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Fünf gute Gründe für eine hyperkonvergente Infrastruktur

Hyperkonvergente Infrastrukturen locken mit schneller Implementierung, Flexibilität und geringem Betriebsaufwand sowie niedrigeren Kosten. Doch es gibt auch Herausforderungen.

Hyperkonvergente Infrastruktur (Hyper-converged Infrastructure, HCI) verspricht eine einfachere, flexiblere und potenziell kostengünstigere IT. Durch die Kombination von Speicher- und Rechenressourcen – oft eng gekoppelt mit Virtualisierung – bringt sie wichtige Ressourcen in einem einzigen System zusammen.

Durch den Wegfall von externen Speicher- und Netzwerkgeräten verspricht HCI, zuverlässiger und einfacher zu verwalten zu sein. IT-Abteilungen können entweder integrierte HCI-Hardwareknoten kaufen oder auf bestehender und neuer Hardware hyperkonvergente Infrastruktur mit Software umsetzen.

Obwohl sie möglicherweise nicht mit der Leistung vollständig optimierter traditioneller Architekturen mithalten kann, verspricht hyperkonvergente Infrastruktur eine schnellere Bereitstellung und damit Unterstützung agiler Methoden.

CIOs müssen jedoch die Vorteile von HCI gegen Nachteile wie eine geringere Flexibilität und Leistung sowie möglichen Vendor Lock-In abwägen. Was sind also diese Vorteile?

Vorteile von HCI

Es gibt mehrere Gründe, warum sich Unternehmen für hyperkonvergente Infrastruktur entscheiden könnten. Ihr Gewicht hängt jedoch ganz erheblich vom konkreten Einsatzszenario ab und kann sich nicht nur von Unternehmen zu Unternehmen, sondern sogar in verschiedenen Abteilungen unterscheiden: HCI kann beispielsweise für die Bereitstellung an einer Zweigstelle geeignet sein, aber nicht die beste Wahl für das Hauptrechenzentrum.

Einfache Bereitstellung

Hyperkonvergente Infrastruktur wird manchmal als schlüsselfertige Technologie bezeichnet. Das mag übertrieben sein, aber die tatsächlich macht eine einfachere Bereitstellung einen großen Teil der Attraktivität aus.

Da die wichtigsten Elemente – Server, Speicher und möglicherweise Netzwerk und Virtualisierung – vom Anbieter vorinstalliert und vorkonfiguriert werden, ist ein HCI-System einfacher zu implementieren als separate Komponenten.

Das macht sie ideal für Geschäftsstandorte ohne lokales IT-Personal. Es ist auch ein attraktives Modell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). In solchen Fällen werden Systeme mit Remote-Management ausgeliefert, damit das zentrale IT-Team oder der Reseller aus der Ferne Konfigurationen durchführen kann.

Die einfache Bereitstellung spricht auch Start-ups und andere schnell wachsende Unternehmen an, bei denen es wichtiger ist, schnell größere IT-Plattformen aufzubauen, als aus ihnen die letzte Leistung rauszuholen. Das gilt insbesondere für hyperkonvergente Speicher: Unternehmen, welche die Vorteile von SAN (Storage Area Network) nutzen möchten, aber die Kosten scheuen, bekommen in einem virtuellen SAN auf einer HCI eine gute Alternative.

Flexibilität

Laut Forrester nennen Kunden Flexibilität als den wichtigsten Grund für den Einsatz hyperkonvergenter Technologie.

Damit ist gemeint, dass IT-Ressourcen relativ einfach angeschafft und erweitert werden können. Unternehmen kaufen HCI als in sich geschlossene Systeme von Zulieferern, bauen sie selbst oder setzen komplett auf softwaredefinierte Systeme.

Laut Naveen Chhabra, einem leitenden Analysten für Infrastruktur und Administration, bewegen sich CIOs weg vom DIY-Ansatz hin zu HCI auf standardisierten Systemen und Geräten.

„Sie können nur dann Teile kaufen und ein HCI bauen, wenn Sie eine techniklastige IT-Organisation sind“, sagt er. „Daher beobachten wir in letzter Zeit, dass Anbieter, die gebündelte Geräte verkaufen, deutlich Marktanteile gewinnen.“

Auch neue Einkaufsmodelle haben zur Attraktivität von HCI beigetragen. Sie können Teil einer hybriden Cloud-Infrastruktur sein oder sogar – da es sich im Wesentlichen um Software handelt – vollständig in der Cloud ausgeführt werden.

On-Premises-Anbieter beginnen außerdem damit, sich auf Pay-per-Use-Modelle für ihre hyperkonvergente Hardware umzustellen. Beispiele dafür sind HPE und Project Apex von Dell. Anbieter versuchen, Kunden mit einem möglichst vielfältigen Angebot über die Herstellerbindung und die geringe Wahlfreiheit bei der Hardware hinwegzutrösten.

Eine softwaredefinierte hyperkonvergente Infrastruktur reduziert das Risiko des Vendor Lock-ins, da softwarebasierte Systeme auf der Hardware mehrerer Lieferanten laufen können.

