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Performance Monitoring in automatisierten Netzwerken

Virtuelle und automatisierte Netzwerke können oft Performance-Probleme verbergen. Nur mit der richtigen Performance-Monitoring-Strategie nutzen Sie diese Umgebungen optimal.

Einige IT-Fachleute sind der Meinung, dass das Performance Monitoring von virtualisierten oder automatisierten Netzwerken sich nicht unterscheidet vom Monitoring traditioneller, hardwarebasierter Appliances. Das trifft allerdings keinesfalls zu.

Sowohl Virtualisierung als auch Automatisierung können leicht Probleme kaschieren, die eine Verschlechterung der Netzwerk-Performance verursachen. Diese Probleme können völlig unbemerkt bleiben, wenn Admins herkömmliche NPM-Tools (Network Performance Monitoring) einsetzen. Unternehmen, die die durch NPM-Analytics gewonnenen detaillierten Einblicke schätzen, erfahren im Folgenden alles Notwendige über Monitoring in virtualisierten oder stark automatisierten Netzwerkinfrastrukturen.

Performance-Monitoring-Strategie für virtuelle Netzwerke

Obwohl Virtualisierung enorme Effizienz, Skalierbarkeit und Kosteneinsparungen bieten kann, hat sie auch einige Nachteile. Einer davon ist zusätzliche Komplexität. Das Troubleshooting von Legacy-Netzwerken, die auf Bare-Metal-Hardware-Appliances basieren, ist einfach, weil jeder Hop von einem Netzwerkgerät zum nächsten eine physische Verbindung darstellt.

Nun, da virtuelle Server die Regel sind, können Dutzende oder Hunderte von virtuellen Maschinen (VM) auf einem einzigen Hypervisor laufen. Jede VM kann einen oder mehrere virtuelle Netzwerkadapter besitzen, die mit einem virtuellen Switch (vSwitch) verbunden sind. In einigen Fällen verfügt NPM-Software über wenig bis gar keine Sichtbarkeit in den vSwitch. Wenn eine VM mit einer anderen VM auf dem gleichen Hypervisor kommunizieren will, können einige NPM-Tools daher nicht den virtualisierten Layer durchdringen. Sollten Performance-Probleme bei diesem vSwitch auftreten, würden sich Netzwerk-Admins schwertun, den Grund herauszufinden.

Abbildung 1: Performance Monitoring für virtuelle und automatisierte Netzwerke im Vergleich.
Abbildung 1: Performance Monitoring für virtuelle und automatisierte Netzwerke im Vergleich.

Die gute Nachricht ist, dass aktuellere Hypervisor die Sichtbarkeit in virtuelle Netzwerk-Appliances verbessert haben. Sie sollten aber überprüfen, ob Ihre NPM-Software und der vSwitch in der Lage sind, das erforderliche Maß an Sichtbarkeit zu gewährleisten.

Performance-Probleme können sich auch in der Hypervisor-Plattform oder in der physischen Hardware zeigen, auf der der Hypervisor läuft. Deshalb reicht es in virtualisierten Umgebungen nicht aus, einfach ein Monitoring innerhalb der VM durchzuführen – die Sichbarkeit muss auch außerhalb der VM gegeben sein. Dazu gehört Performance Monitoring für den Hypervisor sowie für alle Computing-, Speicher- und Storage-Ressourcen.

Um die Sache noch komplizierter zu machen, lässt sich ein Hypervisor auch in einer verteilten Computing-Umgebung installieren. Das bedeutet, CPU, Speicher und Storage werden zugunsten einer verbesserten Effizienz und Skalierbarkeit für das Networking zusammengefasst.

Doch gleichzeitig mit diesen Vorteilen entsteht das Szenario von einem Netzwerk innerhalb eines Netzwerks. Die Geschwindigkeit Ihres IP-Netzwerks, das in einer VM läuft, kann aufgrund von Problemen im zugrunde liegenden verteilten Computing-Netzwerk plötzlich beeinträchtigt werden. Performance Monitoring für virtualisierte Netzwerkkomponenten bedeutet, auch die Performance von Hypervisor und verteilter Computing-Umgebung zu überwachen.

Performance-Monitoring-Strategie für automatisierte Netzwerke

Wenn alles funktioniert, kann Netzwerkautomatisierung eine ungeheure Zeitersparnis bedeuten. Läuft bei der Automatisierung aber etwas schief, kann das auch sehr schnell passieren.

Es gehört zwingend zu Performance-Monitoring-Strategien in einem automatisierten Netzwerk, dass Nutzer die Automatisierungen überwachen.

Das zeigt sich etwa sehr gut daran, wie Automatisierung die Zuverlässigkeit von NPM negativ beeinflussen kann, wenn es darum geht, ein Performance-Problem schnell zu identifizieren und zu beheben. Ganz gleich, ob Sie einfache Skripte erstellen oder ein deutlich intelligenteres Automatisierungssystem mithilfe von Machine Learning aufbauen: Automatisierung kann unbeabsichtigt zu Netzwerk-Performance-Problemen führen.

Obwohl dies ein separater Aspekt ist, wird das Problem durch den Umstand verschlimmert, dass Zeitaufwand und Komplexität, um das Problem zu identifizieren, deutlich steigen können, wenn die Automatisierungsprozesse selbst nicht richtig überwacht werden.

Wenn ein Mensch manuell Änderungen an der Netzwerkkonfiguration vornimmt, lässt sich einfach zurückverfolgen, wer, wann, aus welchem Grund eine solche Änderung durchgeführt hat. Wenn also eine Änderung zu einem Netzwerk-Performance-Problem führt, kann der Administrator diese Änderung einfach rückgängig machen. Bei automatisierten Änderungen ist es nicht immer so leicht, zu ermitteln, wann oder warum die Änderung vorgenommen wurde. Daher stellen Sie und Ihre Nutzer möglicherweise eine verringerte Netzwerk-Performance fest, ohne zu wissen, wo deren Ursache liegt.

Es gehört zwingend zu Performance-Monitoring-Strategien in einem automatisierten Netzwerk, dass Nutzer die Automatisierungen überwachen. Deshalb ist ein gründliches Monitoring und Logging von allen automatisierten Änderungen ein wichtiger Bestandteil der Strategie. Auf diese Weise können Sie einen Abfall der Netzwerk-Performance leichter mit der Änderung korrelieren. Dies mag wie eine selbstverständliche Voraussetzung für Automatisierung erscheinen. Doch Sie wären überrascht, wie viele Administratoren diese Art der Protokollierung nicht auf die gleiche Stufe stellen wie die Notwendigkeit, die Netzwerk-Performance zu überwachen.

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