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Umkehr von der Cloud: Reale Trendwende oder nur Ausnahmen?

Es gibt Anwender, die ihre Anwendungen wieder aus der Cloud zurückführen, was mittlerweile keine Seltenheit ist. Lesen Sie, warum die so ist und wie sich der Trend entwickeln wird.

Die Zurückführung von Daten und Anwendungen aus der Public Cloud wird immer mehr beachtet und wirft Fragen bei Speichermanagern und IT-Verantwortlichen auf. Bringen Unternehmen, die Daten in die Cloud stellen, diese wirklich wieder in die lokalen Standorte zurück? Könnte es sein, dass sie sich nur die Zeit nehmen, ihre Cloud-Speicherstrategien in Bezug auf einige Daten und Anwendungen zu überdenken? Ist es ein großer Trend? Sollte jede Firma dies in Betracht ziehen? Oder sind es wirklich nur ein paar wenige, gut publizierte Fälle, von denen wir hören?

Wir haben einige Experten der Speicherindustrie gebeten, sich mit dem Thema Cloud-Rückführung zu befassen. Ein paar Dinge sind aus ihren Bemerkungen ersichtlich: Die Rückführung von Workloads aus der Cloud ist real, aber dies sind erst Anfänge beim Cloud Storage im Allgemeinen und auch ein eventueller Trend steckt hier noch in den Kinderschuhen.

Das ist die Ansicht des IDC-Analysten Deepak Mohan. Das Zurückführen von Anwendungen und Daten aus der Cloud in die eigenen Räumlichkeiten spiegelt das frühe Stadium der Cloud-Akzeptanz bei vielen Unternehmen wider, sagt er in seiner Antwort. „Unternehmen verschieben Workloads in die Public Cloud im Experimentier- und Einarbeitungsprozess von und zu der Public Cloud“, sagte Mohan. „Die Gesamtdynamik ist trotzdem auf die Public Cloud ausgerichtet.“

Kosten treiben Cloud-Rückführung voran

Laut den Senior-Analysten der Taneja-Gruppe Jeff Byrne und Jeff Kato sind die Kosten die Gründe jeder Rückführung aus der Cloud. Sie erwarten, dass die Cloud-Rückführung in den nächsten Jahren zunehmen wird. „Die Kunden beginnen gerade erst, die Probleme mit den Kosten für Public Cloud Storage zu sehen, erklären beide Analysten von Taneja.

Laut einer aktuellen Umfrage der Taneja Group sind 60 Prozent der Nutzer entweder überwiegend oder sehr zufrieden mit ihrem Cloud Block Storage. Das lässt jedoch 40 Prozent übrig, die nicht ganz so zufrieden sind, und einige können genug Probleme haben, um eine Rückführung in Betracht zu ziehen.

„Geschäftsprobleme schleichen sich ein und führen dazu, dass einige Kunden überlegen, ihre Daten wieder in lokale Rechenzentren zu verschieben“, meinen Byrne und Kato. „Wir glauben, dass die Cross-Cloud-Datenmigration weniger anspruchsvoll wird, so dass die Zurückführung rentabler ist als heute.“

Der Trend geht heute, selbst bei Verwendung einer erstklassigen Hybrid-Cloud, dahin, dass Kunden ihre Workloads entweder in einer öffentlichen oder privaten Cloud platzieren und auf unbestimmte Zeit dort halten, betonen Byrne und Kato.

„Einige innovative Kunden, die wir interviewt haben, behalten ihre Quelldaten vor Ort oder in einer Co-Location-Einrichtung, schieben Daten in die Public Clouds für die Compute Analytics und rufen dann nur kleinere Teilergebnisse ab, während sie die Kopie der Originaldaten, die sie bereits vor Ort haben, aufgeben oder zerstören. Dieser Speicheransatz reduziert die Bindung deutlich und vermeidet teure Ausgangsgebühren“, erläutern sie.

Automatisierte Storage-Anpassungen werden real

Mike Matchett, Hauptberater bei Small World Big Data, sagte in seiner Antwort, dass die Kosten letztendlich einige Unternehmen dazu bringen werden, Daten in lokale Standorte  zurückzubringen. „Beide Extreme – alle Daten in die Cloud zu transferieren oder wieder zurückzuführen – werden sich am Rande der künftigen Storage-Architekturen abspielen und diese werden hybride Architekturen sein“, so Matchett.

Diese Veränderungen geschehen schnell, und sie werden weitreichend sein, fügt Matchett hinzu. „Wir stehen an der Schwelle zu einem wirklich intelligenten IT-Betrieb, in dem wir bald eine zunehmend automatisierte Speicherverwaltung sehen werden, bis hin zu dem Punkt, an dem das Speichermanagement selbst innerhalb von fünf bis zehn Jahren transparent werden kann“, sagt er.

Die Autoren sind für den Inhalt und die Richtigkeit ihrer Beiträge selbst verantwortlich. Die dargelegten Meinungen geben die Ansichten der Autoren wieder und entsprechen nicht unbedingt denen von ComputerWeekly.de.

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