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Kostenlose Tools für eine Home-Office-Infrastruktur

Damit Anwender im Home-Office arbeiten können, müssen Unternehmen die entsprechenden Möglichkeiten dazu bereitstellen. Wir zeigen in diesem Beitrag, wie das geht.

Damit Anwender im Home-Office effektiv arbeiten können, müssen verschiedene Werkzeuge zum Einsatz kommen. Zunächst sollten die Anwender die Möglichkeit erhalten, sich mit Remoteeinwahl über eine Remotedesktopverbindung mit dem Netzwerk zu verbinden.

Dadurch können sie mit Daten aus dem Unternehmen arbeiten, unter Umständen sogar per Remotedesktop mit allen Anwendungen auf ihrem PC.

Abbildung 1: Nach einer Remoteeinwahl können Anwender mit Bordmitteln auf ihren PC zugreifen.
Abbildung 1: Nach einer Remoteeinwahl können Anwender mit Bordmitteln auf ihren PC zugreifen.

Team- und Collaboration-Funktionen sollten Anwendern ebenfalls zur Verfügung stehen. Dazu gehören Datenaustausch, Videokonferenzen, Telefonie und Teamlösungen, die das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten erlauben.

Abbildung 2: Der Remotedesktop kann in den Eigenschaften eines PCs aktiviert werden, wenn Windows 10 Pro oder Enterprise installiert sind.
Abbildung 2: Der Remotedesktop kann in den Eigenschaften eines PCs aktiviert werden, wenn Windows 10 Pro oder Enterprise installiert sind.

Tools für das Home-Office, die jeder kennen sollte

Die bekanntesten Tools für den Betrieb des Home-Office sind derzeit TeamViewer für den Zugriff auf den Unternehmens-PC, Zoom für Videotelefonie und Sprachkonferenzen sowie Trello für das Projektmanagement.

Auch DocuSign für das digitale Ausstellen und Unterschreiben von Verträgen spielt eine wichtige Rolle. Microsoft Teams in Office 365 wird von Microsoft in den nächsten Monaten über ausgedehnte Testzeiträume sogar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Fernzugriff und Kommunikation ohne TeamViewer

Auch wenn TeamViewer das bekannteste Tool ist, wenn es darum geht, über das Internet auf einen PC zuzugreifen, gibt es verschiedene Alternativen. Geht es um die Fernsteuerung von Computern, wird vor allem auf Virtual Network Computing (VNC) gesetzt.

Abbildung 3: Mit TeamViewer erhalten Anwender eine Fernzugriffsmöglichkeit auf ihren PC.
Abbildung 3: Mit TeamViewer erhalten Anwender eine Fernzugriffsmöglichkeit auf ihren PC.

Das Tool gibt es in verschiedenen Ausführungen. UltraVNC ist vor allem für erfahrene Administratoren interessant. Um eine Fernwartungssitzung aufzubauen, wird das Tool Viewer aus der UltraVNC-Installation verwendet. Eine Alternative ist RealVNC. Die dritte bekannte Variante von VNC ist ThinVNC. ThinVNC benötigt für den Client-Zugriff keine Software auf dem Rechner, sondern der Zugriff kann über einen Webbrowser erfolgen.

AnyDesk bietet die Möglichkeit, auf den Desktop von Windows-Computern effizient zuzugreifen. Die Lösung steht generell kostenlos zur Verfügung, muss für den professionellen Einsatz aber lizenziert werden.

Ammyy Admin bietet eine Remotesteuerung und kann Daten zwischen zwei Computern austauschen – auch über das Internet. Eine Installation der Software ist nicht notwendig, Ammyy Admin muss nur gestartet werden.

Solarwinds Dameware dient ebenfalls als Remotesteuerung für Rechner, bietet aber weitaus mehr als die einfache Fernwartung. Mit der Lösung lassen sich außerdem Mac- und Linux-Rechner verwalten und remote steuern.

Arbeiten Anwender mit Google Chrome, können sie auf die kostenlose Erweiterung Chrome Remote Desktop setzen.

