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UTP-Crossover-Kabel CAT5: Verkabelungstipps für Netzwerkprofis

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte zu UTP-Crossover-Kabeln – von Verwendungszwecken dieses Kabeltyps bis zu Details der Pin-Belegung.

Das UTP-Crossover-Kabel der Kategorie CAT5 ist nach dem klassischen Straight-Through-Kabel offenbar einer der am meisten verwendeten Kabeltypen. Statt Crossover-Kabel findet sich mitunter auch die Bezeichnung Cross-Kabel.

Crossover-Kabel des Typs Unshielded Twisted Pair (UTP) ermöglichen es uns, zwei Computer ohne einen Hub oder Switch miteinander zu verbinden. Wie Sie sich wahrscheinlich erinnern, übernimmt der Hub intern die Aufgabe, bestimmte Kabeladern zu kreuzen. Daher benötigen Sie vom PC zum Hub nur ein Straight-Through-Kabel. Falls wir momentan keinen Hub haben, müssen wir per Hand für die Kreuzung sorgen.

Warum müssen die Kabeladern gekreuzt sein?

Wenn zwei Geräte – zum Beispiel Computer – im Netzwerk Daten miteinander austauschen, sendet ein Gerät die Informationen, während das andere sie empfängt. All dies erfolgt über das Netzwerkkabel. Wenn Sie sich ein solches Netzwerkkabel einmal anschauen, werden Sie erkennen, dass sich darin mehrere Adern befinden.

Einige dieser Kabeladern dienen zum Senden, andere wiederum zum Empfangen von Daten. Genau das gilt es zu berücksichtigen, wenn wir ein UTP-Crossover-Kabel selbst herstellen. Im Prinzip verbinden wir dazu die TX-Adern (Senderichtung) auf der einen Seite mit den RX-Adern (Empfangsrichtung) am anderen Ende. Die Abbildung 1 stellt dies schematisch vereinfacht dar.

Abbildung 1: Schematische Darstellung eines Crossover-Kabels.

CAT5e-Crossover-Kabel

Es gibt nur eine Möglichkeit, ein CAT5e-Crossover-Kabel herzustellen, und sie ist ziemlich einfach. Wer Teil zwei über Straight-Through-UTP-Kabel gelesen hat, weiß, dass ein UTP-Crossover-Kabel an einem Ende nach dem Standard 568A belegt ist, am anderen Ende nach 568B. Wenn Sie den Abschnitt zur Verkabelung übersprungen haben, macht das nichts, denn wir liefern Ihnen in diesem Artikel genügend Informationen, damit Sie das Konzept verstehen.

Wie erwähnt besteht der Zweck eines Crossover-Kabels darin, die Sendeseite an einem Ende mit der Empfängerseite am anderen Ende (und umgekehrt) zu verbinden.

Schauen wir uns nun einmal die Pin-Belegung eines typischen CAT5e-Crossover-Kabels an:

Abbildung 2: Pin-Belegung eines CAT5e-Crossover-Kabels.

Wie Sie in Abbildung 2 sehen, werden für ein Crossover-Kabel lediglich vier Pins benötigt. Wenn Sie ein Crossover-Kabel kaufen, werden Sie möglicherweise feststellen, dass alle acht Pins belegt sind. Diese Kabel unterscheiden sich in nichts von der Variante mit vier Pins, denn die restlichen Kontakte werden nicht verwendet. Ob bei Ihrem UTP-Crossover-Kabel vier oder acht Pins verbunden sind, ist für die Performance belanglos.

Abbildung 3 zeigt die Pin-Belegung für ein UTP-Crossover-Kabel, bei dem alle acht Kontakte verbunden sind.

Abbildung 3: UTP-Crossover-Kabel mit acht verbundenen Kontakten.

Es ist wichtig, festzuhalten, dass Gigabit Ethernet ohne Crossover-Kabel auskommt. Hierbei kommen Straight-Through-Kabel zum Einsatz, und die Kabeladern werden automatisch von den Netzwerkkarten gekreuzt – Stichwort Auto-MDIX.

Wo lassen sich Crossover-Kabel noch verwenden?

UTP-Crossover-Kabel werden nicht nur genutzt, um Computer zu verbinden, sondern auch eine Vielzahl von anderen Geräten. Typische Beispiele sind Switches und Hubs. Wer zwei Hubs miteinander verbinden muss, verwendet dazu in der Regel auf einer Seite den speziellen Uplink-Port. Dieser wird automatisch (früher auch durch einen kleinen Schalter) aktiviert und verhindert, dass die TX- und RX-Kabeladern intern gekreuzt werden. Das dazu genutzte Straight-Through-Kabel wird an einen normalen Port des zweiten Geräts angeschlossen.

Aber was, wenn keine Uplink-Ports vorhanden sind oder die bestehenden bereits verwendet werden? Dann ermöglicht Ihnen das Crossover-Kabel, beide Geräte miteinander zu verbinden, und löst so das Problem. Die Abbildungen 4 und 5 zeigen Beispiele zur besseren Verdeutlichung.

Abbildung 4: Durchgangskabel zwischen zwei Hubs.

Wie in Abbildung 4 zu sehen, ist dank des Uplink-Ports kein Crossover-Kabel erforderlich.

Auch ohne diesen speziellen Port lassen sich die beiden Hubs miteinander verbinden. In dem Fall müssen wir auf ein UTP-Crossover-Kabel zurückgreifen:

Abbildung 5: UTP-Crossover-Kabel zwischen zwei Hubs.

So gut wie alle der heute auf dem Markt erhältlichen Switches unterstützen die Auto-MDIX-Funktion. Diese ermöglicht es, zwei Switches per Straight-Through-Netzwerkkabel miteinander zu verbinden.

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Nächste Schritte

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