dolphfyn - stock.adobe.com

Die Unterschiede zwischen DRaaS und Cloud DR

Disaster Recovery als Service und Cloud-DR haben das gleiche Ziel, aber jeder Ansatz hat Vor- und Nachteile, die Administratoren berücksichtigen müssen, bevor sie eine Wahl treffen.

Heutzutage nutzen fast alle Anbieter von Backup- und Disaster Recovery-Diensten in irgendeiner Weise Cloud-Services. Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen Cloud Disaster Recovery (Cloud DR) und Disaster Recovery as a Service (DRaaS).

Bevor Public Clouds allgemein akzeptiert wurden, implementierten Organisationen, die die Geschäftskontinuität (Business Continuity) nach einer Katastrophe sicherstellen wollten, eine Disaster-Recovery-Plattform.

Dies bedeutete, dass eine Infrastruktur geschaffen werden musste, die es ermöglichte, geschäftskritische Arbeitslasten entweder in ein sekundäres Rechenzentrum oder in eine Colocation-Einrichtung zu verlagern. Obwohl dieser Ansatz funktionierte, bedeutete er aufgrund seiner hohen Kosten, dass eine Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery) nur für die größten Unternehmen eine Option darstellte.

Heute sind Disaster-Recovery-Funktionen weitaus besser zugänglich als früher, da die Cloud als Alternative zu einem sekundären Rechenzentrum oder einer Colocation-Einrichtung genutzt werden kann. Mit der Entwicklung der Cloud als Disaster Recovery-Plattform haben sich jedoch zwei Hauptoptionen für die Disaster Recovery herauskristallisiert: Cloud DR und Disaster Recovery als Service (DRaaS).

Was ist Cloud Disaster Recovery?

Der Begriff Cloud DR war in der Vergangenheit etwas unklar. In einigen Veröffentlichungen wird Cloud DR definiert als die Praxis, entweder die Cloud als Backup-Ziel zu verwenden oder Backup-Snapshots in Cloud Storage zu replizieren. In Wirklichkeit werden diese Praktiken besser als Cloud-Backup und nicht als Cloud DR definiert.

Echtes Cloud DR basiert auf der Idee, dass eine Arbeitslast im Falle eines Ausfalls auf eine Cloud-basierte virtuelle Maschine übertragen werden kann. Obwohl DRaaS-Anbieter im Wesentlichen das Gleiche tun, gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Techniken. Cloud DR ist ein Do-it-yourself-Ansatz zur Disaster Recovery.

Eine IaaS-Cloud wie AWS oder Microsoft Azure tritt an die Stelle eines sekundären Rechenzentrums oder einer Colocation-Einrichtung. Es liegt an der Firma, herauszufinden, wie die Arbeitslasten in die Cloud repliziert werden und wie im Bedarfsfall ein Failover initiiert werden kann.

Wie unterscheidet sich Disaster Recovery as a Service von Cloud DR?

Im Gegensatz dazu sind DRaaS-Anbieter auf Cloud-basierte Disaster Recovery spezialisiert. Diese Anbieter bieten eine vorgefertigte Plattform an, die die Workload-Replikation und das Failover automatisiert. DRaaS-Anbieter bieten außerdem häufig Tools an, mit denen Unternehmen ein Failback durchführen können, sobald die Ursache des Ausfalls behoben ist.

Letztendlich sind DRaaS und Cloud-DR zwei verschiedene Ansätze mit einem gemeinsamen Ergebnis. Dennoch ist keiner der beiden Ansätze dem anderen deutlich überlegen. Vielmehr sind mit beiden Methoden Vor- und Nachteile verbunden.

Vor- und Nachteile von Cloud DR

Der Hauptvorteil des Einsatzes von Cloud DR besteht darin, dass es extrem flexibel ist. Unternehmen haben die völlige Freiheit, eine Plattform zu entwerfen, die all ihren Anforderungen gerecht wird, auch wenn dies den Aufbau einer Disaster-Recovery-Plattform bedeutet, die sich über mehrere Clouds erstreckt.

Der Nachteil von Cloud DR besteht darin, dass es erhebliches Fachwissen erfordert. Die IT-Mitarbeiter der Organisation benötigen fundierte Kenntnisse über Cloud-Dienste, Disaster-Recovery-Techniken, virtuelle Netzwerke und andere Fachbereiche.

Vor- und Nachteile von DRaaS

Umgekehrt ist DRaaS tendenziell viel einfacher zu verwenden, aber weniger flexibel. DRaaS-Anbieter stützen ihr gesamtes Geschäft darauf, ihren Abonnenten zu helfen, einen Ausfall in Katastrophenzeiten zu vermeiden. Als solche werden diese Anbieter im Allgemeinen große Anstrengungen unternommen haben, um zuverlässige Plattformen zu schaffen, auf die man sich verlassen kann, um kritische Arbeitslasten am Laufen zu halten.

Der Einsatz von DRaaS hat jedoch mindestens zwei potenzielle Nachteile. Erstens ist DRaaS eine vorgefertigte Plattform und daher nicht so flexibel wie Cloud DR. Tatsächlich verfolgen einige DRaaS-Anbieter einen Einheitsansatz, um die Arbeitslasten ihrer Kunden zu schützen.

Ein zweiter potenzieller Nachteil besteht darin, dass ein DRaaS-Anbieter möglicherweise schlecht für die Bewältigung einer Katastrophe größeren Ausmaßes gerüstet ist. Wenn eine ganze Region von einer unvorstellbaren Katastrophe heimgesucht würde, würden zahlreiche Organisationen in dieser Region gleichzeitig einen DRaaS-Failover einleiten. Der DRaaS-Anbieter verfügt möglicherweise nicht über genügend Bandbreite oder Hardwarekapazität, um so viele gleichzeitige Failover zu bewältigen.

Erfahren Sie mehr über Backup-Lösungen und Tools

- GOOGLE-ANZEIGEN

ComputerWeekly.de

Close