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Unified Communications in VDI-Umgebungen optimieren

Virtuelle Desktops beeinträchtigen oft die Qualität von Sprach- und Videoanrufen. Lokale Verarbeitungsprozesse entlasten die Server und garantieren eine stabile Kommunikation.

Seit dem Aufkommen von Softphones und Desktop-Videoanwendungen kämpfen IT-Verantwortliche damit, Unified Communications mit End User Computing zu verknüpfen. Zu einer Zeit, in der Sprach- und Videokonferenzen in der Regel auf dedizierter Hardware und in dedizierten Netzwerken liefen, konnten Ingenieure problemlos für die erforderliche Ausfallsicherheit und Leistung sorgen. Heute sind Sprache und Video lediglich Anwendungen im Netzwerk, haben jedoch weiterhin ihre eigenen spezifischen Anforderungen, die sorgfältig berücksichtigt werden müssen, um den Erfolg sicherzustellen.

End User Computing (EUC) umfasst die Geräte und Netzwerke, die Einzelpersonen zur Ausführung ihrer Anwendungen nutzen. Heute variieren diese Umgebungen stark, umfassen jedoch in der Regel mindestens Desktop- und Mobilgeräte sowie Fernzugriffstechnologien wie virtuelle private Netzwerke. EUC kann auch Betriebssysteme und Virtualisierung sowie Management- und Analysetools beinhalten.

Zentrale Herausforderungen bei der Zusammenführung von UC und End User Computing

Unified Communications (UC) erfordert eine hochwertige und zuverlässige Sprach- und Videoübertragung. Das bedeutet, dass EUC-Umgebungen so optimiert werden müssen, dass sie die jeweils genutzten spezifischen Anwendungen unterstützen. Zu den zentralen Herausforderungen zählen die Netzwerkbandbreite und Netzwerkleistung sowie der Einsatz von Desktop-Virtualisierung.

1. Rechenleistung und Netzwerk

Aus Sicht der Netzwerkbandbreite und -leistung teilen sich Sprach- und Videodienste in der Regel dieselbe Zugangsbandbreite und Prozessorkapazität, die auch von anderen Anwendungen genutzt wird. Auf Hochleistungs-Workstations und in 1-GBit-LANs spielt dies meist keine große Rolle, auf älteren Geräten oder bei der Nutzung von WLAN- und/oder Mobilfunknetzen mit variabler Bandbreite und Latenz kann es jedoch eine große Herausforderung darstellen.

Die CPU eines Laptops, auf dem viele Aufgaben und Hintergrundsoftware ausgeführt werden, verfügt möglicherweise nicht über den erforderlichen Speicher oder die erforderliche Rechenleistung, um ressourcenintensive Anwendungen wie 4K-Video zu unterstützen. KI-basierte lokale Funktionen wie virtuelle Hintergründe und Hintergrundunschärfe können unter begrenzten Rechenressourcen leiden.

Auf der Netzwerkseite können Sprach- und Videodienste, die als Apps auf einem PC oder Mobilgerät laufen, ihren Datenverkehr möglicherweise nicht gegenüber anderen Anwendungen priorisieren. Das kann zu Latenz und Jitter führen, was sich wiederum negativ auf die Leistung auswirkt.

2. Virtualisierung

Die Virtual Desktop Infrastructure (VDI) ist eine beliebte Methode, um die Verwaltung von Remote-Desktops zu vereinfachen. In einer VDI-Umgebung werden Anwendungen remote gehostet. Dadurch entfällt für Administratoren die Notwendigkeit, verteilte Anwendungen zu verwalten, und die Sicherheitslage kann verbessert werden. Zudem ermöglicht VDI Unternehmen, Benutzern kostengünstigere Endgeräte anstelle von Laptops und PCs mit vollem Funktionsumfang zur Verfügung zu stellen.

VDI bringt jedoch mehrere Probleme für UC mit sich, darunter den potenziellen Mangel an lokaler Sprach- und Videoverarbeitung. Das bedeutet, dass rohe Sprach- und Videodaten mit hoher Bandbreite das Netzwerk durchlaufen müssen, um von analog in digital umgewandelt zu werden. Dieses Problem wird durch Anbieter wie Dell und HP, die lokale Verarbeitung unterstützen, immer weniger zur Herausforderung. Doch VDI kann auch zu Verzögerungen bei der Bildschirmaktualisierung führen und eine große Menge an Remote-Serverressourcen beanspruchen. Sorgfältige Planung und Analysen sind sowohl für die laufende Verwaltung als auch zur Sicherstellung ausreichender Rechenressourcen erforderlich.

Weitere potenzielle Probleme, die die Nutzer beeinträchtigen können, sind der fehlende Zugriff auf bestimmte Funktionen, wenn sie keine lokalen Desktop-Versionen der UC-Anwendungen ausführen können, sowie die Unmöglichkeit, bestimmte Geräte, wie etwa Headsets, für die Kommunikation mit einer VDI-gehosteten Anwendung zu nutzen.

EUC-Probleme mindern

Unternehmen können VDI-Herausforderungen bewältigen, indem sie Technologien einsetzen, die die UC-Leistung gewährleisten, wie beispielsweise Microsofts SlimCore und vciBridge. Zudem können Unternehmen VDI-spezifische Plug-ins von Anbietern wie Cisco und Zoom nutzen. All diese Lösungen ermöglichen eine lokale Sprach-, Video- und Funktionsverarbeitung, um Backend-Server zu entlasten. Sie setzen jedoch voraus, dass Unternehmen VDI-Endgeräte bereitstellen, auf denen die lokale Software ausgeführt werden kann. Arbeiten Sie mit Ihren UC-Anbietern zusammen, um die spezifischen Optionen für Ihre lokale Umgebung zu ermitteln.

Eine weitere Möglichkeit, Probleme im Bereich UC und End User Computing zu mindern, ist der Einsatz von Enterprise Content Delivery Networks (CDN), um Videostreaming und Anwendungsbereitstellung zu optimieren. CDNs können die Auswirkungen virtueller Veranstaltungen, wie etwa Town-Hall-Meetings, auf das Netzwerk verringern.

Eine proaktive Überwachung der Anwendungsleistung ist schließlich unerlässlich, um den Erfolg sicherzustellen. Warten Sie nicht darauf, dass Benutzer den Helpdesk anrufen, um Probleme zu melden.

Die für UC Verantwortlichen müssen sicherstellen, dass ihre Anwendungsarchitekturen auf die EUC-Umgebungen abgestimmt sind. Entwickeln Sie Strategien, die die Sprach- und Videoleistung verbessern – insbesondere bei der Nutzung von VDI.

This article was originally published by SearchUnifiedCommunications.

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