Definition

LISP (Locator/ID Separation Protocol)

Mitarbeiter: Jessica Scarpati

LISP ist das Akronym von Locator/ID Separation Protocol oder Location Identifier Separation Protocol. Es ist eine ursprünglich von Cisco Systems entwickelte Routing- und Adressierungsarchitektur.

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LISP erstellt zwei Adressen für jeden Netzwerkknoten: eine für seine Identität und eine weitere für seinen Standort im Netzwerk. Dieser Ansatz steht im Gegensatz zur traditionellen Praxis, bei der eine einzige nummerierte Adresse – eine IP-Adresse – sowohl für die Identität als auch für den Standort verwendet wird. LISP wurde entwickelt, um bei der Skalierung von Internet-Routing-Tabellen zu helfen, die sich im Laufe der Jahre aggressiv erweitert haben und mit der fortschreitenden Einführung von IPv6 immer komplexer werden.

LISP-Adressen werden als Endpoint-Identifikatoren (EID) beziehungsweise Routing Locator (RLOC) bezeichnet. Jeder Knoten im Netzwerk hat einen Endpunkt-Identifikator, kann aber mehrere und variable Routing Locator haben. Das Protokoll bietet einen Mapping-Dienst zwischen ihnen.

Bei herkömmlichen Adressierungsarchitekturen benötigt ein Gerät bei jedem Netzwerkwechsel eine neue IP-Adresse. Wenn ein Tablet-Benutzer die Netzwerkkonnektivität von 4G oder 5G auf WLAN wechselt oder eine virtuelle Maschine (VM) auf einen anderen physischen Server im Rechenzentrum migriert wird, benötigt das Gerät oder Objekt daher eine neue IP-Adresse. Im Rechenzentrumsszenario bedeutet die Zuweisung einer neuen IP-Adresse an eine migrierte VM, dass alle anderen mit der VM verbundenen Dienste– Firewalls, Load Balancer und so weiter – die VM nicht finden können, bis sie von einem Administrator mit der neuen Adresse rekonfiguriert werden. LISP ermöglicht es einem Knoten, die gleiche IP-Adresse auch dann beizubehalten, wenn sich sein Standort ändert, da er seine EID beibehält, während er auf mehrere RLOCs abgebildet wird. LISP-fähige Edge-Router können EID-Präfixe mit eng ausgerichteten RLOCs aggregieren, wodurch es für einen Core-Router einfacher wird, schnell zu bestimmen, wohin Daten gesendet werden sollen.

Cisco hat LISP ins Leben gerufen und seine Entwicklung in der LISP-Arbeitsgruppe der IETF seit ihrer Gründung im Jahr 2009 geleitet, aber das Unternehmen hat erklärt, dass es keine geistigen Eigentumsrechte beansprucht und dass LISP als offener Standard entwickelt wird. LISP ist in RFC 6830 und weiteren RFCs des IETF definiert.

Zu den weiteren Vorteilen des Protokolls gehören verbessertes Multihoming und Traffic Engineering.

Diese Definition wurde zuletzt im August 2020 aktualisiert

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