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Zehn Punkte für eine automatisierte Datenintegration

Unternehmen, die digitale Projekte vorantreiben, müssen zuerst an die Datenintegration denken. Diese zehn Punkte helfen bei der Auswahl der passenden Software.

Wer heute Softwarespezialisten sucht, hat wahrscheinlich einen der härtesten Jobs der Welt. Auch wenn es viele exzellente Köpfe gibt, sind es laut Bitkom auf lange Sicht viel zu wenige.

Bei inzwischen 82.000 offenen Stellen in Deutschland stellen nach einer Studie des Branchenverbands von Ende 2018 (PDF) 59 Prozent der Unternehmen fest: In der Zukunft wird sich der Fachkräftemangel verschärfen.

Das Problem: Die meisten IT-Mitarbeiter haben heute gut bezahlte Jobs, arbeiten in einer angenehmen Umgebung, genießen hohes Ansehen und daneben eine ganze Reihe von weiteren Annehmlichkeiten von Auto über Home Office bis Zukunftssicherung in Form von betrieblicher Altersversorgung. Die Wechselwilligkeit ist entsprechend gering. „Mehr einstellen“ funktioniert also als Lösungskonzept im Zeitalter der Hochdruck-Digitalisierung nur bedingt.

Das bedeutet: Wer seine Digitalprojekte trotzdem vorantreiben will, muss umdenken. Andere Mitarbeiter müssen Aufgaben der IT übernehmen, damit zum Beispiel der Einsatz von Technologie für das Internet der Dinge voranschreiten kann. Das geht allerdings nur, wenn die Aufgaben, die bisher den Spezialisten vorbehalten waren, automatisiert, standardisiert und in der Anwendung deutlich einfacher werden.

Im Brennpunkt steht dabei vor allem die Datenintegration. Sie ist die Schaltzentrale der Digitalisierung, die sicherstellt, dass die diversen Daten aus unterschiedlichsten Quellen geliefert, nach Bedarf zusammengestellt und bestimmten Zielsystemen in deren Struktur zur Verfügung gestellt werden. Damit die Digitalisierung der Unternehmen funktioniert, muss die Datenintegration hoch flexibel, fehlerfrei und standardisiert arbeiten.

Heute funktioniert das in immer mehr Unternehmen mit moderner Standardsoftware, die in der Lage ist, Prozesse zu automatisieren, Transparenz zu schaffen, Überwachung zu gewährleisten und mit Konfigurieren statt Programmieren flexibel auf die ständig wechselnden IT-Anforderungen reagiert. So können im besten Fall Fachabteilung und IT bei Prozesssteuerung und Konfiguration kooperieren.

Die folgende Checkliste zeigt Ihnen, an was Sie denken sollten, wenn Sie nach der passenden Standardsoftware für Datenintegration suchen:

1. SVA – sehen, verstehen, anfangen

Ob intuitive Benutzeroberfläche, Drag and Drop oder Cut and Paste: Eine gute Datenintegrationssoftware knüpft bei den Erfahrungen der Nutzer an. Einfaches Handling bedeutet, dass man einfach schon weiß, wie es geht. Für die IT-Abteilung wichtig: Wie werden Updates und Versionswechsel durchgeführt? Gibt es automatische Routinen? Und ist eine problemlose Installation von Software as a Service möglich, die einfach in der Cloud läuft und angedockt werden kann?

2. Zeit sparen

Schneller fertig zu sein, sollte weit oben auf der Digitalisierungsliste stehen. Das bedeutet, dass alle Arbeitsschritte verständlich aufeinander aufbauen. Prüfen hilft hierbei: Wie viele Schritte benötigen Sie, um Daten von einem System in ein anderes zu integrieren? Wie viel Zeit vergeht, wenn Sie einen neuen Partner oder Kunden anlegen müssen? Meiden Sie Systeme, die Ihnen fehleranfällige Zwischenschritte über andere Systeme abverlangen.

3. Systembelastung überprüfen

Digitalisierung bedeutet heute, hohe und immer weiter steigende Datenvolumina zu verarbeiten. Deswegen: Machen Sie den Belastungstest. Wie viele Datensätze verarbeitet Ihr System wirklich? Und welche Auslastung bedeutet das für andere Systeme? Planen Sie mit viel Luft nach oben.

4. Einer für alle

Früher waren für unterschiedliche Integrationsthemen (zum Beispiel EAI, IOT, EDI und ETL) verschiedene Systeme nötig. Heute kann ein einziges Tool alle Aufgaben abarbeiten. Mit einem zentralen Monitoring für alle Schnittstellen. Mit solchen Systemen erleichtern Sie Ihren Mitarbeitern die Bewältigung ihrer täglichen Aufgaben.