Dateien austauschen und verschlüsseln – Slack, Remobo und AxCrypt

Geht es um die Kommunikation im Team, hilft die kostenlose Lösung Slack. Slack kann kostenlos für kleine Teams genutzt werden. Die Lösung lässt sich daneben mit Microsoft Teams verknüpfen. Mit Wippien können Anwender chatten, aber auch ein VPN aufbauen. Die Verbindung erfolgt nicht über einen Server, sondern zwischen zwei Clients direkt.

Mit dem kostenlosen Tool Remobo können Anwender Datenverbindungen über das Internet aufbauen. Ein Datenaustausch ist genauso ausführbar, wie die Fernsteuerung von Rechnern und Videokonferenzen. Das Kommunizieren ist über die verschlüsselte Leitung möglich.

Sollen Daten sicher ausgetauscht werden, ist die Open-Source-Software RetroShare ideal. Die Kommunikation erfolgt über PGP. Wer eine Private Cloud für den Datenaustausch aufbauen möchte, setzt auf SparkleShare. Die Open-Source-Lösung lässt sich zusammen mit Github verwenden.

GigaTribe ermöglicht den Aufbau eines privaten P2P-Netzwerkes. Die Kommunikation zwischen den angebundenen Clients ist ebenfalls möglich.

Für den sicheren Datenaustausches sollte Anwendern mindestens ein Tool zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie Dateien schnell und unkompliziert verschlüsseln können. Ein Beispiel ist die Open-Source-Anwendung AxCrypt. Diese bindet sich in den Windows Explorer ein, und ermöglicht Anwendern das schnelle und einfache Verschlüsseln von Dateien.

Daten in Cloud-Speichern verschlüsseln

Arbeiten Anwender mit einem Cloud-Speicher zum Datenaustausch, kann es sinnvoll sein, die Daten verschlüsselt zu speichern. Auch hier gibt es Software, die zum Teil kostenlos zur Verfügung steht, und das einfache Verschlüsseln von Daten vor dem Upload erlaubt.

Abbildung 4: Mit Tools wie Boxcryptor lassen sich Daten vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln.
Abbildung 4: Mit Tools wie Boxcryptor lassen sich Daten vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln.

In der aktuellen Version von Boxcryptor haben die Entwickler das Tool zur Verschlüsselung deutlich verbessert. Boxcryptor Classic steht als kostenlose Version weiterhin zum Download zur Verfügung. Zwei weitere kostenlose Tools in diesem Bereich sind CryptSync und Cryptomator. Mit diesen Tools lassen sich Daten erst verschlüsseln, bevor sie in einen Cloud-Speicher geladen werden.

VPN-Einwahl ermöglichen – OpenVPN, Pritunl und SoftEther VPN Project

Der sinnvollste Weg, um Anwendern die Einwahl in das Firmennetzwerk zu gestatten, ist die Anbindung per VPN. Generell sind Windows- und Linux-Server mit Bordmitteln in der Lage, eine VPN-Verbindung aufzubauen. In den meisten Fällen ist aber sinnvoll, auf spezielle Software zu setzen, die häufig kostenlos zur Verfügung stehen.

Eine der bekanntesten Lösung für die Remoteeinwahl per VPN stellt OpenVPN dar. Clients stehen für alle maßgeblichen Betriebssysteme kostenlos bereit. Über die kostenlose Firewall-Appliance OPNsense können Administratoren einen oder mehrere OpenVPN-Server zur Verfügung stellen.

Abbildung 5: Mit OPNsense lassen sich mehrere OpenVPN-Server zur Verfügung stellen.
Abbildung 5: Mit OPNsense lassen sich mehrere OpenVPN-Server zur Verfügung stellen.

Weitere Alternativen, die kostenlos zur Verfügung stehen, sind Pritunl und SoftEther VPN Project. Auch hier stehen Clients für Windows und Linux zur Verfügung. Die Einrichtung erfolgt über einen Server im Netzwerk.

Abbildung 6: Mit der kostenlosen Lösung SoftEther VPN Project lassen sich VPN-Server schnell und einfach bereitstellen.
Abbildung 6: Mit der kostenlosen Lösung SoftEther VPN Project lassen sich VPN-Server schnell und einfach bereitstellen.

Nächste Schritte

Home-Office: Die Insider-Bedrohungen in den Griff bekommen.

Citrix-Umfrage: Home-Office ist gekommen, um zu bleiben.

Home-Office: Mitarbeiter sicher remote anbinden.

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