Definition

Classless Inter-Domain Routing (CIDR)

Classless Inter-Domain Routing (CIDR), manchmal auch Supernetting genannt, ist eine Methode, mit der sich Internetadressen im Inter-Domain-Routing deutlich flexibler zuweisen und spezifizieren lassen, als es das Internet Protokoll (IP) eigentlich zulässt. Mit Hilfe von CIDR lässt sich die Anzahl der verfügbaren Adressen signifikant erhöhen. CIDR wird aktuell als Routing System nahezu aller Gateway Hosts im Backbone Netzwerk des Internets genutzt. Die Regulierungsbehörden des Internets gehen davon aus, dass nahezu alle Internetanbieter CIDR künftig für Routing-Aufgaben einsetzen.

Im Original definiert das Internet Protokoll vier verschiedene Klassen von IP-Ranges, Klasse A bis D. Jede dieser Klassen teilt einen Bruchteil der 32-Bit-Internetadressen den Host-Systemen zu und verteilt die restlichen Adressen an alle spezifizierten Host-Maschinen im angegebenen Netzwerk. Eine der am häufigsten genutzten Klassen ist (oder vielmehr war) Klasse B, diese allokiert bis zu 65533 einzelne Adressen für Hosts. Ein Unternehmen, das mehr als 253 aber weniger als 65533 IP-Adressen benötigt, würde also alle überzähligen Adressen „verschwenden“. Das ist einer der Gründe, warum es immer wieder Meldungen gab, dass IP-Adressen für das Internet „ausgehen“ würden. Mit Hilfe von CIDR wurde dieses Problem behoben, da sich überzählige Netzwerkadressen mit der Technik flexibler vergeben lassen. Mit IPv6, dem Nachfolger des IPv4-Protokolls, dürfte das Problem langfristig komplett behoben werden, stellt dieser Standard doch genügend Adressen bereit. Bis IPv6 allerdings flächendeckend verwendet wird, dauert es noch einige Zeit.

Beim Einsatz von CIDR erhält jede IP ein sogenanntes Network Prefix. Dieses gibt an, ob die Adresse einem individuellen Gateway oder einem Verbund zugewiesen ist. Die Länge des Prefix ist Teil der Spezifikation der IP-Adresse und variiert, je nachdem wie viele Bits für die Zuordnung notwendig sind. Eine Ziel-IP-Adresse oder eine Route, die viele mögliche Ziele beschreibt, haben kürzere Prefixe und ist entsprechend weniger spezifisch. Ein längerer Prefix beschreibt ein Ziel-Gateway spezifischer. Router, die CIDR unterstützen, müssen eine möglichst langen oder spezifischen Prefix in ihren Routing-Tabellen verwenden, wenn sie Pakte weiterleiten.

Eine typische CIDR-Adresse sieht so aus:

192.168.250.00/18

Der erste Teil, 192.168.250.00, ist die eigentliche Adresse, die „18“ definiert die ersten 18 Bit als den Netzwerk-Teil der Adresse. Damit bleiben 14 Bit frei, mit denen sich spezifische Host-Adressen definieren lassen. Mit Hilfe von CIDR kann eine Routing-Tabelle einen Verbund an Netzwerken repräsentieren, die aber nicht im eigentlichen Gateway spezifiziert sein müssen. Eine passende Analogie ist das Telefonsystem, das Vorwahlen nutzt, um Anrufe an bestimmte Bereiche des Netzwerkes weiterzuleiten. Das zusammenfassen mehrerer Netzwerke in einer einzelnen Adresse wird manchmal als „Supernet“ bezeichnet.

CIDR wird vom Border Gateway Protokoll (BGP) unterstützt, dem vorherrschenden Protokoll für Gateways. CIRD wir ebenfalls von OSPF unterstützt.

Diese Definition wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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