergeht. Zu den Komponenten einer digitalen Lieferkette gehören unter anderem Technologien für die automatische Identifikation (Auto-ID), standortbasierte Daten, Geräte, die den genauen Standort von Menschen und Assets erkennen sowie sensorbasierte Netzwerklösungen, die Menschen mit Technologien in der Lieferkette verbinden. Darüber hinaus vereinheitlichen integrierte Cloud-Technologien und Webservices Informationen und Prozesse, um die Sichtbarkeit und Zusammenarbeit von Geschäftspartnern zu ermöglichen.

Da es viel Verwirrung darüber gibt, was die Digital Supply Chain ist, kann es hilfreich sein, zwei Begriffe zu klären, die mit der digitalen Lieferkette zusammenhängen.

Der Begriff Digitalisierung (digitalization) bezieht sich auf die Konnektivität, Integration und Zusammenarbeit zwischen Geschäftspartnern, die IT-Systeme statt Papier für ihre Prozesse (von der Planung bis zum Design) verwenden. Dies ermöglicht das Teilen von Product-Lifecycle-Informationen, vom Design bis zu den Services, unter den einzelnen Partnern. Das Konzept beinhaltet unter anderem Auto-ID, welches manuelle Dateneingaben durch automatisches Scannen ersetzt, um genaue Produktdaten sicherzustellen und Assets, Produkte sowie Mitarbeiter in der Wertschöpfungskette zu überprüfen. Zusammengefasst bedeutet das: Digitalisierung automatisert materielle Prozesse und Aufgaben.

Im Vergleich dazu bedeutet der Begriff Digitalisieren (digitization) die Transformation eines physischen zu einem digitalen Produkt: zum Beispiel die Umwandlung von Musik von einem physischen Tonträger (LP oder CD) in MP3-Dateien oder Bücher in E-Books. Digitalisieren kann sich in diesem Fall auch auf den Einsatz von eingebetteten Remote-Sensoren oder GPS-Technologien beziehen, um Produkte zu überwachen. Hierfür werden verschiedene IoT-Technologien (Internet of Things) eingesetzt. Digitalisieren verändert buchstäblich Produkte und erweitert ihr Einsatzfeld über das hinaus, wofür sie ursprünglich gedacht waren. Diese werden auch als smarte (intelligente) Produkte bezeichnet.

Wenn man den Begriff Digital Supply Chain verwendet, bezieht sich dieser auf die Prozesse in der Lieferkette. Die Frage ist: Welche Bedeutung hat der Einsatz einer Digital Supply Chain? Um diese Frage zu beantworten, lassen Sie uns einige rhetorische Fragen aufwerfen:

Welches Unternehmen möchte wohl eher Streitfragen mit Kunden vermeiden? Dasjenige, dessen Paketinhalt der Bestellung entspricht oder dasjenige, dessen Paketsendung nicht der Bestellung entspricht? Ein kleiner Hinweis: Das erste Unternehmen scannt jeden Arbeitsschritt und verwendet hierfür EDI-Transaktionen oder erforderliche Kundenprotokolle. Die Antwort auf die Frage ist also relativ einfach, dennoch automatisieren Tausende Unternehmen nicht ihre Versandüberprüfung beziehungsweise ihren Datenaustausch.

Welches Unternehmen verkauft wahrscheinlicher ein Produkt erfolgreich Online? Dasjenige, welches im Bruchteil einer Sekunde auf die Nachfrage nach einem Produkt, dessen Preis und Verfügbarkeit antworten kann, oder dasjenige, welches darauf hinweist, dass es das Produkt erst nachbestellen muss. Selbst wenn beide Firmen ein schönes E-Commerce Frontend haben, kann das erste Unternehmen direkt seinen Lieferanten kontaktieren, den Lagerbestand überprüfen und dann das Lieferversprechen geben.

Welches Unternehmen möchte Auftragsstornierungen vermeiden? Dasjenige, welches den angeforderten Service innerhalb des gewünschten Lieferzeitraums ausliefert, während der Kunde weiter einkauft, oder dasjenige, welches einen Standard Paketauslieferungsplan einsetzt. Ein kleiner Hinweis: Die erste Firma steht direkt mit dem Lieferservice in Kontakt und kann den Auslieferungszeitraum für eine Route bestätigen, bevor der Kauf abgeschlossen ist.

Welches Unternehmen muss weniger Abschläge machen beziehungsweise kennt seinen Lagerbestand besser? Dasjenige, welches die gesamte Lieferkette kennt, oder dasjenige, welches nur ausgehende Sendungen kennt? Digital verbundene Lieferkette haben bereits gezeigt, dass sie eine Umsatzsteigerung bringen. Gleichzeitig lassen sich genauere Daten über den Lagerbestand über die gesamte Lieferkette hinweg erheben.

Dies sind Beispiele, bei denen eine digitale Vernetzung der gesamten Lieferkette einen großen Unterschied für Flexibilität, Umsatz und Gewinn machen kann. Eine digitales Supply Chain Management (SCM) ermöglicht intelligente Prozesse, die in Echtzeit Lagerbestand, Kundeninteraktionen mit Produkten, Paketdienstdaten und die IoT-Technologie verknüpfen.

Unternehmen mit einer Digital Supply Chain können dynamisch Ressourcen, Assets, Mitarbeiter und Inventar dahin bewegen, wo sie aktuell benötigt werden und Kosten senken, indem sie proaktiv auf Transport- und Fertigungsrisiken reagieren.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

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