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Wie sich das aggressive iOS-13-Speichermanagement auswirkt

Apples iOS 13 hat eine Speicherverwaltung, die mobile Anwendungen beenden kann, die nicht in Gebrauch sind. Zwar gibt es Updates, aber einige der Kernprobleme bleiben bestehen.

Mit iOS 13.2 und iPadOS 13.2 fügte Apple eine aggressivere Speicherverwaltung hinzu, um die In-App-Performance und die Gesamt-Benutzererfahrung (User Experience, UX) zu verbessern.

Diese Entscheidung ist sinnvoll für ein mobiles Betriebssystem, das auf so alter Hardware wie dem iPhone 6s, das 2015 auf den Markt kam, reibungslos funktionieren muss.

Durch die Abschaltung inaktiver Apps setzt das Betriebssystem Ressourcen frei, um einen flüssigeren Betrieb von Apps zu gewährleisten, die tatsächlich genutzt werden. Diese Maßnahme dürfte in den meisten Fällen auch die Akkulaufzeit der Smartphones verbessern.

Probleme mit dem aggressiven Speichermanagement von iOS 13

Das Problem für IT-Fachleute in Unternehmen ist, dass die Speicherverwaltung von iOS 13 in manchen Situationen zu aggressiv ist. Viele iPhone-Benutzer berichteten, dass sie Entwürfe von E-Mails verloren haben und Seiten im Apple Safari-Browser neu geladen werden mussten, wenn der Benutzer von diesen Apps wechselt, um eine Nachricht zu beantworten oder eine Benachrichtigung zu adressieren.

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele für Probleme, die durch diese RAM-Verwaltungsfunktion verursacht werden,. Zum Beispiel werden teilweise angesehene Videos entweder neu gestartet oder als vollständig angesehen markiert.

Die aggressive Speicherverwaltung von iOS 13 behindert die Multitasking-Fähigkeit der Benutzer. Obwohl diese Funktion dazu gedacht ist, die Akkulaufzeit zu verlängern, kann sie sie tatsächlich verkürzen. Benutzer müssen Anwendungen möglicherweise von Grund auf neu laden, wenn sie zwischen ihnen wechseln, was alle Vorteile zunichtemacht, die sich aus dem Herunterfahren durch das Betriebssystem ergeben würden.

Viele mobile Anwendungen speichern ihren Status, wenn das Speichermanagement des Betriebssystems sie beendet. Aber alle Anwendungen, die keinen Status-Save ausführen, könnten Text und Daten verlieren, an denen die Benutzer noch gearbeitet haben. Bei einigen Nutzern, die für einen bestimmten Arbeitsablauf ständig zwischen mobilen Anwendungen wechseln müssen, wird die Produktivität durch diese Funktion von iOS 13 massiv behindert.

Schnell veröffentlichte Apple iOS 13.2.2, das verschiedene Fehlerbehebungen enthielt. In den Versionshinweisen war der folgenden Kommentar zu lesen: „Behebt einen Fehler, der dazu führen konnte, dass Anwendungen unerwartet beendet wurden, wenn sie im Hintergrund liefen.“

Während dies einiges beim aggressiven iOS-13-Speichermanagement verbesserte, blieben manchen Probleme bestehen. Beispielsweise konnten mobile Anwendungen keine Inhalte herunterladen, wenn sie im Hintergrund liefen.

Apple hat das App-Download-Problem jedoch mit iOS 13.2.3 gelöst. Mit jeder neuen iOS-Aktualisierung wurde der RAM-Verwaltungsprozess verbessert, aber jede neue Version hat auch einige hartnäckige Probleme hinterlassen. Beispielsweise wurde mit iOS 13.3 ein Problem behoben, bei dem E-Mail-Clients im Hintergrund keine neuen Nachrichten herunterladen konnten. In den Fehlerbehebungen für iOS 13.4 oder 13.4.1 gibt es jedoch keine Hinweise zur Speicherverwaltung.

Was der Anwender tun kann

Während die letzten iOS-13-Updates einige der Probleme beseitigt zu haben scheinen, ist das Speichermanagement immer noch weitaus aggressiver als bei den Vorversionen des Betriebssystems. Ein bewährtes Verfahren zur Bewältigung dieser Umstände ist häufiges manuelles Speichern. Das gilt insbesondere für benutzerdefinierte oder Geschäftsanwendungen, die keine automatische Speicherfunktion haben.

Es ist auch eine gute Idee, Anwendungen manuell zu schließen, die gerade nicht benötigt werden. Das reduziert den Umfang des RAM-Managements, den das Betriebssystem ausführt. Der Wechsel zwischen einigen wenigen aktiven mobilen Anwendungen ist zwar in Ordnung, aber wenn zu viele geöffnet sind, werden einige davon vom Betriebssystem beendet. Mit der aggressiven iOS-13-Speicherverwaltung hat der Benutzer nicht die Wahl, welche Anwendungen geöffnet bleiben.

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