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Wie ein Drittanbieter-RDP-Client VDI-Abteilungen helfen kann

VDI-Abteilungen können den in Microsoft Windows eingebauten RDP-Client nutzen, um sich mit Desktops und Anwendungen zu verbinden. Clients von Dritten bieten aber mehr Funktionen.

Bei jeder modernen Windows-Version für den Desktop liefert Microsoft einen RDP-Client (Remote Desktop Client) aus. Es gibt aber einige Optionen von Drittanbietern, die wesentlich höhere Leistungsfähigkeit als dieser native Client mit sich bringen.

Grundsätzlich erledigen die RDP-Clients von Drittanbietern die gleiche Aufgabe wie der in Windows integrierte Client. Sie können damit auf entfernte Rechner zugreifen oder Remote-Sitzungen durchführen. Viele Clients von Dritten unterstützen allerdings eine breitere Palette an Gerätetypen und eignen sich im Allgemeinen besser für Unternehmen. Deswegen sollten Sie sich gut überlegen, ob der Kauf eines Clients von einem Drittanbieter Vorteile gegenüber dem nativen Client von Microsoft bietet.

Im Endeffekt kommt es darauf an, welche Funktionen der Client eines Drittanbieters mit sich bringt, die dem nativen Client fehlen. Natürlich ist es auch relevant, ob Sie die Funktionen im Unternehmen tatsächlich brauchen und nutzen. Die Bewertung von Funktionen kann ein mühsamer Prozess sein, weil es einfach so viele kommerzielle RDP-Clients gibt. Dann kommen auch noch die kostenlosen hinzu und ein Standard für den Leistungsumfang ist nicht vorhanden.

Browser-basierte RDP-Clients

Einige RDP-Clients Dritter funktionieren als Browsererweiterungen. Den Xtralogic RDP-Client finden Sie zum Beispiel über den Chrome Web Store. Damit ist es eine Erweiterung für den Browser Google Chrome. Wie der native Client auch, stellt der Xtralogic RDP-Client eine Verbindung zum RDP-Host her. Der Unterschied ist allerdings, dass die komplette RDP-Sitzung im Browser abläuft. Eine Version für Android ist ebenfalls zu haben.

Parallels Client strebt nach Konsistenz

Ein weiterer populärer RDP-Client von Drittanbietern ist der Parallels Client. Früher war er als 2X RDP-Client bekannt. Parallels bemüht sich um eine konsistente Anwendererfahrung, unabhängig mit welcher Art Gerät der Nutzer arbeitet. Der Parallels Client ist nicht ganz universell, aber es gibt ihn für Betriebssysteme wie Windows, Linux, Apple macOS, Apple iOS und Google Android. Auch für Google Chromebook, Windows Phone und sogar Raspberry Pi gibt es Versionen.

Der Parallels Client wurde in erster Linie entwickelt, um sich mit dem Parallels Remote Application Server zu verbinden. Die Software funktioniert auch wie ein herkömmlicher RDP-Client (siehe Abbildung 1).

Der Parallels Client funktioniert auch wie ein herkömmlicher RDP-Client
Abbildung 1: Der Parallels Client funktioniert auch wie ein herkömmlicher RDP-Client

Der RDP-Ansatz von Parallels bemüht sich, die bestmögliche Erfahrung für Geräte mit kleinen Bildschirmen zu liefern. Damit ist es bekanntlich besonders schwer, in einer RDP-Sitzung zu arbeiten. Zum Beispiel können Nutzer Anwendungen in einem Vollbildmodus laufen lassen und sowohl Text als auch Grafiken mit nur einem Finger auswählen. Das Touch Interface unterstützt auch Ziehen und Loslassen (Drag & Drop) mit einem Finger sowie Kopieren und Einfügen (Copy & Paste).

Der Parallels RDP-Client bietet weiterhin für Desktop-PCs einige nette Optionen. Zum Beispiel kann der Client den Remote Desktop auf mehrere Bildschirme verteilen.

IGEL konzentriert sich auf Skalierbarkeit

IGEL Technology fokussiert sich in erster Linie auf Skalierbarkeit und das Unternehmen geht hier dreierlei Wege.

Zunächst einmal hat IGEL einen standardisierten Client entwickelt, der sich IGEL OS nennt. Es ist ein hardwareunabhängiges Betriebssystem, das als Client fungiert. IGEL bietet Geräte an, auf denen IGEL OS läuft. IGEL stellt aber auch den Universal Desktop Converter zur Verfügung, mit dem Administratoren das IGEL OS auf bestehende Hardware installieren können. Für Anwender mit persönlichen Geräten bietet die Firma einen bootfähigen USB-Stick an, auf dem IGEL OS vorinstalliert ist.

Weiterhin hat IGEL das IGEL OS so entwickelt, dass es mehr als nur ein RDP-Client ist. Das IGEL OS unterstützt natürlich RDP, aber es funktioniert auch als Client für Citrix und VMware Horizon. IGEL OS unterstützt darüber hinaus noch viele andere Sitzungstypen.

Als i-Tüpfelchen hat IGEL eine universelle Management-Suite entwickelt, um IGEL-OS-Clients verwalten zu können. Mit der Management Suite können Administratoren Richtlinien konfigurieren, Firmware aktualisieren und so weiter.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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