Warum Sie WAN-Aggregation in Betracht ziehen sollten

Mit WAN-Aggregation lässt sich Geld sparen, ohne dass die Zuverlässigkeit der Netzwerk-Verbindung darunter leidet. Wir erklären die Technologie.

In einer Technologie-Landschaft, die sich auf Agilität und geringe Kommunikationskosten konzentriert, kombiniert Wide-Area-Network- (WAN-) Aggregation die Stärken des verbraucherorientierten Internets mit dedizierten WAN-Verbindungen. Es ermöglicht einigen Unternehmen sogar, dedizierten WAN-Verbindungen komplett abzuschaffen. Zuverlässigkeit und Performance leiden dennoch nicht darunter.

Firmen konzentrieren sich verstärkt darauf, mehrere und kleinere Niederlassungen zu eröffnen. Diese Zweigstellen sollen an Standorten mit geringen Mieten und gleichzeitig näher bei den Mitarbeitern sowie am Markt sein. Dadurch wird es aber schwierig und teuer, traditionelle WAN-Verbindungen von den Niederlassungen in das Data Center zu bekommen. Viele Firmen untersuchen daher die Möglichkeit, verbraucherorientierte und drahtlose Internetverbindungen (wie zum Beispiel 3G LTE und 4G LTE) einzusetzen.

Wie WAN-Aggregatoren funktionieren

Auch wenn die WAN-Links durch normale Internet-Verbindungen ersetzt werden sollten, liegt die Hauptverantwortung weiterhin bei der IT-Abteilung. Dabei geht es um reibungslos funktionierende virtuelle Desktop-Infrastrukturen, IP-Telefonie und anderen unternehmenskritische Services. Es existieren allerdings Tools für die WAN-Aggregation. Diese unterstützen die IT-Abteilung dabei, entsprechende Applikationen mit der nötogen Performance, Priorisierung und Zuverlässigkeit bereitzustellen. WAN-Aggregations-Appliances verwenden mehrere Verbindungen und lassen sie als ein Link mit höherer Kapazität und Zuverlässigkeit als individuelle Links gestalten. Dabei ist es egal, ob es sich um eine WAN- oder Internetverbindung handelt. Statt einer Failover-Verbindung von einem Standort zum anderen (Hot-Cold-Strategie), werden alle Verbindungen gleichzeitig verwendet. Diese sind symmetrisch und durch spezielle Appliances mit dem Data Center verbunden.

In der Regel bringen WAN-Aggregatoren eine gewisse Logik in das Netzwerk. Administratoren können bestimmten Traffic priorisieren und Performance-Profile für Applikationen festlegen. Zum Beispiel lässt sich bestimmter Netzwerk-Verkehr als kritisch einstufen, so dass die Appliance diesen bevorzugt behandelt. Anderer Traffic wird als „bestmöglich“ deklariert. Mit geringeren verfügbaren Kapazitäten bekommt dieser auch weniger Bandbreite. In einigen Netzwerken lassen sich Durchsatz-Grenzen festlegen und Administratoren können Applikationen eine Mindestbandbreite zusichern. Das ist in beide Richtungen möglich, wobei es sich hierbei um die maximal verfügbare Bandbreite handeln würde. Es existieren zudem Mechanismen, mit denen sich Performance- und Latenz-Probleme adressieren lassen. Aggregatoren haben aber in der Regel nicht alle Funktionen für die Traffic-Optimierung. Zum Beispiel stellen sie keine Kompression und Protokoll-Beschleunigung zur Verfügung.

Kombinieren Sie einen verlässlichen WAN-Link, der Mehr-Kosten pro Bit verursacht, mit einer weniger zuverlässigen und preisgünstigeren Internetleitung, holen WAN-Aggregatoren das Beste aus beiden Bereichen heraus. Sie stützen sich auf die Verbindung mit hoher Zuverlässigkeit für den wichtigen Traffic und verwenden die günstigere Internetverbindung für den restlichen Verkehr.  Wenn man mehrere Internet-Links von verschiedenen Providern koppelt, können WAN-Aggregatoren die Auslieferung der Anwendung basierend auf den aktuellen Durchgangszeiten optimieren.

WAN-Aggregatoren bewerten

Wenn Sie WAN-Aggregatoren evaluieren, sollten Sie einen Anbieter folgendes fragen:

  • Wie viele Links und welche Kapazität kann der WAN-Aggregator simultan verwalten?
  • Welche Performance-Charakteristiken kann der WAN-Aggregator managen?
  • Wie viele Traffic-Klassen kann der WAN-Aggregator vereinen? Ist er in der Lage, den Netzwerkverkehr verschiedener Applikationen im Hinblick auf bestimmte Gruppenzuweisungen automatisch zu erkennen und klassifizieren?
  • Hat der WAN-Aggregator andere Optimierungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel Link Multiplexing und Split Routing? Letzteres erlaubt es, Internet-Datenverkehr direkt an das Internet weiterzuleiten und nicht erst über den Pseudo-WAN-Link ins Data Center zu schicken.
  • Wie viele andere Zweigstellen-Appliances lassen sich mit einer einzelnen Appliance im Data Center betreiben?
  • Wie steht es um die Hochverfügbarkeit in den Niederlassungen und im Data Center?

Jedes Unternehmen, das neue Niederlassungen vernetzt, sollte sich mit den Möglichkeiten nicht-traditioneller Verbindungen beschäftigen. Dazu zählen Wireless WAN und WAN-Aggregation.

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