Definition

Big-Endian und Little-Endian

Mitarbeiter: Diethard Ohrt

Big-Endian und Little-Endian beschreiben die Ordnung, nach der Bytes in einem Computerspeicher abgelegt werden. Bei Big-Endian wird das „große Ende“ (also der signifikanteste Wert in der Sequenz) zuerst abgelegt (also in niedrigsten Speicheradresse). Bei Little-Endian wir der „kleinste Ende“ (also der am wenigsten signifikante Wert) zuerst gespeichert. Ein praktisches Beispiel: Bei einem Big-Endian-Computer würden die zwei für die hexadezimale Zahl 4F52 notwendigen Bytes als 4F52 in den Speicher geschrieben (befindet sich 4F beispielsweise in der Speicheradresse 1000, wird 52 in 1001 gespeichert). In einem Little-Endian-System würde die Zahl als 524F gespeichert (52 in Speicheradresse 1000, 4F in Speicheradresse 1001).

Die IBM-370-Mainframes, die meisten RISC-basierten Computer und die Mikroprozessoren von Motorola nutzen den Big-Endian-Ansatz. TCP/IP verwendet ebenfalls Big-Endian (weswegen Big-Endian manchmal auch „Network Order“ bezeichnet wird). Für Leute, die es gewohnt sind, von links nach rechts zu lesen, ist diese Art der Speicherung oftmals intuitiver und ein „natürlicher“ Weg, um Zeichen und Nummern abzulegen.

Intel-Prozessoren und DEC Alphas, ebenso wie einige Programme, die auf diese Systeme aufsetzen, nutzen Little-Endian. Ein Argument für die Little-Endian-Anordnung ist, dass man weitere Nummern auf der linken Seite hinzufügen muss, je höher man kommt (eine höhere, nicht-exponentielle Nummer benötigt mehr Zeichen). In Big-Endian sind in diesem Fall alle bereits gespeicherten Werte um eine Stelle (Digit)nach rechts zu verschieben, entsprechend müssen alle Daten angefasst werden. Bei einer Datenanordnung nach Little-Endian können die weniger signifikanten Werte unberührt bleiben. Neue Zahlen werden einfach rechts neben der höchsten Adresse hinzugefügt. Das führt dazu, dass einige Operationen schneller und einfacher zu erledigen sind.

Compiler wie Java oder FORTRAN müssen wissen, auf welche Art der entwickelte Objektcode gespeichert werden soll. Mit Hilfe von Convertern lässt sich die gewählte Speicherart zwischen den beiden Endian-Varianten umschalten.

Wichtig: Sowohl bei Big-Endian wie auch bei Little-Endian werden die eigentlichen Bytes als Big-Endian gespeichert. Egal ob Big- oder Little-Endian, 4F aus dem Beispiel wird in der Bit-Reihenfolge immer als

01001111

gespeichert. Es ist zwar theoretisch möglich, die eigentlichen Bytes als Big- oder Little-Endian zu speichern, die meisten CPUs und Programme sind aber darauf ausgelegt, dass sie Daten als Big-Endian verarbeiten. In der Datenübertragung ist es allerdings möglich, andere Speicherarten zu wählen.

Wie Eric Raymond allerdings feststellt, werden URLs und E-Mail-Adressen im Little-Endian-Format gespeichert. Die Big-Endian-Version würde so aussehen:

de.internetadresse.www

Die Begriffe Big-Endian und Little-Endian stammen aus dem Buch „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift. Big-Endian beschreibt eine der politischen Fraktionen, die ihre Eier vom größeren Ende aus schält (der „primitive Weg“). Sie rebellieren gegen den Lilliputanerkönig, da dieser von seinen Untergebenen (die Little Endians) erwartet, dass sie ihre Eier vom kleineren Ende aus öffnen.

Diese Definition wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

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