Fünf Open Source SDN-Controller, die Sie kennen sollten

Open-Source-Controller sind im SDN-Bereich beliebt. Sie eignen sich gut, um mit Netzwerk-Virtualisierung und NFV zu arbeiten.

Open-Source-Controller werden im SDN-Bereich immer populärer. Sie bieten gute Möglichkeiten, eine SDN-Infrastruktur und -Anwendungen zu testen, einschließlich Netzwerk-Virtualisierung und Network Functions Virtualization (NFV).

Doch weil Software-defined Networking (SDN) so neu ist, sind viele Nutzer skeptisch gegenüber Netzwerken, die auf Open-Source-Software basieren. Das sagen zumindest die Analysten. In der Tat neigen viele Mainstream-Unternehmenskunden zu kommerziellen SDN-Angeboten, weil sie glauben, dass diese einfacher zu verstehen und zu verwalten sind.

"[SDN] ist auch eine radikal andere Art, die Dinge zu tun: dynamisch, automatisiert, abstrahiert und Policy-basiert im Vergleich zu manuell und CLI-basiert", sagt Andrew Lerner, Research Director bei Gartner. "Die Kumulation dieser Faktoren ist im Wesentlichen ein doppelter Paradigmenwechsel: Open Source Networking und Software-Defined Networking. Das führt zu begrenztem Mainstream-Interesse und eingeschränkter Adaption von Open Source SDN-Controllern".

Doch Unternehmen mit supergroßen Netzwerken, die riesige Datenmengen und Hochleistungs-Anwendungen verarbeiten müssen, benötigen heute Programmierbarkeit und Automatisierung. Als Ergebnis nehmen Service Provider, Cloud-Anbieter, Telekommunikations-Unternehmen, Finanzdienstleister und akademischen Institutionen die Technologie bereits an. Ihre Netzwerkarchitekturen und Geschäftsmodelle werden sich auf die anderen Unternehmen auswirken. Deshalb sind die Ingenieure in Unternehmen nun gezwungen, etwas über Open Source SDN-Controller zu lernen.

Wir haben Informationen zu fünf Open Source SDN-Controllern zusammengefasst, über die Sie Bescheid wissen sollten:

1. OpenDaylight SDN-Controller: OpenDaylight hat im Februar 2014 die Freigabe seiner Open-Source SDN-Controller-Plattform Hydrogen angekündigt. Die Basisvariante von Hydrogen enthält einen modularen Multiprotokoll-SDN-Controller. Der basiert auf OSGi (Open Service Gateway initiative) sowie einem OpenFlow-Plug-in, einer OpenFlow-Protokoll-Bibliothek, dem OVSDB (Open vSwitch Database Management Protocol) und YANG-Tools.

Mit der Einführung eines Open Source SDN-Controllers demonstriert OpenDaylight, dass es eine zentrale Steuerung für alle SDN-Architekturen unabhängig von Hersteller bieten kann. Die Wiki-Seite des OpenDaylight-Controllers enthält Anweisungen, wie man den SDN-Controller installiert, Programmieranleitungen, FAQs und Informationen zu der Hydrogen- und Helium-Version. Einen kommerziellen OpenDaylight-Controller gibt es beispielsweise von Brocade.

2. OpenContrail SDN-Controller: OpenContrail bietet einen SDN-Controller als Teil des Apache-2.0-Lizenz-Projekts. Es wird verwendet, um Netzwerk-Virtualisierung zu ermöglichen. Obwohl es offen ist, stammt OpenContrail von Juniper Networks. Der Controller arbeitet mit virtuellen Routern, die auf Hypervisor-Hosts, einer Analyse-Engine und dokumentierten Northbound-APIs setzen. OpenContrail kann auch als Netzwerk-Plattform für Cloud-Infrastrukturen fungieren. Laut dem Projekt sind Netzwerk-Virtualisierung, Netzwerk-Programmierbarkeit, Automatisierung und Big Data für die Infrastruktur wichtige Aspekte seines Systems. Der OpenContrail-Quellcode wird über mehrere Software-Repositories gehostet. Dabei ist die Kernfunktionalität des Systems im OpenContrail-Controller-Repository zu finden. Zusätzliche Quellcode-Anweisungen sind ebenfalls vorhanden.

3. Floodlight Open SDN-Controller: Der Floodlight Open SDN-Controller ist ein Java-basierter OpenFlow-Controller der Enterprise-Klasse mit Apache-Lizenz. Er ist Teil einer Sammlung von Open-Source-Projekten, die von Big Switch begleitet werden. Der Controller unterstützt eine Reihe von virtuellen sowie physischen OpenFlow-Switches und kann mit gemischten OpenFlow- sowie nicht-OpenFlow-Netzwerken umgehen. Der Controller enthält auch Unterstützung für die Cloud-Orchestrierungs-Plattform OpenStack. Floodlight arbeitet bereits in einer Reihe von Anwendungen, einschließlich des OpenStack Quantum-Plug-ins und dem Floodlight Virtual Switch. Der SDN-Controller steht auf der Projekt-Website zum Download zur Verfügung.

4. Ryu OpenFlow-Controller: Ryu ist ein SDN-Framework, das Software-Komponenten bietet, die in SDN-Anwendungen eingesetzt werden. Es ermöglicht Entwicklern, neue Netzwerk-Management-und Steuerungsanwendungen zu erstellen. Ryu unterstützt verschiedene Protokolle für die Verwaltung von Netzwerkgeräten, einschließlich OpenFlow, Netconf und OF-config. Es ist Dokumentation verfügbar, um mehr über das Ryu-Netzwerkbetriebssystem zu lernen. Sie steht auf der Projektseite zum Download zur Verfügung.

5. FlowVisor OpenFlow-Controller: FlowVisor ist ein OpenFlow-Controller für spezielle Anwendungen, der als Vermittler zwischen OpenFlow-Switches und mehreren OpenFlow-Controllern fungiert. Der Controller ermöglicht Netzwerk-Virtualisierung, indem er ein physisches Netzwerk in mehrere logische Netzwerke unterteilt. Der Controller sorgt dafür, dass jeder andere Controller nur die ihm zugeordneten Switches und Ressourcen berührt. Er teilt auch die Bandbreite und Flusstabellen-Ressourcen auf jedem Switch auf und weist Partitionen individuellen Controllern zu. Die FlowVisor-Controller steht mit Anweisungen auf seiner GitHub-Seite zum Download zur Verfügung.

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