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Fünf Tipps für Disponenten, um Material in SAP ECC effektiver zu planen

Materialgruppierungen erstellen, Nachschubstrategien entwerfen und Veränderungen überwachen sind wichtig für die effektive Materialplanung in SAP ECC.

Disponenten spielen eine Schlüsselrolle in der Bestandsführung, denn sie müssen einen stetigen Produktions- und Versandfluss gewährleisten. Zum Beispiel müssen sie sicherstellen, dass genug Rohstoffe für die Herstellung eines Produkts vorhanden sind, sie müssen die Lagerbestände verwalten und eine ordnungsgemäße Auslieferung gewährleisten. Aufgrund dieser zentralen Rolle kann ein Disponent vom Verkaufs- und Produktionsbereich für Produkt- und Bestandsdefizite verantwortlich gemacht werden.

Als Reaktion darauf möchten einige Materialplaner und Disponenten einen Überschuss an Inventar und Rohstoffen anlegen, so dass es zu keinen Materialmängeln kommt. Doch dieser Ansatz verursacht mehr Probleme als er löst. Außerdem wird das Management des Unternehmens vom Disponenten verlangen, dass er den Bestand reduziert, um Kapital freizugeben, Lagerfläche einzusparen, den Transport von Rohstoffen zu beschleunigen und ungenutzten Bestand zu beseitigen. Schließlich kann das Unwissen darüber, was wann wohin transportiert werden muss und welches Inventar reduziert werden kann, einen Teufelskreis auslösen.

Ein Disponent, der bereits SAP ERP Central Component (ECC) einsetzt, kann mit Planungsinstrumenten wie SAP Advanced Planning and Optimization (APO) oder SAP Integrated Business Planning (IBP) versuchen, diese Probleme zu lösen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Anwendungen wie SAP ECC, APO und IBP nur solide Geschäfts- und Planungsrichtlinien ermöglichen, diese aber nicht ersetzen.

Darüber hinaus ist es für die Auswahl der richtigen Technologie wichtig, dass ein Disponent die Genauigkeit der Materialplanungsdaten beurteilt und die Funktionen der Materialplanung versteht, die SAP ECC bietet. Einige der Tools, die man betrachten sollte, sind Materialbedarfsplanung (Materials Requirement Planning, MRP), Langfristplanung (Long-Term Planning, LTP) und Flexible Planung (Flexible Planning). Disponenten können außerdem die Implementierung von Add-ons für SAP ECC in Erwägung ziehen.

Darüber hinaus kann es hilfreich sein, folgende Best Practices für die Planung zu berücksichtigen.

Materialgruppierung

Da ein Disponent eine große Anzahl von Materialien verarbeitet, ist es nur logisch, dass es eine logische Gruppierung von Materialien gibt, die auf unterschiedlichen Kriterien basieren. Sechs dieser Kriterien können zum Beispiel sein: Materialverbrauchsvolumen (hoch, mittel, niedrig), Verbrauchsvorhersagbarkeit, Vorlaufzeit (lang oder kurz), Flächengröße oder Platzbedarf, Materialpreis und Materiallebenszyklus (neu, regelmäßig, alt oder veraltet).

Materialnachschubstrategien zuordnen

Hat man Materialgruppen erstellt, ist es an der Zeit, relevante Nachschubstrategien zu definieren, die durch Richtlinien erzwungen werden. Zum Beispiel können höherwertige Materialien, die regelmäßig benötigt werden und wenig Lagerraum verbrauchen, ein Service Level von 98 Prozent erhalten. Das bedeutet, dass diese Materialien mindestens 98 Prozent der Zeit verfügbar sein müssen.

Ein Disponent kann mit relevanten Beteiligten, zum Beispiel aus Vertrieb, Produktion oder Beschaffung, zusammenarbeiten, um verschiedene Nachschubstrategien zu entwerfen, zu vereinbaren und umzusetzen. Diese Strategien spiegeln sich dann in den aktualisierten Materialplanungsdaten wider.

Kontinuierliche Überwachung

Doch wie gut sind Strategien, wenn es keine wirksamen Mechanismen gibt, um ihre Einhaltung zu überwachen? Hier kann ein Tool wie Exception Monitoring in SAP ECC Disponenten helfen, indem es detaillierte Analysen von wichtigen Ausnahmen bietet, zum Beispiel wenn Sicherheitsbestände auf ein kritisches Niveau fallen oder eine abweichende Vorlaufzeit haben, was die Produktion verlangsamen oder aufhalten kann.

Reporting Tools wie das SAP Frühwarnsystem können Disponenten ebenfalls vor Ausnahmen warnen. Es gibt darüber hinaus Berichte und Funktionen in SAP ECC, die es Planern ermöglichen, Stammdaten, welche die Grundlage für die gesamte Materialplanung bilden, ständig zu evaluieren und zu optimieren.

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Die Bestandsführung kontrollieren

Genauso entscheidend wie Materialplanung für den Unternehmenserfolg ist, so wichtig ist Überwachung und Kontrolle für deren Optimierung. Disponenten können Berichte und Funktionen verwenden, um einen besseren Einblick in die Vorlaufzeit kritischer Komponenten oder der Variabilität verbrauchter Materialien (langsame oder nicht mehr vorhandene Bestände) zu gewinnen, um die künftige Planung dieser Materialien entsprechend anzupassen.

Add-on Tools einsetzen

Planungsfunktionen, die in SAP ECC zur Verfügung stehen, decken nicht die gesamte Breite der Planungsherausforderungen eines Disponenten ab. Um diese Lücke zu schließen, bietet SAP verschiedene Add-ons für SAP ECC, zum Beispiel Inventory Controlling Cockpit, Dispositionsmonitor (MRP-Monitor), Kanban Monitor oder Replenishment Lead Time Monitor. Diese Tools wurden von SAP und in enger Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt, um Probleme bei der Planung zu bekämpfen.

Mit sorgfältiger Planung, einer makellosen Ausführung, ständiger Überwachung und laufenden Optimierungen des Materialplanungsprozesses kann ein taktischer Planer ein strategischer Disponent werden und damit eine Win-Win-Situation für alle erreichen.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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