Definition

Objektorientiertes Datenbankmanagementsystem (OODBMS)

Bei einem objektorientierten Datenbankmanagementsystem (OODBMS), gelegentlich verkürzt auch Objektdatenbankmanagementsystem (ODBMS), handelt es sich um ein Datenbankmanagementsystem (DBMS), das die Modellierung und Erstellung von Daten als Objekte unterstützt. Dazu gehört auch die Unterstützung für Klassen von Objekten sowie die Vererbung von Klasseneigenschaften und -methoden durch Unterklassen und deren Objekte.

Es gibt aktuell nur zaghafte Ansätze für einen allgemein akzeptierten Standard, der beschreibt, was ein OODBMS ausmacht. Auch wenn OODBMS-Produkte mittlerweile recht weit entwickelt sind, verhindert eine geringe Verbreitung von Objektdatenbanken deren Durchbruch.

In der Zwischenzeit ist das objektrelationale Datenbankmanagementsystem (ORDBMS) - die Vorstellung, dass sich objektorientierte Datenbankkonzepte auf relationale Datenbanken aufsetzen lassen - häufiger in verfügbaren Produkten anzutreffen.

Bis 2001 arbeitete die Object Data Management Group (ODMG), ein Zusammenschluss verschiedener Hersteller der Branche, an einem Standard für objektorientierte Datenbankschnittstellen und veröffentlichte zuletzt die Spezifikation ODMG Version 3.0. Die dem ODMG übergeordnete Object Management Group (OMG) arbeitet derzeit an Version 4.0 und hat zuvor bereits eine objektorientierte Schnittstelle für die Datenübermittlung zwischen Systemen in einem Netzwerk standardisiert.

In ihrer viel beachteten Publikation The Object-Oriented Database Manifesto definieren Malcolm Atkinson und andere Autoren ein OODBMS folgendermaßen:

Ein objektorientiertes Datenbanksystem muss zwei Kriterien erfüllen: es soll ein DBMS sein, und es soll ein objektorientiertes System sein, das heißt, es soll weitgehend zu den aktuellen objektorientierten Programmiersprachen konsistent sein. Aus dem ersten Kriterium ergeben sich fünf Funktionen: Persistenz, Management des Sekundärspeichers, gleichzeitiger Zugriff, Wiederherstellung und eine Möglichkeit für Ad-hoc-Abfragen. Aus dem zweiten Punkt lassen sich acht Funktionen ableiten: komplexe Objekte, Objektidentität, Kapselung, Typen oder Klassen, Vererbung, Overriding in Verbindung mit später Bindung, Erweiterbarkeit und Berechnungsvollständigkeit.

Das Manifest beschreibt jede dieser Funktionen im Detail.

Diese Definition wurde zuletzt im August 2015 aktualisiert

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