Diese Fragen helfen bei der Auswahl eines neuen IT-Tools

Der IT-Markt ist laufend im Wandel. Dieser Artikel gibt Unternehmen drei Bewertungskriterien an die Hand, um neue IT-Tools unabhängig von kurzlebigen Hypes auszuwählen.

Schon seit längerer Zeit hat das Tempo der Veränderungen in der IT noch einmal merklich angezogen. Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als Client-Server-Computing der letzte Schrei war? Wie steht es mit serviceorientierten Architekturen, Grid-Computing und Management-Frameworks?

Diese und andere Technologien haben in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen oder verloren. Cloud-Computing und virtuelle Maschinen (VMs) scheinen bereits die Themen von gestern zu sein, und mussten künstlicher Intelligenz (KI), Containern, Microservices und Quantencomputern weichen.

Diese Entwicklung hat einen massiven Einfluss darauf, wie IT-Abteilungen für die Zukunft planen, einschließlich der Werkzeuge, die sie täglich benutzen. Obwohl die meisten Organisationen akzeptieren, dass Software regelmäßig aktualisiert werden muss, ist ein vollständiger Ersatz alter Systeme mit neuen immer mit dem Risiko verbunden, dass etwas schief geht und der Geschäftsbetrieb gestört wird.

Dies ist insbesondere bei IT-Betriebswerkzeugen der Fall: Es braucht Zeit, um einen vollständigen, funktionalen Werkzeugsatz zusammenzustellen und bis die Administratoren sich mit diesem vertraut machen konnten.

Es ist verlockend, sich bei neu aufkommenden Technologien nach Lösungen umzusehen, die auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert sind, wie etwa Log-Management oder Systemüberwachung. Dieser verengte Blick kann aber zu großen Problemen führen. Es wird immer schwieriger, die einzelnen Aspekte von IT-Systemen getrennt von den anderen Komponenten zu betrachten.

Um beispielsweise containergestützte Microservices zu verpacken und bereitzustellen, benötigen IT-Teams Orchestrierungssoftware. Wenn diese Orchestrierungssoftware jedoch nicht mit der aktuellen Überwachungs- und Wartungssoftware kompatibel ist, können die Microservices nicht gemeinsam mit dem Rest des Systems überwacht werden, was wiederum Systemadministratoren daran hindert, die Produktion in ihrer Gesamtheit zu erfassen.

Darüber hinaus sind Support und Langlebigkeit bei neu geschaffenen IT-Tools nicht immer vorrangig. In einer sich schnell verändernden Umgebung können Unternehmen es sich nicht leisten, Software einzusetzen, mit der sie nicht auf die Veränderungen reagieren können – oder mit einem Software-Tool in einer Sackgasse zu landen, weil der Hersteller es aus welchen Gründen auch immer nicht mehr weiterentwickelt oder unterstützt.

Auf der anderen Seite ist es nicht minder problematisch, aus bestehenden Tools Unterstützung für Umgebungen herauszuquetschen, für die sie nie konzipiert wurden. Systemverwaltungswerkzeuge, die für IT-Infrastruktur On-Premises entwickelt wurden, erfüllen ihre Aufgaben in virtuellen Umgebungen beispielsweise nur mühsam. Der Versuch, diese Tools gewaltsam zur Unterstützung hybrider Cloud-Systeme mit in Container-Clustern gehosteten Microservices zu bewegen, ist wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt.

Wie entscheidet man sich für das passende IT-Tool?

Welche Optionen bleiben einem IT-Team also noch, wenn es Angesichts der Zeichen der Zeit eine Entscheidung treffen muss? Im Folgenden werden Kriterien für die Auswahl neuer IT-Toolkits zusammengestellt.

Welche IT-Tools hat das Unternehmen bereits im Einsatz? Sind die vorhandenen IT-Überwachungs- und Management-Tools für ihren derzeitigen Zweck geeignet? Falls ja, ist die IT-Abteilung davon überzeugt, dass das auf absehbare Zeit auch so bleibt?

Wenn die vorhandenen Tools nicht ausreichend funktionieren, um den täglichen IT-Betrieb zu gewährleisten, wurde bereits zu lange gewartet, um die Tools zu ersetzen: Jetzt ist es an der Zeit, auf einen neuen Werkzeugsatz umzusteigen, der die Produktionsauslastung und die Umgebung des Unternehmens unterstützen kann. In einigen Fällen müssen Unternehmen mit einem reduzierten Verwaltungssystem als Grundlage neu beginnen, auf das neue Funktionen sukzessive aufgebaut werden, um den individuellen Anforderungen gerecht zu werden.

Wenn die vorhandenen Überwachungs- und Verwaltungswerkzeuge heute funktionieren, aber sich wahrscheinlich nicht in dieselbe Richtung weiterentwickeln werden, wie die zukünftigen Anforderungen des Unternehmens, ist der nächste Schritt die Evaluation und Planung infrage kommender Ersatzlösungen.

Wie werden sich die Anforderungen ändern? Organisationen können Produktions-Workloads auf VMs oder Containern, in der Private oder Public Cloud – oder in beiden – hosten, wobei es viele Optionen in Bezug auf Management und Support gibt. Wenn es offensichtlich ist, dass das Unternehmen auf eine Mischung aus Cloud-Umgebungen von Drittanbietern umsteigen wird, muss ein Tool implementiert werden, das die Überwachungs- und Berichtsdaten aller beteiligten Cloud-Plattformen zusammenführt. Wenn ein Unternehmen eine hybride Plattform anstrebt, die eine private und eine öffentliche Cloud sowie Teile des bisherigen On-Premises-Infrastruktur umfasst, dann benötigt es eine Reihe von Tools, die sowohl eine Engine als auch eine Aggregation zusammen mit geeigneten Analyse- und Berichtsfunktionen bieten.

Welche Risiken ist das Unternehmen bereit einzugehen? Um mit dem Wandel Schritt zu halten, müssen Entscheidungen als strategisch oder taktisch eingeordnet werden.

Wenn eine Organisation risikoscheu ist, wird sie wahrscheinlich in Werkzeuge investieren, die langfristig funktionieren. Diese Tools basieren wahrscheinlich nicht auf modernster, aufstrebender Technologie und wird die Möglichkeiten der zugrunde liegenden IT-Plattform wohl nicht vollständig ausschöpfen. Das ist für solche konservativen Organisationen jedoch nicht als Problem zu betrachten. Für Unternehmen, die offener für Risiken sind, könnte es attraktiver sein, in eine Mischung aus den besten Werkzeugen für die vorliegenden Herausforderungen zu investieren.

In beiden Fällen sollten IT-Abteilungen auf eine solide Engine als Grundlage setzten, die modern aber auch altbewährt ist und bei der Bereitstellung von fortschrittlicher Überwachung, automatisierter Wartung und Reporting voll unterstützt wird. Einige Beispiele sind HashiCorp Terraform, CloudBees Electric Cloud und Red Hat Ansible.

Organisationen, die bereit sind, neue Tools auszuprobieren, um potentielle Vorteile für die IT-Umgebung zu erforschen, können dann wieder weniger erprobte spezialisierte Anwendungen in Verbindung mit einer gut verstandenen und unterstützten zentralen Engine für verschiedene Weiterentwicklungen und Verbesserungen einsetzen. Auf diesem Weg könnte beispielsweise KI in die Umgebung eingeführt werden. Auch, wenn absehbar ist, dass die Lösungen, in die Unternehmen jetzt investieren, in ein paar Jahren wieder ersetzt werden müssen, sollten die Vorteile die Kosten aufwiegen.

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