Definition

HDLC (High-Level Data Link Control)

Mitarbeiter: Kathy Chung und Yaakov Feldman

HDLC (High-Level Data Link Control) umfasst eine Gruppe von Protokollen oder Regeln für die Übertragung von Daten zwischen Netzwerkknoten (auch als Nodes bezeichnet). Bei HDLC werden Daten in Einheiten organisiert (auch Frames genannt) und über ein Netzwerk an ein Ziel gesendet, das anschließend überprüft, ob sie erfolgreich angekommen sind. Das HDLC-Protokoll steuert auch den Ablauf und die Geschwindigkeit, mit der die Daten gesendet werden. HDLC ist in RFC 4349 spezifiziert.

HDLC ist eines der am häufigsten verwendeten Protokolle im Layer 2 des Referenzmodells für Netzwerkprotokolle, dem OSI-Modell (Open Systems Interconnection). Layer 1 umfasst die physikalische Ebene, auf der die elektronischen Signale tatsächlich erzeugt und empfangen werden. Layer 3 verfügt als Vermittlungsschicht über Kenntnis des Netzwerks, wozu auch der Zugriff auf Router-Tabellen gehört, die festlegen, wohin Daten gesendet oder weitergeleitet werden sollen. Beim Senden erzeugt der Layer 3 einen Frame, der in der Regel die Quell- und Ziel-Netzwerkadresse beinhaltet. HDLC (Layer 2) kapselt den Layer-3-Frame und fügt dem neuen, größeren Frame Steuerungsinformationen für die Datenverbindung hinzu.

Mittlerweile ein ISO-Standard, basiert HDLC auf IBMs Protokoll SDLC, das in weiten Teilen in den Großrechnerumgebungen (Mainframe) von IBM Verwendung findet. In HDLC ist das Protokoll, das im wesentlichen SDLC entspricht, als Normal Response Mode (NRM) bekannt. Im Normal Response Mode sendet eine primäre Station (üblicherweise der Mainframe-Computer) Daten an eine sekundäre Station, die sich entweder Vorort befindet oder aber in einer Außenstelle steht und über dedizierte gemietete Leitungen angebunden ist. Letzteres wird dann als Multidrop- oder Multipoint-Netzwerk bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um die Art von Netzwerk, an die wir üblicherweise denken, sondern an ein nicht-öffentliches, geschlossenes Netzwerk. Bei dieser Anordnung erfolgt die Kommunikation in der Regel im Halb-Duplex-Verfahren.

Varianten von HDLC können auch für öffentliche Netzwerke verwendet werden, die das X.25-Kommunikationsprotokoll verwenden oder auch für Frame Relay, ein Protokoll, das sowohl in privaten als auch öffentlichen Wide Area Networks verwendet wird.

In der X.25-Version von HDLC beinhaltet der Daten-Frame ein Paket (in einem X.25-Netzwerk werden die Datenpakete über unterschiedliche Routen zu ihrem Ziel gesendet, die davon abhängen, wie der Router bestimmte Netzwerkbedingungen wahrnimmt. Am letztendlichen Zielort werden die Pakete wieder in die richtige Reihenfolge gebracht). Die X.25-Version von HDLC verwendet Peer-to-Peer-Kommunikation, bei der beide Enden die Kommunikation über Duplex-Verbindungen initiieren können. Diese Art von HDLC ist als Link Access Procedure Balanced (LAPB) bekannt.

Die folgende Tabelle listet die existierenden HDLC-Varianten auf, und wofür sie benutzt werden:

HDLC-Variante

Einsatzgebiet

NRM (Normal Response Mode)

Multipoint-Netzwerke, die typischerweise SDLC verwenden

LAP (Link Access Procedure)

Frühe X.25-Implementierungen

LAPB (Link Access Procedure, Balanced)

Derzeitige X.25-Implementierungen

LAPD (Link Access Procedure for the Integrated Services Digital Network D channel)

ISDN D Kanal und Frame Relay

LAPM (Link Access Procedure for Modems)

Modems mit Fehlerkorrektur-Funktion (spezifiziert als Teil von V.42)

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Diese Definition wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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