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Linux auf einem Samsung DeX ist für die IT herausfordernd

Mithilfe von DeX können Anwender einen Linux-Desktop über ihr Samsung-Smartphone betreiben. Die IT-Abteilung sollte sich aber über die besonderen Anforderungen im Klaren sein.

Samsung DeX kombiniert die Mobilität von mobilen Geräten mit der Rechenleistung von Desktops. Wollen Mitarbeiter Linux mit einem Samsung DeX einsetzen, stellen sie die IT-Abteilung vor ein paar Herausforderungen.

Samsung DeX funktioniert mit den Samsung-Modellen Galaxy S8/S8+, Note8, S9/S9+, Note9 und Tab S4. Es kombiniert die Rechenleistung des Geräts und seines Snapdragon-Chips von Qualcomm in einem Emulationsmodus. Via Docking Station oder Kabel kann es Hardwareverbindungen zu Peripheriegeräten herstellen. Über einen virtuellen Desktop von Citrix oder VMware können die Anwender einen großen Monitor, eine Tastatur oder eine Maus anschließen. Damit erhalten Sie über ihr Mobilgerät ein Desktop-Erlebnis auf einem Bildschirm. Der Ansatz ist für Anwender reizvoll, die für das Tagesgeschäft stark auf das Smartphone angewiesen sind, aber dennoch hin und wieder eine komplette PC-Umgebung brauchen.

DeX gibt es sowohl für Windows als auch Linux. Linux mit Samsung DeX erfordert aber von der IT-Abteilung ein paar zusätzliche Anstrengungen. Auch wenn Google Android auf einem Linux-Kernel basiert, ist es zwar möglich aber nicht üblich, Linux auf einem Galaxy Smartphone laufen zu lassen. Dennoch gibt es viele Anwender, die ihr Smartphone mit Linux nutzen wollen.

Die Herausforderungen, Linux auf einem Smartphone zu betreiben

Viele Linux Apps laufen nicht auf 64-Bit-Chips von ARM, die normalerweise in Smartphones verbaut werden. Die IT-Abteilung muss Apps für den speziellen Prozessor kompilieren und viele der Anwendungen gibt es nur für den Einsatz auf x86-Architekturen. Deswegen laufen viele Linux-Anwendungen nicht nativ auf mobilen Geräten. Weiterhin kommt hinzu, dass nicht alle Linux-Distributionen für Smartphone-Hardware optimiert sind.

Außerdem ist es so, dass Linux auf einem Smartphone die Security-Anstrengungen umgeht, die Google und Android-OEMs aufbringen, um die Geräte entsprechend abzusichern. Lassen Anwender Linux auf einem Smartphone laufen, riskieren sie damit Datenschutzverletzungen und Angriffe durch Malware.

Linux nimmt allerdings einen relativ kleinen Marktanteil ein und deswegen gibt es weniger Malware-Angriffe auf das Betriebssystem als auf Android oder Apple iOS.

Herausforderungen mit Linux auf Samsung DeX

Samsung hat eine Partnerschaft mit Canonical abgeschlossen. Damit steht eine optimierte Version der Linux-Distribution Ubuntu für DeX zur Verfügung. Es ist derzeit auch die einzige Linux-Distribution, die es für DeX gibt. Die IT-Abteilung kann ein angepasstes Ubuntu OS in einem speziellen DeX-Container installieren. Dadurch sind Galaxy Smartphones, die DeX unterstützen, in der Lage, Linux zu starten. Allerdings befindet sich das Programm in einer Beta-Phase. Weder Canonical noch Samsung können komplette Stabilität dieses Ansatzes garantieren.

Abbildung 1: Mithilfe der Samsung DeX Station können Anwender ihre Smartphones wie Desktops bedienen.Abbildung 1: Mithilfe der Samsung DeX Station können Anwender ihre Smartphones wie Desktops bedienen.

Es gibt beim Einsatz von Linux mit Samsung DeX verschiedene Probleme. Weil Linux in einem Emulations-Modus läuft, kann es die Leistung des mobilen Gerätes nicht vollständig ausschöpfen. Die IT-Abteilung oder die Anwender müssen die DeX Software anpassen, damit ein Einsatz von Linux auf Samsung DeX möglich ist. Sobald der Anwender das mobile Gerät von der Docking Station oder vom Kabel trennt, verwendet das Gerät wieder das normale Galaxy OS. Deswegen brauchen die Nutzer sowohl Android- als auch Linux-Versionen ihrer Apps, wenn sie auch im mobilen Modus arbeiten wollen.

Linux auf DeX setzt relativ viel Platz für den Download und die Installation voraus. Samsung empfiehlt mindestens 15 GByte an Storage und 4 GByte RAM für einen reibungslosen Betrieb. Die Verwaltung einer Linux-DeX-Installation verhält sich anders. Möglicherweise funktionieren Unternehmens-Tools wie Enterprise Mobility Management (EMM) nicht mit Linux auf Samsung DeX.

Anwendungsfälle für Linux auf Samsung DeX

Entwickler und App-Anwender profitieren von Linux mit Samsung DeX. Für IT-Mitarbeiter, die Server und Systeme für Linux unterstützen, ist der Ansatz ebenfalls reizvoll. Normalerweise handelt es sich aber um einen kleinen Teil in einem Unternehmen. Deswegen will die IT-Abteilung solche Anwender vielleicht nur in Ausnahmefällen unterstützen.

Linux unter DeX ist keine Linux-Distribution, die für den Betrieb des Smartphones zuständig ist. Dafür gibt es andere Tools und die IT-Abteilung muss das Android-Gerät rooten. Es ist lediglich eine Option, einen temporären Linux-Desktop von einem Smartphone aus zu starten. Setzen Unternehmen Linux für DeX ein, sollten sie die Grenzen kennen und sich bewusst sein, dass sich das Projekt in einer Beta-Phase befindet. Es ist nicht als stabil oder für den Einsatz in produktiven Umgebungen deklariert, wie das bei anderen Linux-Tools der Fall ist. Deswegen sollten IT-Profis Linux für DeX mit Bedacht einsetzen, zumindest solange, bis es sich bewährt hat.

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