5. Konfigurieren statt Programmieren

Lange waren für die Integration von Daten spezielle Programmierkenntnisse erforderlich. Schnittstellen wurden programmiert und bei Bedarf geändert. Das war zeit- und kostenaufwendig. Und meist intransparent. Heute erlaubt moderne Software auch Mitarbeitern von Fachabteilungen, die Datenintegration mittels Konfiguration umzusetzen. IT-Spezialisten und Mitarbeiter aus Fachabteilungen können sich so Aufgaben nach ihrem Know-how teilen. Und IT-Abteilungen freuen sich über die Entlastung.

6. Immer auf dem neuesten Stand

Individuell für den Einzelfall programmierte Schnittstellen erzeugen zwei Probleme: Sie lösen nur eine einzige Anforderung. Und bei der Wartung sowie bei gewünschten Änderungen und Updates sind jeweils spezifische Programmierkenntnisse erforderlich. Jede Änderung erzeugt damit einen hohen zeitlichen wie auch finanziellen Aufwand. Standardsoftware ermöglicht hier ein wesentlich verbessertes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das gilt bei der Datenintegration besonders mit Blick auf alle jeweils aktuellen Industriestandards. Können Mitarbeiter also bei Bedarf auf die fast 10.000 verschiedenen Vorlagen in ihrer aktuellen Form zugreifen?

7. Gesamtkosten vergleichen

Vergleichen Sie das Preis-Leistungsverhältnis zwischen Standardsoftware und Insellösung, aber auch zwischen verschiedenen Anbietern. Hier erzeugen Lizenzkosten und Servicepakete wesentliche Kostenpositionen. Sind die Modelle einfach zu verstehen und transparent? Auch zukünftige Kosten sollten Sie im Blick haben: Gibt es bei der Einführung langwierige gestufte Entwicklungsschritte oder können Sie viel Zeit sparen, indem Sie nur ein Test- und ein Produktivsystem benötigen? Ermöglicht die Software Ihrer Wahl einen schnellen Start als Webapplikation ohne langwierige Installationen auf eigenen Servern? Und sind Ihre Daten trotzdem auf Wunsch in der eigenen Umgebung gesichert? Mit welchem internen und externen Aufwand müssen Sie bei veränderten Abläufen rechnen? Wie hoch ist der Schulungsbedarf? Welche Aufgaben können Sie danach tatsächlich selbst übernehmen? Entstehen Kosten durch Updates und Upgrades? Und sind Investitionen aufgrund von Hardwareanforderungen notwendig?

Steffen Brehme, Lobster GmbH

„Digitalisierung bedeutet heute, hohe und immer weiter steigende Datenvolumina zu verarbeiten.“

Steffen Brehme, Lobster GmbH

8. Ohne Abhängigkeiten

Sind Sie nach der Anschaffung in einem Anbietersystem gefangen oder arbeitet das System herstellerunabhängig? Entstehen Abhängigkeiten von Dienstleistern (Kosten-Zeit-Faktor) und von Betriebssystemen?

9. Service oder Wüste?

Testen Sie die Kunden-Hotline ruhig mal selbst. Ein Anruf, ein paar komplexe Fragen und Sie wissen, ob man Sie in die Wüste schickt. Außerdem: Gibt es eine genaue Dokumentation? Und gibt es zum Beispiel Youtube-Videos mit Anleitungen, die beim Selbstlernen helfen?

10. Empfehlungen einholen

Fragen Sie jemanden, der die Software Ihrer Wahl und den Service schon im Einsatz hat. Werbebroschüren, Erklärungen auf Websites und Aussagen von Vertriebsmitarbeitern sind interessant. Case Studies auf der Website mit Kundenstatements sind ein Zeichen von guter Arbeit und Vertrauen. Telefonnummern zufriedener Kunden dokumentieren, dass sich das Unternehmen mit seinem Produkt am Markt sehen lassen kann.

Über den Autor:
Steffen Brehme studierte in Tralee (Irland) Informatik. Anfang der 1990er war er Mitgründer von SimpleWork, das 1996 verkauft wurde. Anfang 1997 wurde er Interims-IT-Leiter bei Maxdata, Ende 1997 war er Mitgründer der Beans AG und 2002 Mitgründer der Lobster GmbH. Dort ist er Leiter Softwareentwicklung und Geschäftsführer.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder und entsprechen nicht unbedingt denen von ComputerWeekly.de.

Nächste Schritte

Das Ziel der Digitalisierung ist optimale Nutzererfahrung.

Digitalisierung in der Produktion: OT und IT absichern.

Sichere Digitalisierung: Security fängt bei der Software an.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2019 aktualisiert

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