Niedrigere Kosten

Die Kosteneinsparungen durch HCI ergeben sich aus zwei Hauptbereichen: Das Beziehen von Hardwarekomponenten aus einer Quelle – einschließlich des Austauschs einiger Hardwareelemente durch softwaredefinierte Architektur – und aus geringeren Einrichtungs- und Verwaltungskosten.

Obwohl ein Ansatz mit gemischten Lieferanten auf dem Papier ein leistungsfähigeres System bei geringeren Kosten erreichen kann, als das Angebot eines Lieferanten, machen die zusätzlichen Integrationskosten allzu oft diese Einsparungen zunichte, insbesondere bei kleineren Systemen, die in lokalen Niederlassungen oder von KMU bereitgestellt werden .

Verlässlichkeit

Zuverlässigkeit ist der große Trumpf, den HCI auf der Hand hat. Der Kauf von der Stange schiebt die Verantwortung für die Integration zurück zum Hersteller. Dies gilt umso mehr für Hardware. Kombinieren Sie HCI mit Datensicherung in der Cloud, und der Austausch einer defekten hyperkonvergenten Einheit in einem Remote-Büro kann so einfach sein wie das Anschließen von Strom oder LAN.

Die im eigenen Haus zusammengestellte softwaredefinierte HCI erreicht möglicherweise nicht die gleiche Zuverlässigkeit, da die Systeme nicht vorab getestet werden. Da Hyperkonvergenz jedoch auf Knoten und Clustern basiert, können IT-Teams widerstandsfähigere Systeme entwerfen, unabhängig davon, wie sie ihre Hardware beziehen.

Einheitliches Management und Automatisierung

Ein einheitliches Management und damit eine einfache Betriebsführung sind weitere Stärken von HCI.

Da Computing, Storage und Netzwerk alle softwaredefiniert oder softwaregesteuert sind, bedeutet, dass sie als Ganzes, als eine Einheit behandelt werden können.

Unified Management verspricht, die Anzahl der für den Betrieb der IT-Infrastruktur erforderlichen Tools zu reduzieren – IT-Teams müssen nicht mehr die Technologien und Managementanwendungen mehrerer Anbieter erlernen.

Auch die Automatisierung ist in diesen hyperkonvergenten Systemen einfacher. Durch die softwaredefinierte Architektur ist es weniger kompliziert, Aufgaben wie Provisioning und De-Provisioning zu automatisieren.

Automatisierung und einheitliches Management erleichtern die Skalierbarkeit von HCI. Ein Unternehmen kann im Handumdrehen weitere Knoten hinzufügen oder Ressourcen innerhalb eines Clusters neu zuweisen. Um einen neuen Standort einzurichten, müssen IT-Teams lediglich Appliances hinzufügen und Konfiguration klonen.

Das Prinzip lässt sich auf hybride Infrastrukturen ausweiten. Da HCI softwaredefiniert ist, können die gleichen Tools auch On-Premises-Hardware, Hybrid- und Public Cloud verwalten. Wenn das Unternehmen wächst, müssen Sie nur noch mehr Rechenkapazität oder Speicher hinzufügen, entweder lokal oder in der Cloud.

Der aufstrebende Markt für HCI-Infrastruktur auf Abruf ist ein weiterer Vorteil für Unternehmen, die ihre Infrastruktur schnell aufbauen müssen, um Innovationen zu unterstützen.

Herausforderungen bei der Nutzung von HCI

Dennoch gibt es bei hyperkonvergenter Infrastruktur viele Herausforderungen. An erster Stelle stehen dabei der Vendor Lock-in und dass im Laufe der Zeit die Kosten steigen können. CIOs müssen außerdem sorgfältig abwägen, wie viel (potenzielle) Leistung sie durch den Kauf eines integrierten Systems oder einer integrierten Appliance im Vergleich zur bestmöglichen traditionellen Hardwarezusammenstellung.

Laut Chhabra besteht der Schlüssel zum Erfolg darin, den richtigen Anbieter von hyperkonvergenter Infrastruktur zu identifizieren – sei es ein Software- oder Hardwareanbieter. „Das Herz von HCI ist die Software, aber die Hardware bietet die Grundlage dafür, dass sie glänzen kann.“, sagt er.

Einkäufer sollten auch so weit wie möglich sicherstellen, dass der Anbieter seinen eingeschlagenen Weg mit der HCI auch weitergeht – und nicht demnächst Serie und Unterstützung einstellt. Sonst ist der Vorteil der hohen Kompatibilität in akuter Gefahr.

Die Flexibilität von HCI bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. CIOs müssen entscheiden, ob sie ihre eigene Hardware konfigurieren, Appliances direkt kaufen, sich auf Software konzentrieren, sich für ein Mietmodell entscheiden, die Cloud nutzen oder all diese Elemente miteinander kombinieren.

Da der Markt für Hyperkonvergenz immer noch reift, ist es durchaus möglich, dass Unternehmen mehr als einen HCI-Typ verwenden müssen, um ihre Geschäftsziele zu erreichen.

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