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Microsoft Windows: Update-Arten im Überblick
Das Einspielen von Updates gehört zur Basisarbeit in Sachen Sicherheit bei Windows. Aber welche Arten werden eigentlich von Microsoft bereitgestellt, und was enthalten die Pakete?
Die Empfehlung Updates zeitnah einzuspielen, bei Software im Allgemeinen und Betriebssystemen im Besonderen, gehört zu den Standardempfehlungen in Sachen Sicherheit. Aber was heißt Update beispielsweise im Falle von Windows eigentlich im Detail?
Das geht meist schon mit den Begrifflichkeiten los. So ist das monatliche Sicherheitsupdate ja keineswegs nur ein Flicken, mit dem eine oder mehrere Sicherheitslücken im Betriebssystem geschlossen wird, sondern hat meist noch eine ganze Reihe weitere Veränderungen am System im Gepäck. Microsoft hat sich dem Thema auf dem Windows IT Pro Blog etwas angenommen und wir haben das einmal im Detail betrachtet.
Klassische Sicherheitsupdates für Windows
Seit vielen Jahren ist der zweite Dienstag im Monat der Tag, an dem für Windows-Systeme Sicherheitsupdates (so die Bezeichnung in Windows) veröffentlicht werden. Daher ist auch oft vom Patch Tuesday oder in der Vergangenheit auch schlicht Patchday die Rede. Microsoft veröffentlicht an diesem Tag die monatlichen Sicherheitsupdates für Clients und Server für die noch unterstützten Windows-Versionen. In Deutschland stehen diese Updates üblicherweise gegen Abend zur Verfügung. Diese Updates schließen nicht nur etwaige Sicherheitslücken, sondern können auch Funktionen und Verbesserungen enthalten. Im Sprachgebrauch wird für diese monatlichen Updates nicht nur der Begriff Sicherheitsupdates verwendet, sondern auch von Qualtitätsupdates oder monatlichen kumulativen Updates gesprochen.
Seit einigen Jahren sind diese Sicherheitsupdates kumulativ. Will heißen, die Updates umfassen auch die vorherigen Korrekturen. Wird ein Update eingespielt, so wird das Gerät auf den aktuellen Stand gebracht. Damit sind auch alle zuvor veröffentlichten Korrekturen für die entsprechende Betriebssystemversion enthalten. Die Umstellung auf kumulative Updates sollte es Admins erleichtern, einen einheitlichen Stand der verwalteten Geräte einzuhalten und die Fragmentierung im Update-Stand verringern.
Geht es um das Schließen von Sicherheitslücken, so hat Microsoft in der jüngeren Vergangenheit auch für Windows 11 die Hotpatch-Updates eingeführt. Hotpatch-Updates lassen sich ohne Neustart der Systeme einspielen und umfassen primär die Sicherheitskorrekturen. Will man ein Windows-11-System auf dem neuesten Stand halten, dann wird bei entsprechender Hotpatch-Konfiguration nur viermal im Jahr ein Update mit Neustart notwendig, um es insgesamt auf dem neuesten Stand zu halten. Die Sicherheitsupdates dazwischen können ohne Neustart durchgeführt werden.
Hotpatching bei Windows 11 funktioniert nur unter bestimmten Voraussetzungen und ist seit Windows 11 24H2 möglich. Folgende Lizenzen sind dafür Bedingung: Windows 11 Enterprise E3 oder E5, Microsoft 365 F3, Windows 11 Education A3 oder A5, Microsoft 365 Business Premium oder Windows 365 Enterprise.
Updates außer der Reihe (Out-of-Band)
Unter bestimmten Bedingungen veröffentlicht Microsoft Updates außerhalb des üblichen monatlichen Zyklus. Die Ausnahmefälle können etwa dann eintreten, wenn ein besonders akutes Sicherheitsrisiko besteht oder ein sehr konkretes Problem behoben werden muss. Nicht alle so genannten Out-of-Band-Updates werden zwangsweise als Sicherheitsupdates ausgerollt, sie können auch optional (siehe unten) sein. Jüngstes Beispiel ist ein Out-of-Band-Update vom 18. Juli 2026 für Windows 11 (25H2 und 24H2), das ein Problem behob, das durch ein zuvor ausgerolltes Update auf einigen Systemen entstehen konnte.
Üblicherweise sind die Out-of-Band-Updates auch kumulativ, sprich, sie enthalten neben der Lösung für das ganz spezifische Problem auch alle zuvor veröffentlichten Korrekturen. Die Bereitstellung in Unternehmen erfolgt meist auf den üblichen Wegen.
Nicht sicherheitsrelevante Vorschau-Updates
Microsoft veröffentlicht immer wieder optionale Vorschau-Updates. Diese Updates erlauben es Anwendern und Administrationen anstehende Veränderungen zu überprüfen. Und dies bevor diese Teil eines regulären Sicherheitsupdates im monatlichen Zyklus werden. Anhand dieser Vorschau-Updates, lassen sich beispielsweise neue Funktionen vor einer breiteren Einführung im Unternehmen auf Systemen schon einmal testen. Die Vorschau-Updates sind auch kumulativ und werden üblicherweise nur für die neuesten unterstützten Windows-Versionen angeboten. In der Regel werden Vorschau-Updates in der vierten Woche eines Monats veröffentlicht.
Jährliche Funktionsupdates
Apropos Windows-Versionen: Zwar verändert sich Windows im Laufe der Zeit ohnehin auch funktionell, wenn dies die IT-Abteilung entsprechend konfiguriert. Zudem erfolgt einmal jährlich dann derzeit ein großes Funktionsupdate wie beispielsweise die Version Windows 11 24H2 oder 25H2. Diese Feature-Updates mit neuen Funktionen erscheinen in der zweiten Hälfe eines Kalenderjahres.
Das jährliche Funktionsupdate kennzeichnet auch den Beginn eines Support-Lebenszyklus. Sprich, die Home- und Pro-Editionen erhalten ab diesem Zeitpunkt 24 Monate Unterstützung. Die Enterprise- und Education-Editionen bekommen den Support über 36 Monate.
Sowohl bei neuen Funktionen als auch bei Funktionsupdate erfolgt die Bereitstellung nicht immer simultan auf allen Geräten gleichermaßen. Oftmals werden diese in Wellen ausgerollt, beziehungsweise schrittweise bereitgestellt. IT-Abteilungen können granular darauf Einfluss nehmen, wann Funktionsupdates auf die Clients ausgerollt werden.
Bereitstellung von Updates
Updates für Windows lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise ausrollen. Für Privatanwender und insbesondere kleinere Organisationen dürfte schlicht und einfach das integrierte Windows Update die gängige Variante sein.
Für die Verwaltung von Updates in Unternehmen existieren mannigfaltige Varianten - auch seitens Microsoft. Beispielsweise Microsoft Intune, Windows Autopatch, Microsoft Configuration Manager sowie die abgekündigten Windows Server Update Services (WSUS), je nach Wahl auch in unterschiedlichen Kombinationen. Und natürlich existieren am Markt vielfältige Lösungen von Drittanbietern unterschiedlichster Ausprägung.