Definition

X.500

Mitarbeiter: Angie D. Graves

X.500 Directory Service (Verzeichnisdienst) ist ein Standard der ITU und der ISO, um für die in einem Unternehmen arbeitenden Menschen ein elektronisches Verzeichnis zu erstellen. Somit kann es Teil eines globalen Verzeichnisses sein, das sogar über das Internet erreichbar sein kann. So ein Verzeichnis wird manchmal auch als weiße Seiten oder White Pages bezeichnet. Das Ziel ist es, Kontakte auf einfache Weise finden zu können. Dabei läßt sie sich unter anderem nach Namen, Abteilungen und Organisation filtern. Viele Institutionen haben X.500-Verzeichnisse erstellt. Weil diese Verzeichnisse als Teil eines globalen Verzeichnisses organisiert sind, können Sie hunderte oder tausende Menschen im Internet von einem einzelnen Platz aus suchen und finden.

Das X.500-Verzeichnis ist unter einem herkömmlichen Wurzelverzeichnis in einer Baumhierarchie organisiert: Land, Organisation, Abteilung und Person. Ein Eintrag bei all diesen Parametern muss gewisse Attribute aufweisen. Einige enthalten vielleicht optionale Einträge. Das ist vor allen Dingen bei lokaler Anwendung der Fall. Jede Organisation kann ein eigenes Verzeichnis implementieren, solange sie sich an das grundlegende Schema oder den Plan hält. Das verteilte globale Verzeichnis funktioniert mithilfe eines Prozesses zur Registrierung und einem oder mehreren zentralen Stellen. Von diesen aus werden die Verzeichnisse verwaltet.

Das Bereitstellen eines X-500-Verzeichnisses erlaubt es einem Unternehmen, sich selbst und ausgewählte Mitglieder sichtbar ins Internet zu stellen. Zwei der größten Provider von Verzeichnisdiensten sind InterNIC und ESNet. InterNIC überwacht die Domänen-Registrierung in den USA und ESNet verwaltet X.500-Daten für alle nationalen Laboratorien in den Vereinigten Staaten von Amerika. ESNet und ähnliche Provider stellen außerdem Zugriff auf die Suche von Namen im globalen Verzeichnis zu Verfügung. Dafür gibt es verschiedene Anwenderschnittstellen, zu denen auch designierte Websites gehören. Beispiele an dieser Stelle sind whois und finger. Die Organisationen bieten unter anderem Hilfe für Unternehmen an, die ihren eigenen DIT (Directory Information Tree) aufbauen.

Bei X.500 wird jedes lokale Verzeichnis DSA (Directory System Agent) genannt. Ein DSA kann eine Organisation oder eine Gruppe an Organisationen repräsentieren. Die DSAs sind über den DIT (Directory Information Tree) miteinander verbunden. Die Benutzerschnittstelle für den Zugriff auf ein oder mehrere DSAs nennt sich DUA (Directory User Agent). Zu den DUAs gehören whois, finger und diverse Programme mit einer grafischen Benutzerschnittstelle. X.500 ist als Teil des DCE (Distributed Computing Environment) in seinem GDS (Global Directory Service) implementiert. Die University of Michigan ist eine von mehreren Universitäten, die X.500 für das Routen von E-Mails verwenden. Weiterhin ermöglicht sie mithilfe von LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) die Namenssuche.

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Diese Definition wurde zuletzt im Oktober 2016 aktualisiert

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