Die Vor- und Nachteile der App-Entwicklung für Apple iOS

Die App-Entwicklung für iOS hat gravierende Vor- und Nachteile. Ob die native iOS-Entwicklung die zusätzlichen Kosten wert ist, sollte vorher evaluiert werden.

Apple-Produkte sind heute in Unternehmen alltäglich, insbesondere iPhones und iPads. Beide Geräte laufen mit iOS. Auch die erweiterte Produktlinie von Apple – Watches, MacBooks und iMacs – hat sich in Unternehmen durchgesetzt.

Darüber hinaus bietet Microsoft mittlerweile eine komplette Reihe von Office-Anwendungen für iOS an, zusammen mit einer Reihe anderer Produktivitätswerkzeuge, wie Skype for Business, Yammer, Stream und Microsoft Teams. iPhone- und iPad-Geräte unterstützen Exchange ActiveSync zur Synchronisierung von E-Mails, Kontakten, Kalendern, Erinnerungen und Notizen.

Apple-Geräte haben über den App Store des Unternehmens außerdem Zugriff auf Tausende von Produktivitätsanwendungen. Auch wenn Android den mit Abstand größten Marktanteil bei den Endgeräten hält – das Betriebssystem läuft auf rund 75 Prozent der Mobilgeräte –, hat Apples anhaltende Fokussierung auf hochwertige Produkte dazu geführt, dass iOS die vorherrschende mobile Plattform in Unternehmen ist.

Eine Reihe von App-Entwicklungsplattformen helfen Teams, sowohl iOS- als auch Android-Anwendungen für beide Gerätetypen zu entwickeln. Einige dieser Plattformen, wie zum Beispiel Low-Code-Entwicklungsplattformen, können die App-Entwicklung erheblich vereinfachen.

Appery und GoodBarber beinhalten zum Beispiel Drag-and-Drop-Funktionen für die schnelle Erstellung mobiler Anwendungen mit wenig bis gar keiner Programmierung. Allerdings sind viele dieser Tools mit Einschränkungen behaftet und decken unter Umständen nicht die Anforderungen eines Unternehmens ab.

iOS-Entwicklungs-Tools, die Unternehmen verwenden sollten

Zur Unterstützung der iOS-Entwicklung bietet Apple eine ausgereifte integrierte Entwicklungsumgebung namens Xcode an. Die jüngste Xcode-Version, 10.2 (die Beta-Versionen von Xcode 11 lassen sich seit Juli 2019 testen), enthält ein SDK für iOS 12.x, zusammen mit SDKs für die anderen Apple-Betriebssysteme.

In den ersten Tagen ähnelte die App-Entwicklung für iOS in Xcode der traditionellen Entwicklung für macOS (beziehungsweise Mac OS X). Zum Beispiel musste man XIB-Dateien verwenden, um Screens zu erstellen. Mit der Veröffentlichung von iOS 7 integrierte Xcode das Storyboard, eine grafische Oberfläche für das Layout von App-Screens und deren Verbindungen. Dies vereinfachte und beschleunigte die Entwicklung deutlich.

Um die Entwicklung noch weiter zu optimieren, führte Apple 2014 die Programmiersprache Swift ein. Zuvor war der einzige Weg, iOS- und Mac-Anwendungen zu entwickeln, die Implementierung von Objective-C, einer stabilen Entwicklungssprache mit Wurzeln zurück bis 1986.

Seit seiner Veröffentlichung hat Apple Swift kontinuierlich verbessert (aktuelle Version 5.0). Swift unterstützt jedoch weiterhin die Objective-C-Interoperabilität, so dass Swift-Code neben bestehenden Objective-C-Dateien im selben Projekt existieren kann. Auf diese Weise haben Anwendungen Zugriff auf die Objective-C-API und -Bibliotheken, was den Entwicklern von Objective-C den Übergang zu Swift erleichtert.

