DDoS-Angriffe und die Folgen für deutsche Unternehmen

DDoS-Angriffe auf Webservices verursachen hohe finanzielle Schäden. Ziel sind nicht nur Großunternehmen. Kleine Firmen kämpfen mit Totalausfällen.

Laut dem Kaspersky IT Security Risks Survey 2014 hatten 28 Prozent der deutschen Unternehmen im letzten Jahr Probleme mit DDos-Angriffen. Die Befragten bei deutschen Finanzdienstleistern und Internet-Service-Providern gaben sogar zu 41 Prozent an, von DDoS-Attacken betroffen gewesen zu sein.

SearchSecurity.de liegen Detailauswertungen nach Unternehmensgrößen für Deutschland vor. Demzufolge waren 43 Prozent der kleinen deutschen Unternehmen (26-99 Beschäftigte) Opfer von DDoS-Angriffen. 

Großunternehmen (über 1500 Mitarbeiter) hatten dagegen nur zu 25 Prozent damit zu kämpfen. Auch sehr kleine Firmen (1-25 Mitarbeiter) und mittelgroße Unternehmen (100-1499 Angestellte) kommen mit 27 beziehungsweise 24 Prozent noch gut weg.

Als Folge von DDoS-Angriffen kämpften besonders die kleinen deutschen Unternehmen (26-99 Beschäftigte) bei ihren Webangeboten mit längeren Ladezeiten  – 43 Prozent gaben dies an.

Die naturgemäß deutlichste Auswirkung der Belastung für die Webserver durch einen DDoS-Angriff zeigt sich in höheren Ladezeiten der Webseiten bis hin zum Ausfall. 90 Prozent der betroffenen kleinen Unternehmen geben an, als Auswirkung deutlich langsamere Webangebote gehabt zu haben. Das trifft auch auf 86 Prozent bei den Großunternehmen, sowie 71 und 74 Prozent der mittleren und sehr kleinen Firmen zu.

Bei 67 Prozent der sehr kleinen Unternehmen (1-25 Mitarbeiter) führte ein DDoS-Angriff zum vollständigen Ausfall des Services.

Die Kleinstunternehmen und ihre IT-Infrastruktur scheinen demnach unter DDoS-Attacken noch relativ wenig zu leiden. Allerdings täuscht der Eindruck, denn ihre Webservices fallen unter der Belastung zu 67 Prozent gleich komplett aus. 

Kleine Firmen wiederum scheinen damit offenbar überhaupt kein Problem zu haben, wenn man den Umfrageteilnehmern glaubt. Mittlere Unternehmen betrifft ein Totalausfall zu 21 Prozent. Die Webservices von Großunternehmen stecken DDoS-Angriffe dagegen vergleichsweise gut weg, nur 14 Prozent der befragten Teilnehmer gestanden vollständige Ausfälle ein.

Hohe Schäden bei den betroffenen Unternehmen

Bei DDoS-Angriffen werden die Unternehmensserver mit Anfragen so überlastet, dass sie ihre Dienste einschränken müssen oder zusammenbrechen. DDoS-Attacken zählen laut Kaspersky inzwischen zur Routine von Cyberkriminellen. 

Um Unternehmen systematisch anzugreifen, benutzen sie eine hohe Zahl an meist gekaperten Computern (Botnetz). Der Schaden, der durch DDoS-Attacken verursacht wird, beträgt laut Kaspersky bei den Unternehmen im deutschen Mittelstand durchschnittlich 41.000 Euro, bei großen Unternehmen sind es rund 360.000 Euro. Maßnahmen zur DDoS-Abwehr machen also schon aus finanziellen Beweggründen Sinn.

Der IT Security Risks Survey 2014 wurde von B2B International im Auftrag von Kaspersky Lab im Jahr 2014 durchgeführt. Befragt wurden rund 3900 IT-Entscheider aus 27 Ländern. Es wurden Organisationen und Unternehmen jeglicher Größe erfasst. Die Studie ist eine Fortführung von drei früheren B2B-International-Umfragen, die Kaspersky mit ähnlichen Themen bereits in den Jahren 2011, 2012 und 2013 beauftragt hatte. Die aktuelle Studie finden Sie hier.

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