Ein weiteres Plus für Apple ist der Erfolg bei der Veröffentlichung von iOS-Updates. Im Mai 2019 waren 85 Prozent aller iOS-Geräte innerhalb von acht Monaten nach der Veröffentlichung mit iOS 12 ausgestattet, während Android 9 Pie in den neun Monaten nach der Veröffentlichung nur auf rund zehn Prozent der Geräte installiert war. Die schnelle Einführung von iOS bei Apple-Kunden gibt Entwicklern die Möglichkeit, neue Funktionen und Patches schnell zu erstellen.

Wie bei Android benötigen Unternehmen zuverlässige Plattformen, um iOS-Anwendungen auf allen unterstützten Geräten zu testen. Im Gegensatz zum Android-Markt, auf dem jedes Jahr Hunderte neuer Geräte erscheinen, bietet Apple nur eine begrenzte Anzahl von Geräten an, was das Testen erleichtert.

Veröffentlichung von iOS-Anwendungen

Apple unterstützt zwei Programme zur Verteilung von Apps auf iOS-Geräte: Apple Developer Program und Apple Developer Enterprise Program.

Das Apple Developer Program kostet 99 Euro pro Mitgliedschaft pro Jahr und bietet eine Infrastruktur für die Verteilung von iOS-Anwendungen über den App Store von Apple. Das Programm stellt Unternehmen Software und Tools zur Verfügung, die ihnen helfen, ihre Apps zu entwickeln, zu testen und zu verteilen. Das Programm bietet ihnen auch Zugang zu Beta-Versionen und technischem Support auf Codeebene. Über dieses Programm können Unternehmen jede ihrer Apps an den weltweiten Apple-Kundenstamm verteilen.

Das Apple Developer Program bietet Unternehmen auch Zugang zum Apple Business Manager, einem Tool zur privaten Verteilung individueller Geschäftsanwendungen an bestimmte Kunden, Partner oder andere Zielgruppen. Mit diesem Tool kann man benutzerdefinierte Apps kostenlos oder zu jeder angemessenen Preisstufe anbieten, sowie Apps in großen Mengen an bestimmte Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

Unternehmen, die man für den Vertrieb anspricht, können Apps über den Abschnitt Apps und Bücher im Apple Business Manager einsehen und kaufen. Darüber lassen sich eigene MDM-Tools (Mobile Device Management) zur Verteilung und Verwaltung der Apps einsetzen oder man kann Benutzern Einlösecodes zur Verfügung stellen, um die Apps direkt aus dem Store herunterzuladen.

Apple Business Manager – und damit auch das Apple Developer Program – ermöglicht es ebenfalls, proprietäre Apps an interne Mitarbeiter zu verteilen. Wenn dies jedoch die einzige Art der App-Distribution ist, sollte man stattdessen das Apple Developer Enterprise Program in Betracht ziehen, mit dem sich proprietäre Apps an interne Mitarbeiter verteilen lassen, ohne den App Store zu durchlaufen. Das Programm kostet 299 Dollar pro Jahr.

Worauf man achten sollte

Obwohl Apple vor allem für seine B2C-Orientierung bekannt ist, hat das Unternehmen ein großes Interesse daran, Unternehmen zu unterstützen. Seitdem Tim Cook die Leitung von Apple übernahm, hat das Unternehmen die Unterstützung für Enterprise Tools erhöht.

Dennoch sollten Unternehmen mehrere Überlegungen berücksichtigen:

  • Im Gegensatz zu Windows und Android unterstützt iOS nicht mehrere Profile, was es schwierig macht, dass mehrere Benutzer Geräte gemeinsam verwenden.
  • Apple iOS-Entwickler sind in der Regel teurer als Android-Entwickler. Aus diesem Grund sollten Unternehmen auch plattformübergreifende Tools wie Xamarin oder PhoneGap für ihre mobilen Entwicklungsanforderungen in Betracht ziehen.

Auch Android hat wichtige Impulse für Geschäftsumgebungen gegeben. Apple muss also weiterhin innovativ sein und sich auf Enterprise Tools konzentrieren, um seine Position als beliebter Anbieter im Business-Umfeld zu halten.

Nächste Schritte

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